Kommunen fordern mehr Polizei zum Schutz vor Einbrechern

Alle vier Miunten ein Einbruchsversuch in Deutschland: Die Städte rufen jetzt nach mehr Polizei.
Alle vier Miunten ein Einbruchsversuch in Deutschland: Die Städte rufen jetzt nach mehr Polizei.
Foto: imago stock&people
Was wir bereits wissen
Alle vier Minuten versucht ein Einbrecher, in eine Wohnung oder ein Haus einzudringen. Und die Zahl der Delikte steigt. Die Städte rufen um Hilfe.

Berlin.. Die Kommunen beklagen die steigende Zahl von Einbrüchen und fordern zum Schutz einen stärkeren Polizeieinsatz. „Die wahrscheinlich mehr als 150 000 Einbruchsdelikte in diesem Jahr verunsichern die Menschen und machen ihnen Angst“, sagte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds unserer Redaktion.

Polizei In von Einbrüchen besonders betroffenen Gebieten sollten die Sichtbarkeit der Polizei erhöht und mehr Ermittler eingesetzt werden. „Mit Hilfe privater Sicherheitsdienste müssen wir die Polizei von bürokratischen Aufgaben, wie zum Beispiel der Überwachung von Schwertransporten, der Kontrolle von Geschwindigkeitsüberschreitungen und Maßnahmen im ruhenden Verkehr entlasten, damit sie effektiver auch gegen Einbruchsdelikte eingesetzt werden kann“, forderte Landsberg.

Der Hauptgeschäftsführer hob hervor: „Es ist nicht nur die Angst vor Terror, die die Menschen verunsichert. Es sind auch die weiter steigenden Einbrüche im Jahr 2015.“ Das Vertrauen in den Staat nehme ab, die Staats- und Politikverdrossenheit steige.

„Noch immer wissen wir zu wenig über die Täter.“

2014 lag die Zahl der angezeigten Wohnungseinbrüche bei 152 000 Fällen, 2013 waren es 149 500. Seit etwa 2006 steigt die Zahl der Delikte stetig an. In NRW rechnen Polizeiexperten bis zum Jahresende sogar mit einem Rekordanstieg um 20 Prozent auf über 65 000 Einbrüche im Jahr.

Gerichts-Rückblick Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) kritisiert dagegen Maßnahmen wie vermehrte Polizeistreifen in der Nachbarschaft als „Augenwischerei“, die den Bürgern ein „Gefühl von Sicherheit geben sollen“. BDK-Chef André Schulz: „Die meisten Täter kommen unbestraft davon. Von der Polizei und der Justiz werden Einbrüche aufgrund von zu wenigem Personal oftmals nur verwaltet.“ In der Tat liegt die Aufklärungsquote von Einbrüchen bundesweit bei 16 Prozent. In NRW konnte nicht einmal jeder siebte Einbruch aufgeklärt werden.

Entscheidend im Kampf gegen Einbrecher seien gut ausgestattete Sonderkommissionen bei den Polizeiämtern, sagt Schulz. „Noch immer wissen wir zu wenig über die Täter.“ Soko-Ermittler könnten Muster von Einbruchsserien analysieren. Sie können zudem Fahndungen national und international vernetzen.