Kohle-Kompromiss kostet bis zu 3500 Jobs

Düsseldorf..  Nach massiven Protesten unter anderem aus NRW verzichtet die Bundesregierung nun voraussichtlich doch auf die geplante Klimaabgabe für Kohlekraftwerke. Stattdessen sollen in NRW fünf ältere Braunkohlekraftwerke mit 300 Megawatt-Blöcken schrittweise bis zum Jahr 2020 vom Netz gehen, berichtete NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD). Vier Jahre lang sollen die Kraftwerke noch als Reserve für Versorgungsengpässe dienen. Die Gewerkschaft IG BCE erwartet, dass bundesweit bis 1500 Arbeitsplätze in den Kraftwerken und rund 2000 weitere bei Zulieferfirmen sozialverträglich wegfallen.

Duin schätzt, dass private Stromkunden und die Industrie durch die Maßnahmen rund 0,5 Cent pro Kilowatt zusätzlich für Strom bezahlen müssen. Nach Angaben Duins sollen Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 3,1 Gigawatt vom Netz gehen. Damit ließen sich 14 Millionen Jahrestonnen Kohlendioxid (CO2) einsparen.

Der Minister sprach von einem großen Erfolg für das rheinische Braunkohle-Revier. Auch CDU-Landeschef Armin Laschet sprach von einem guten Signal für NRW. Das gemeinsame Vorgehen habe verhindert, dass die wirtschaftlich und klimapolitisch falsche „Strafsteuer“ durchgesetzt wurde.