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Kölner Wahlhelfer-Werbung - Chance für Rechtsextreme?

16.07.2009 | 17:49 Uhr

Köln. 15000 Wahlhelfer braucht Köln für die drei Wahlen in diesem Jahr und geht nun neue Wege: Freunde, Bekannte und Nachbarn sollen sich zu Wahlhelfer-Grüppchen zusammenfinden. Der Verein "Mehr Demokratie" befürchtet Wahlmanipulation, besonders durch Rechtsextreme.

Wahlmanipulation durch befreundete Wahlvorstände? Das zumindest befürchtet der Verein "Mehr Demokratie" in Köln. Foto: WR

Gerade in diesem Jahr ist es für viele Städte nicht einfach, genügend Wahlhelfer zu finden. Schließlich ist 2009 mit Europa-, Kommunal- und Bundestagswahl ein "Super-Wahljahr". Während einige Städte auf ihren Internetseiten ein Online-Formular für die Bewerbung bereit halten, geht Köln ganz neue Wege: Die Verwaltung schreibt frühere Wahlhelfer an und fordert sie auf, in ihrem privaten Bekanntenkreis drei bis fünf Personen zu einem gemeinsamen Einsatz als Wahlvorstand zu gewinnen. Die Gruppe muss sich dann telefonisch im Wahlsonderbüro melden. Der Initiator erhält eine "Prämie" von 25 Euro.  

„Oft wirkt es im Bekanntenkreis ansteckend, wenn einer sagt, dass er bei der Wahl hilft“, sagt Inge Schürmann, Pressesprecherin von Köln. „Und es gibt einfach Bürger, die man leichter motivieren kann, wenn sie mit einem Freund oder einem Bekannten gemeinsam in einem Wahllokal Dienst tun können.“

Wahlmanipulation vorgeworfen

Der Verein „Mehr Demokratie e.V.“ hält von den Wahlhelfer-Grüppchen aus Freunden, Bekannten und Nachbarn gar nichts. „Dies ist eine Einladung zur Wahlmanipulation durch interessierte politische Gruppen“, sagt Landesgeschäftsführer Alexander Slonka. Wenn Wahlvorstände nämlich nur aus einer politischen Couleur besetzt seien, reize das leicht zur Fälschung des Wahlergebnisses. Inge Schürmann von der Stadt Köln hält diesem Vorwurf entgegen, dass die Verwaltung sicherstelle, den siebenköpfigen Wahlvorstand immer mindestens mit einer Person zu besetzen, die nicht zu der Gruppe gehöre. „Hinzu kommt, dass die Auszählung öffentlich stattfindet, jeder Wahlhelfer am Ende seine Unterschrift unter das Wahlergebnis setzen muss – und dass eine geplante Wahlfälschung eine Straftat ist“, sagt Schürmann.

Der Verein „Mehr Demokratie“ berichtet, dass die neue Rekrutierungs-Strategie bei rechtsextremen Vereinigungen besonders gut ankomme. „Pro Köln“ etwa habe seine Anhänger bereits dazu aufgerufen, dem Appell der Stadt zu folgen.

Das Vorgehen ist allerdings formal zulässig, schreibt das Düsseldorfer Innenministerium in einer kurzen Stellungnahme. Gleichzeitig gehe man davon aus, dass das städtische Wahlamt dafür sorge, dass nur geeignete Personen in den Wahlvorstand kämen. "Beispielsweise sollen nicht Angehörige nur einer einzigen  Partei in denselben Wahlvorstand berufen werden. Es muss jeder Anschein von Parteilichkeit vermeiden werden", heißt es dort.  

"Mehr Demokratie" nimmt Schwerte zum Vorbild

Alexander Slonka, Landesgeschäftsführer von "Mehr Demokratie". Foto: NRZ

Den Aufruf der Stadt ist für den Verein „Mehr Demokratie“ ein Ausdruck von Unbeholfenheit im Umgang mit dem Problem von drei Wahlen in kurzer Folge. Dass es auch anders gehe, beweise die Stadt Schwerte. Sie suche in diesem Jahr bereits zum wiederholten Male Wahlhelfer in der jungen Generation. In einem an Schulen verteilten Faltblatt werbe die Stadt für die Verbindung von Demokratie-Einsatz und Taschengeld-Aufbesserung durch die Aufwandsentschädigung, die jeder Wahlhelfer für seinen Einsatz erhalte. Auch die Möglichkeiten der Internetwerbung sieht "Mehr Demokratie" nicht ausgeschöpft. „Auf der städtischen Webseite fehlt ein Online-Formular zur Bewerbung als Wahlhelfer“, bemängelte Slonka.

