Korruption in NRW-Behörden nimmt zu

Düsseldorf..  In NRW-Behörden hat die Zahl der Korruptionsdelikte im Vorjahr weiter zugenommen. Mit 232 Verfahren waren Mitarbeiter in der Verwaltung erstmals häufiger betroffen als in der Wirtschaft. Nach dem neuesten Lagebild „Korruption“ des Landeskriminalamtes betrafen 187 Verfahren Bestechung in der Wirtschaft.

Zwar sank die Zahl der Korruptionsverfahren in NRW 2014 zum ersten Mal seit vier Jahren wieder insgesamt leicht von 464 auf 440 Fälle. Gleichzeitig kamen die Fahnder aber 6597 Einzeldelikten auf die Spur – das war eine Steigerung um 54 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den meisten Fällen dienten Bestechungszahlungen der Erlangung von Aufträgen – sowohl aus der öffentlichen Verwaltung als auch aus der Wirtschaft. Nicht selten ging es um Baugenehmigungen, Betriebsgenehmigungen oder die Erlangung und Akzeptanz gefälschter Führerscheine.

Neben Bargeld erhielten die „Kassierer“ vorwiegend Handwerkerleistungen, Elektronik, Einladungen zu Reisen, Konzerten, Restaurant- und Bordellbesuchen. Das Amtsgericht Köln verurteilte 2014 den ehemaligen Mitarbeiter eines Automobilkonzerns wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe mit Auflagen. Er hatte laut Urteil von Lieferanten Zuwendungen von 114 000 Euro erhalten. Der Firma entstand dadurch ein Schaden von über einer Million Euro.

60 Millionen Euro Schaden

Der Gesamtschaden der aufgedeckten Korruption belief sich in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr auf 60 Millionen Euro – 2013 waren es noch 23 Millionen Euro. Dabei gibt es durchaus positive Meldungen: In 20 Prozessen saßen nur die „Geber“ auf der Anklagebank – die waren bei Mitarbeitern der Behörde mit ihrem unredlichen Bestechungsversuch voll aufgelaufen. Die Folge: Anzeige.