Kommt jetzt die Helmpflicht für Elektro-Räder?
25.01.2012 | 18:39 Uhr 2012-01-25T18:39:00+0100
Goslar. Die Unfallforscher der Versicherer sehen ein höheres Unfallrisiko in Elektro-Fahrrädern und fordern Helmpflicht auf dem Rad. Bei schweren Unfällen würde fast immer der Kopf verletzt. Der ADFC lehnt eine Helmpflicht aber ab.
Das Fahrradfahren mit Elektrokraft boomt. 600.000 Pedelecs, so heißen die Elektrofahrräder, sind in Deutschland bereits auf dem Markt. Erstmals beschäftigt sich seit Mittwoch der Deutsche Verkehrsgerichtstag in Goslar mit der neuen Antriebsart. Die Unfallforscher der Versicherer sehen ein höheres Unfallrisiko und fordern die Helmpflicht auf dem Rad.
Bei diesem Thema treffen sie allerdings auf den Widerstand des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Er weist darauf hin, dass 90 Prozent aller Elektrofahrräder auf 25 Stundenkilometer beschränkt seien. Damit seien sie einem Fahrrad so ähnlich, dass auch bei ihnen auf die Helmpflicht verzichtet werden sollte. Der Motor springe bei diesen Rädern auch nur an, wenn der Fahrer gleichzeitig in die Pedale tritt. Teurere Modelle erreichen zwar Spitzengeschwindigkeiten von 45 Stundenkilometern, doch diese E-Räder gelten jetzt schon als Kraftfahrzeuge mit Führerscheinpflicht.
Unfallrisiko der Elektrofahrräder im Test
Siegfried Brockmann, Unfallforscher der deutschen Versicherer, verweist dagegen auf Studien, nach denen bei schweren Unfällen mit Rädern fast immer der Kopf verletzt werde. Mit Muskelkraft erreiche ein Radfahrer etwa 15 Stundenkilometer, also zehn weniger als die E-Räder. Brockmann. „Für Unfallforscher sind zehn Stundenkilometer Differenz viel.“
Der Verkehrsgerichtstag, der in diesem Jahr zum 50. Mal in Goslar tagt, wird zwei Tage lang das Unfallrisiko der Elektrofahrräder sowie ihre rechtliche Einordnung prüfen und dann eine Empfehlung abgeben. In der Vergangenheit folgte der Gesetzgeber oft den Beschlüssen der Tagung, an der rund 1800 Experten aus Justiz, Behörden, Verbänden und Unternehmen teilnehmen.

12:46
Auch im Verkehr mit Fahrrädern muss der Sicherheit endlich Vorrang eingeräumt werden. Die Helmpflicht ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, ob mit oder ohne Hilfsmotor, wird aber von den Politikern viel zu zögerlich angegangen. Ebenso ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung für sämtliche, auch elektrisch unterstützte Radfahrer auf 25 km/h auf Durchgangsstraßen längst überfällig.
Und schwuppdiwupp verschwinden die meisten Radfahrer von den Straßen. Denn diese wollen sich nicht bevormunden lassen und/oder halten einen Helm für hässlich und fahren dann wieder mit dem Auto zum Bäcker.
Wie justanobi in Kommentar #1 bereits schrieb, sind viele "normale Fahrräder" auch jenseits der 20 km/h unterwegs. Von daher wäre eine Helmpflicht für Pedelecs Unsinn. Es sei denn, und davon gehe ich derzeit aus, will man dadurch die Hemmschwelle für eine allgemeine Helmpflicht senken.
Anstatt die Radfahrer zu gängeln, sollte man vernünftige Radverkehrsanlagen erstellen, auf denen Fahrradfahrer auch sicher unterwegs sind.
10:44
15 Stundenkillometer aus Muskelkraft? das ist eher so die durchschnittsgeschwindigkeit, sprich mit Ampel halten, Hunden und Rentner ausweichen etc. Also 20 Killometerstunden wenn man gemütlich fährt und eher 25 wenn man sportlich fährt (RR mal ausgenommen sind ja eh Sportgeräte). Mit einem E-Bike sieht die Durchschnittsgeschwindigkeit ebenfalls bei 15 vieleicht sogar bei 17 Stundenkillometern, also wo sind die 10 Km/h unterschied? Natürlich wenn man zwei unterschiedliche Werte nimmt dann kann man sich alles schön rechnen, am besten man nimmt bei e-bikes gleich die Geschwindigkeit bergab, dann sind es bis zu 50 Km/h unterschied zu den 15 Km/h Durchschnitt. Bergab kann man ohne Probleme 70 Km/h erreichen ob mit E oder ohne E.
Btw bin ich trotzdem für eine Helmpflicht nur die Argumentation ist doch fürn A....