Kommission sieht Plagiats-Vorwürfe gegen Schavan bestätigt
18.12.2012 | 18:17 Uhr 2012-12-18T18:17:08+0100
Düsseldorf. Die Promotionskommission der Uni Düsseldorf hat die Doktorarbeit von Bundesbildungsministerin Annette Schavan geprüft und kommt zu einem vernichtenden Urteil: Sie empfiehlt, der CDU-Politikerin den Doktortitel abzuerkennen. Der Fakultätsrat wird darüber im Januar entscheiden.
Die Plagiatsdebatte um Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat neue Nahrung bekommen: Die Promotionskommission der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität rät nach eingehender Prüfung der Doktorarbeit Schavans dazu, der CDU-Politikerin den Doktortitel abzuerkennen. Das letzte Wort hat der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät. Er wird nach eigenen Angaben am 22. Januar 2013 darüber entscheiden, ob das Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels eröffnet wird. Um Persönlichkeitsrechte zu schützen, wird der Fakultätsrat die Angelegenheit im nicht öffentlichen Teil seiner Sitzung behandeln.
Konkret geht es darum, ob Schavan Zitate in ihrer Doktorarbeit nicht hinreichend kenntlich gemacht und dabei bewusst getäuscht hat. Hintergrund sind Hinweise auf ein mögliches Plagiat vom vergangenen Frühjahr . Dekan Bleckmann hatte in der Folge die zuständige Promotionskommission beauftragt, die schriftliche Promotionsleistung von Schavan daraufhin zu untersuchen, ob Bestandteile als Plagiate angesehen werden können.
Schavan hat die Plagiats-Vorwürfe in einer schriftlichen Stellungnahme bestritten
Die Bundesbildungsministerin selbst hat die Plagiatsvorwürfe bestitten. In einer schriftlichen Stellungnahme, die sie der Heinrich-Heine-Universität übergab, äußerte sie sich ausführlich dazu, wie sie vor 22 Jahren ihre Doktorarbeit angefertigt habe. Auch Wissenschaftler und Juristen berieten die Politikerin nach deren Angaben dabei.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat laut einem Medienbericht in einer Stellungnahme die Plagiatsvorwürfe um ihre Doktorarbeit zurückgewiesen. An der Uni Düsseldorf läuft ein Verfahren gegen sie. Die Uni wirft Schavan eine "leitende Täuschungsabsicht" vor.
Innerhalb der CDU erhielt Schavan in der Plagiatsaffäre Rückendeckung – vor allem, nachdem ein vertrauliches Gutachten der Hochschule, in dem der Ministerin teils absichtliche Täuschung unterstellt wurde, im Oktober offenbar aus der Hochschule gestohlen wurde und an die Öffentlichkeit geriet. Unionsfraktions-Geschäftsführer Volker Kauder warf der Heinrich-Heine-Universität daraufhin Dilettantismus vor.
Bei Aberkennung des Doktortitels will die Mehrheit der Deutschen Schavans Rücktritt
Sollte Schavan der Doktortitel aberkannt werden, müsste sie nach Ansicht einer Mehrheit der Deutschen auch als Ministerin zurücktreten. Dies ergab eine Emnid-Umfrage im Auftrag von "Bild am Sonntag". Für einen Amtsverzicht sprachen sich demnach 59 Prozent der Bürger aus. 34 Prozent halten einen Rücktritt auch bei Aberkennung des Doktortitels für nicht notwendig. Auch 54 Prozent der Unionsanhänger fordern Schavans Rücktritt, falls die Plagiatsvorwürfe zutreffen.

15:01
Wer nachweislich plagiiert hat und im öffentlichen Dienst arbeitet, bekommt ein Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Entfernung aus dem Dienst. Bestenfalls wird er/sie fühlbar degradiert ohne weitere Aufstiegschancen.
Aber Frau Schavan ist ja nur Ministerin. Und so sympathisch.
Wir sollten schnell wieder zur Kampagne gegen Steinbrück zurückkehren. Eine Reizfigur, dem hoher Sachverstand und scharfes analytisches Denken vorgeworfen wird. Schade, dass er keinen akademischen Grad hat.
20:00
Viele hier glauben zu wissen, dass man einen Titel bekommt - und "hinterfragen", ob dieser dann Leute besser oder schlechter mache.
Nehmen Sie doch einfach einmal zur Kenntnis, dass es nicht um besser oder schlechtere Menschen im soziologisch oder moralischen Sinne geht, sondern dass ein akademischer Titel Teil einer beruflichen Qualifikation ist - meist unerlässlich auf dem Weg zu einer Professur, beispielsweise. Und anders als bei Herrn zu Guttenberg dürfte die Berufung von Frau Schavan zur Bundesbildungsministerin entscheidend durch ihre vorherige Tätigkeit als Wissenschaftlerin und Professorin zustande gekommen sein. Und nun wird klar, dass ihr ein wesentlicher Baustein fehlt - die Promotion als Nachweis für sauberes wissenschaftliches Arbeiten und i.d.R. als Voraussetzung für die Professur. Der Titel selbst ist nicht das entscheidende. Weiterhin dürfte ihr nunmehr der Respekt der Hochschullehrer abhanden kommen - tödlich für ihr Amt!
