Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Zypern

Konservativer Anastasiades soll Zypern vor der Pleite retten

24.02.2013 | 18:33 Uhr
Konservativer Anastasiades soll Zypern vor der Pleite retten
Der Führer der konservativen Demokratischen Sammlungsbewegung (Disy), Nikos Anastasiades, ist der neue Präsident Zyperns.Foto: Andreas Lazarou/dapd

Athen.   Zypern hat einen neuen Präsidenten. Der konservative Politiker Nikos Anastasiades muss das Euro-Land durch die schwere Finanzkrise führen. Ihm und dem zyprischen Volk stehen schwierige Zeiten bevor. Anastasiades muss die Verhandlungen über das Rettungspaket so schnell wie möglich abschließen, denn dem Staat geht das Geld aus.

Nach fünf Jahren hat Zypern wieder einen Konservativen Präsidenten. Nikos Anastasiades hat nach ersten Ergebnissen die Wahlen klar gewonnen.

„Die Krise verlangt nach einem Führer“ – mit diesem Motto führte er seinen Wahlkampf. Er hat lange auf eine Kandidatur für das Präsidentenamt hinarbeiten müssen. Dass ihn seine Landsleute ausgerechnet jetzt, in der schwersten Finanzkrise des Inselstaates, zum neuen Staats- und Regierungschef wählten, ist eine echte Herausforderung.

Der Anwalt (66) ist ein politisches Urgestein. Von der Jugendorganisation der konservativen Demokratischen Sammlungsbewegung (Disy) stieg er in der Partei auf, bis er 1997 zum Vorsitzenden gewählt wurde.

Zurückhaltender Analytiker

Anastasiadis ist ein zurückhaltender Analytiker. Er scheut sich nicht, auch unbeliebte Position zu vertreten, wenn er sie für richtig hält. So kämpfte er 2004 als Disy-Chef für die Annahme des Annan-Friedensplans, den Vorschlag des früheren UN-Generalsekretärs Annan für eine Wiedervereinigung der seit 1974 geteilten Insel. Doch es war ein aussichtsloser Kampf: In einer Volksabstimmung lehnten die griechischen Zyprer den Plan mit Dreiviertelmehrheit am 24. April 2004 ab – eine Woche bevor Zypern Mitglied der EU wurde.

Zu Anastasiadis‘ unbeirrbaren Überzeugungen gehört, dass die Zukunft der Inselrepublik in Europa liegt. Er setzt darauf, die Krise mit Hilfe der EU zu meistern. Eine andere Wahl hat Zypern auch nicht. Anastasiadis will einen schlankeren öffentlichen Sektor und Anreize für private Investitionen geben, um die Insel aus der Rezession zu führen.

Merkel versprach Hilfe

Im Januar kam Kanzlerin Merkel eigens zu einem Treffen der Europäischen Volkspartei auf die Insel, um Anastasiadis den Rücken zu stärken. Sie versprach ihm Hilfe, aber keinen Freibrief. Anastasiadis muss nun zuerst versuchen, die Geldwäschevorwürfe zu entkräften. Und er muss die Verhandlungen über das Rettungspaket so schnell wie möglich abschließen, denn dem Staat geht das Geld aus. Spätestens am 3. Juni, wenn zyprische Staatsanleihen im Volumen von 1,4 Milliarden Euro fällig werden, droht die Staatspleite.

Gerd Höhler



Kommentare
25.02.2013
13:58
Konservativer Anastasiades soll Zypern vor der Pleite retten
von bloss-keine-Katsche | #3

Noch ein Opfer von Merkel/Goldmann Sachs.
Alle haben mit dem Euro die Arschkarte gezogen,
(Haupt) Gewinner Deutschland, bzw. die deutsche Wirtschaft.
Looser, alle Bürger der EU.

25.02.2013
09:53
Konservativer Anastasiades soll Zypern vor der Pleite retten
von TVtotal | #2

„Die Krise verlangt nach einem Führer"....ups und nach dem Geld des deutschen Steuerzahlers...wieder eine von den großen Volkswirtschaften die um jeden Preis gerettet werden müssen damit der € überlebt...ist der nicht schon lange tot?
Wenn dein Pferd tot ist musst du absteigen!

24.02.2013
21:23
Merkel versprach Hilfe
von matrix666 | #1

Merkel wird die russische Oligarchen doch nicht im Stich lassen. Alte Bruderschaft rostet nicht!

Aus dem Ressort
Saarländische Ministerpräsidentin will weniger Bundesländer
Föderalismus
Sechs bis acht Bundesländer sind genug, findet die saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer. Aus 16 Ländern könnten dann sechs bis acht werden. Gerade die kleineren Länder ächzen unter Schulden. Eine Fusion könnte diese besser verteilen - und jährliche eine halbe Million Euro einsparen.
Briten und Polen bremsen beim Klima-Kompromissder EU
Klima-Gipfel
Nach zähem Ringen haben sich Europas Staats- und Regierungschefs am Freitagmorgen auf gemeinsame Ziele zur Drosselung der Treibhausgase geeinigt. Gipfelchef van Rompuy mahnte, der Klimawandel sei „eine Frage des Überlebens“. Trotzdem sind die Ziele bis zum Jahr 2030 nur unverbindliche Vorgaben.
Maut laut Dobrindt vor allem für große Transitstrecken
Verkehr
Die geplante Pkw-Maut soll den Grenzverkehr nach Worten von Verkehrsminister Dobrindt (CSU) nicht stören. Es gehe ihm vor allem um die großen Transitstrecken, sagte Dobrindt kurz vor der Vorlage seines Gesetzentwurfs. Dieser soll im Oktober vorgestellt werden - also spätestens bis kommenden Freitag.
NRW-Justiz veranlasst Finanz-Razzia bei Schweizer Banken
Finanz-Razzia
Polizeibeamte haben Dutzende Banken und Kanzleien durchsucht. Es geht um Geschäfte, durch die der deutsche Fiskus mutmaßlich Milliarden verloren hat. Die Konten etlicher Prominenter, wie Finanz-Unternehmer Carsten Maschmeyer, Veronica Ferres, Mirko Slomka und Clemens Tönnies könnten betroffen sein.
Deiche und Polder - 102 Projekte sollen Flüssen Raum geben
Hochwasserschutz
Mit 102 Hochwasserschutzprojekten wollen Bund und Länder den Flüssen Rhein, Donau, Elbe, Oder und Weser mehr Raum geben. Mit dem nun beschlossenen Nationalen Hochwasserschutzprogramm sollten etwa Deiche zurückverlegt werden und Polder entstehen.
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?