Das bestreitet die Pressesprecherin auch gar nicht. Sie hält einen kurzen Anruf im Wahlsonderbüro allerdings für einfacher als ein Online-Formular, gerade auch deshalb, weil sich viele ältere Bürger als Wahlhelfer zur Verfügung stellten.

Hier geht's zum Blog "Wahl und Kampf".

Corinna Weiß

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Kommentare
14.08.2009
19:27
Kölner Wahlhelfer-Werbung - Chance für Rechtsextreme?
von Klappe zu Affe Tod | #44

Sofort ist wieder ein rechter Haufen zur Stelle.

17.07.2009
19:31
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von Betrogener | #43

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

17.07.2009
17:07
Kölner Wahlhelfer-Werbung - Chance für Rechtsextreme?
von toll_toller_tolerant | #42

Dass ein Verein, der solche Statements abgibt, sich selbst Mehr Demokratie nennt, ist an Dreistigkeit wirklich kaum zu überbieten.

17.07.2009
13:00
Kölner Wahlhelfer-Werbung - Chance für Rechtsextreme?
von Kopfschüttel | #41

@fakten4

Migranten (ich meine eine ganz bestimmte Sorte), die nicht einmal in der 3. Generation fähig sind, die deutsche Sprache zu verstehen, haben sicher noch ganz andere Defizite. Aber das spielt dann wohl offensichtlich auch keine Rolle mehr.

Ich freue mich bereits jetzt schon auf die sicher sehr intelligenten Diskussionen mit unsereren neuen städtischen Mitarbeitern. Weitere Kommentare verkneife ich mir an dieser Stelle, da dann wieder gleich zensiert wird.

17.07.2009
10:14
Kölner Wahlhelfer-Werbung - Chance für Rechtsextreme?
von fakten4 | #40

Gibt doch genügend in Köln .. die Mehr Demokratie dienen können

Erinnert Euch an den Bericht im K Express

Allgemeinbildung nicht nötig !!

Köln - Stadtverwaltung
Wer schlecht Deutsch kann, bekommt einen Bonus
Doch Mitte des Jahres stellt die Stadt Köln dieses Verfahren um: Bewerber, die schlechter Deutsch können, erhalten einen Bonus, damit sie deswegen nicht benachteiligt werden.

Wir wollen den Anteil der städtischen Mitarbeiter mit Migrationshintergrund erhöhen, begründet Ratsfrau Susana dos Santos-Herrmann diesen Schritt. Die integrationspolitische Sprecherin der SPD weiter: Der Anteil der Kölner mit Migrationshintergrund steigt ja auch. Und sie sollen sich besser in der Stadtverwaltung vertreten wissen.

Bislang scheiterten diese Bewerber häufig an dem Test zum Verständnis der Amtssprache Deutsch. Doch diese Sprachdefizite sollen ab Mitte des Jahres durch ein kompliziertes Bonussystem ausgeglichen werden


Na Bitte !!!! Manche sind Gleicher als Andere

17.07.2009
03:33
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von dumm wie ein linker | #39

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17.07.2009
03:17
Kölner Wahlhelfer-Werbung - Chance für Rechtsextreme?
von fakten3 | #38

Solche Luftblasen a la mehr Demokratie lassen auf :
Operative Hektik mit Luftschlägen ersetzt geistige Windstille .... schliessen

17.07.2009
00:16
Blockierter Kommentar.
von Alexander Voronin | #37

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

16.07.2009
23:50
Kölner Wahlhelfer-Werbung - Chance für Rechtsextreme?
von locuta | #36

Dieser Artikel ist nur der überaus plumpe und durchschaubare Versuch, das zu erwartende gute bis sehr gute zweistellige Ergebnis von Pro Köln bereits im Vorfeld mit dem Ruch der Wahlfälschung zu versehen.
Umgekehrt wird ein Schuh draus!
Wenn man die Hysterie der etablierten Parteien im Zusammenhang mit Pro in den letzten Monaten verfolgt, so ist wohl eher Wahlfälschung der korrupten Etablierten zu befürchten!

16.07.2009
22:45
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #35

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