11:03
früher gab es fürs abschreiben eine glatte" SECHS".
10:26
ihren titel.frau schavan zum beispiel hat ihn seinerzeit bekommen und keiner hat daran anstoss genommen.herr frhr.zu guttenberg hätte sich klugerweise bedeckt halten sollen.aber ich frage mich allen ernstes;was macht die menschen mit oder ohne titel besser oder schlechter?mir kommt es vor als haben wir eine neue kultur des vernichtens,aus welchen gründen auch immer und da ist nichts mies genug um es nicht zu benutzen.ich denke mal das die leute welche mit dreck werfen aufpassen müssen das sie sich nicht selber beschmutzen und deutschland hat doch ganz andere probleme als das ein dr. vor einen namen steht oder nicht.
Viele hier glauben zu wissen, dass man einen Titel bekommt - und "hinterfragen", ob dieser dann Leute besser oder schlechter mache.
Nehmen Sie doch einfach einmal zur Kenntnis, dass es nicht um besser oder schlechtere Menschen im soziologisch oder moralischen Sinne geht, sondern dass ein akademischer Titel Teil einer beruflichen Qualifikation ist - meist unerlässlich auf dem Weg zu einer Professur, beispielsweise. Und anders als bei Herrn zu Guttenberg dürfte die Berufung von Frau Schavan zur Bundesbildungsministerin entscheidend durch ihre vorherige Tätigkeit als Wissenschaftlerin und Professorin zustande gekommen sein. Und nun wird klar, dass ihr ein wesentlicher Baustein fehlt - die Promotion als Nachweis für sauberes wissenschaftliches Arbeiten und i.d.R. als Voraussetzung für die Professur. Der Titel selbst ist nicht das entscheidende. Weiterhin dürfte ihr nunmehr der Respekt der Hochschullehrer abhanden kommen - tödlich für ihr Amt!
23:20
Wenn ich das bei wikipedia richtig interpretiere (auf der persönlichen Homepage ist kein Lebenslauf zu finden ..hm?), ist der Doktortitel ihr einziger akademischer Abschluss.
Dann kann sie sich nach Aberkennung des Titels vom Status zu den Studienabbrechern zählen?
20:18
Und das soll jetzt die Bildungsministerin sein! So langsam sollte sich die Regierung mal wegen ihrer Personalpolitik an den Kopf fassen. Aber die CDU ja immer noch Deutschlands Lieblingspartei, ich lach mich schlapp...LOL
19:50
In unserer Gesellschaft gibt es überall Betrüger und Trickser. Da sind die Politiker die sich ihren Titel erschlichen haben keine Aunahme.Man kann jetzt nicht hingehen und alle Politiker unter Generalverdacht stellen. Nicht jeder erworbene Titel wird erschlichen durch Betrug. Die meisten bekommen ihren Titel durch nachgewiesene und kontrolierte harte Arbeit. Und am Ende ist es völlig egal wer welcher Partei angehört. Es sollten sich aber die Unis mal fragen lassen wer bescheinigt denn die eingereichte Doktorarbeit. Anscheinend findet dort keine genaue Prüfung statt , oder ist man dort so naiv oder unfähig gegenüber Politkern.
19:41
Laufendes Verfahren - noch keine wesentlichen Neuigkeiten -
Gäääääääääääääääääääääääääähn!!!!!
17:55
@alle, die glauben, es würden nur CDU/CSU/FDP-Leute kontrolliert, weil alles eine Schmierenkampagne der anderen Parteien sei:
Es wurden auch andere Parteigenossen geprüft, ebenso wie parteilose Promotionen.
Hier nur 3 Beispiele:
Arne Herting (Bündnis90/dieGrünen), der 2007 eine Arbeit im Bereich Medizin verfasste,
Siegfried Haller (SPD), mit seiner 2003 publizierten Doktorarbeit im Bereich Philosophie.
Uwe Brinkmann (SPD), verfasste 2011 seine Jura-Arbeit
Meines Kenntnisstandes nach ist aber nichts Relevantes bei ihnen gefunden worden.
Die meisten Plagiatskontrollen werden inzwischen von nicht parteifixierten Leuten im Netz initiiert. (Auch erkennbar daran, daß viele Doktorarbeiten von parteilosen Promovierenden geprüft werden).
16:55
Aber dann bitte auch das EU-Playmate der FDP nicht vergessen, Frau Koch-Mehrin, die
neben ihrer gefakten Doktorarbeit ja auch durch unverhülltes Nichtstun/Nichtskönnen auffällt.