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Ermittlungen

Kölner Pfusch ist überall

16.02.2010 | 11:14 Uhr
Kölner Pfusch ist überall

Beim U-Bahn-Bau in Köln sind die Ermittler auf Pfusch und Betrug gestoßen. Doch auch auf anderen Großbaustellen häuft sich die Zahl sicherheitsrelevanter Fehler und krimineller Tricksereien. Allerdings leidet nicht nur der Staat unter Baupfusch, betroffen sind zunehmend auch Häuslebauer.

Ermittler in Köln entdecken täglich neue Hinweise auf Pfusch und Betrug beim Bau der U-Bahn. Sie sprechen von „systematischer Fälschung“ von Bauunterlagen. 28 gefälschte Vermessungsprotokolle wurden sichergestellt, die eine ausreichende Absicherung der Baugrube vortäuschen sollten.

„Wir gehen davon aus, dass es deutlich mehr werden“, sagte ein Fahnder zum „Stadtanzeiger“. Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters hat einen Brandbrief an den Baukonzern Bilfinger Berger mit der Forderung nach Aufklärung geschrieben: „Täglich wächst die Angst.“

Der Skandal in Köln, wo 2009 nach fehlender Sicherung der Grube das Stadtarchiv einstürzte, ist wohl kein Einzelfall. Auf den Baustellen öffentlicher Großprojekte in Deutschland häuft sich die Zahl sicherheitsrelevanter Fehler und gefährlicher krimineller Tricksereien. Darauf deutet nicht nur der Einsturz der Eishalle in Reichenhall im Januar 2006 mit 15 Toten hin.

So ermittelt die Staatsanwaltschaft in Ostdeutschland derzeit Betrugsvorgänge beim Bau der Autobahnen A 4 und A 72 in Sachsen und Thüringen, die möglicherweise auch in andere Bundesländer reichen. Beauftragte Unternehmer haben in großem Stil Asphaltdecken zu dünn aufgetragen und Mitarbeiter von Baubehörden bestochen. Der Fall hat inzwischen mafiöse Ausmaße: Ein Verdächtiger beging Selbstmord, ein beteiligter Baulöwe wurde mit einer Begleiterin von Unbekannten in der Karibik getötet.

Als hochgradig gefährlich haben sich Baumängel der Lärmschutzwände der Bahn-Neubaustrecke zwischen Köln und Frankfurt entpuppt. Die Wände lockerten sich, bedrohten vorbeirasende ICE und mussten völlig ersetzt werden. Der Schaden, den teils der Steuerzahler zu tragen hat: 109 Millionen Euro.

Zweifel an staatlicher Bauaufsicht

Zunehmend gibt es im Haushaltsausschuss des Bundestages Zweifel an einer ausreichenden staatlichen Bauaufsicht – auch deshalb, weil zur Zeit schwere Schäden an Neubauten des Bundes in Berlin ausgebessert werden müssen; u.a. instabile Glasdecken und Fassaden und defekte Feuerschutzvorrichtungen.

Nicht nur der Staat leidet unter Baupfusch. Dekra-Gutachter ermittelten, dass bei Ein- und Zweifamilienhäusern Pfusch-Schäden von 1,4 Milliarden Euro jährlich entstehen – 34 Prozent mehr als noch 2007.

Diskussion: Pfusch am Bau beim Kölner U-Bahn-Bau

Dietmar Seher

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Kommentare
16.02.2010
18:22
Kölner Pfusch ist überall
von watmut | #33

Der Pfusch ist doch eine willkommene Anglegenheit. Schramma wurde weggemobbt und die SPD stellt jetzt den OB.

16.02.2010
13:34
Kölner Pfusch ist überall
von zetunde | #32

Ich kaufte eine Außen-Stahltreppe mit der dafür erforderlichen Statik. Als die Treppe eingebaut war, verlangte das Bauamt für die Akten die Abnahme durch den Statiker. Der hatte sein Büro 40 km von der Baustelle entfernt und teilte mir mit, dass ich ihm Fotos schicken sollte, was ich ablehnte. Er jammerte mir vor, dass er bei solchen weiten Wegen nichts mehr verdienen könnte und hatte mich bald so weit, dass ich Fotos gemacht hätte. Dann überkam mich jedoch große Wut und nach Abstreifen aller Höflichkeiten konnte ich den Statiker dazu bewegen, die Baustelle aufzusuchen, halleluja

16.02.2010
12:43
Kölner Pfusch ist überall
von rote zora | #31

Kölle Allaaf....... mir lasse de Schrott in Kölle, denn da gehört er hin !

16.02.2010
11:56
Kölner Pfusch ist überall
von Halfpipe | #30

Es ist höchste Zeit den mittelalterlichen Pranger wieder einzuführen!
Oder, machen wir es wie die Chinesen.

16.02.2010
11:11
Kölner Pfusch ist überall
von DKW | #29

@23

Bedanken wir uns bei der EU, halten wir wie immer den Mund und bezahlen auch noch dafür, dass mit unseren EU-Beiträgen die EU Billiglohnländer unsere Industrie abwerben und den heimischen Unternehmen die Aufträge im eigenen Land, durch unterbieten, wegnehmen.

Raus aus die EU, ansonsten können wir einpacken.

16.02.2010
11:11
Kölner Pfusch ist überall
von joey ramone | #28

@froepper,
ich habe nicht behauptet, dass Architekten keine Bauträger sein können. Fakt ist, dass es problematisch ist, die Kontrollfunktion, die in der Regel von einem, dem Bauherrn verpflichteten Architekten abgebildet wird, bei einem Bauträger in die Hände des Ausführenden gegeben wird. Das Vier Augen Prinziep wird also adabsurdum geführt.

16.02.2010
11:06
Kölner Pfusch ist überall
von Beantworter | #27

Menschen sind systematisch zu Tode gestürzt worden. Bauämter haben die Ausführungen nicht ordnungsgemäss überprüft. Mord an Menschen kann so offensichtlich verschleiert werden. ich lasse die Haltung des Bausystems nochmal über die Lippen ghen: Systematisches verschleiern mit möglichen (oder gar garantierten) Todesfolgen.

16.02.2010
10:54
Kölner Pfusch ist überall
von KARRL SCHILLER | #26

Bei vorzeitiger Fertigstellung eines Buvorhabens
wird dann noch eine Prämie bezahlt.
Siehe A 40 Der Rest lässt auf sich warten.

16.02.2010
10:48
Kölner Pfusch ist überall
von KleinundGemein | #25

Der Pfusch am Bau hat viele Ursachen:

Angefangen mit den Ausschreibungsverfahren - Der billigste, nicht der beste und zuverlässigste Anbieter bekommt den Zuschlag, Riesenkonzerne bieten europaweit mit um dann die Gewerke an billige Sub-/Sub-/Sub-Unternehmen aus Niedriglohnländern weiter zu reichen und auf den Baustellen sind dann Leute beschäftigt, deren Erfahrung und Kenntnisse evtl. reichen, in Rumänien oder anderswo eine Scheune zu errichten.

Parallel dazu bluten einheimische Mittelständler sowohl personell als auch kenntnismäßig aus.

Dieser Prozess läuft schon seit einigen Jahren, da darf man sich über die Folgen nicht wirklich wundern.

Auch in diesem Bereich ist es dringend Zeit für einen Systemwechsel, denn GEIZ IST NICHT WIRKLICH GEIL !!!

16.02.2010
10:40
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #24

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