Köhler soll Internet-Sperre gegen Kinderpornografie stoppen
13.07.2009 | 18:04 Uhr 2009-07-13T18:04:00+0200
Berlin. Bundespräsident Horst Köhler soll das Gesetz zur Bekämpfung von Kinderpornografie nicht unterschreiben. Das fordert der Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur in einem offenen Brief an Köhler. Das Gesetz sei wirkungslos, der Einstieg in die Zensur und verfassungswidrig.
Der Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur hat Bundespräsident Horst Köhler am Montag aufgefordert, das Gesetz zur Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet nicht zu unterschreiben.
In einem offenen Brief an den Bundespräsidenten bezeichnen die Unterzeichner das Gesetz als unwirksam und befürchten einen Einstieg in die Zensur. Wie das Bundespräsidialamt mitteilte, ist das Gesetz noch nicht eingegangen. Dann werde es geprüft, ebenso wie der Inhalt des Briefes, soweit er verfassungsrechtlich relevant sei.
Anwalt: Bund hat nicht die Kompetenz für Gesetz
Rechtsanwalt Thomas Stadler, der den Brief im Namen des Arbeitskreises verfasst hat, zweifelt die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes an: "Das Zugangserschwerungsgesetz ist offenkundig nicht verfassungskonform, und zwar sowohl aus formalen wie auch aus inhaltlichen Gründen", kritisierte Stadler. Der Bund habe keine Gesetzgebungskompetenz in diesem Bereich.
Zudem sei das Gesetz nicht geeignet, den erhofften Zweck zu erreichen. "Besonders bedenklich ist dabei, dass die Entscheidung darüber, ob statt anderen Maßnahmen eine Sperre von Internetseiten durchgeführt wird, einzelne Beamte des BKA fällen", fügte Stadler hinzu.
Die Kritiker bemängeln vor allem, dass das Gesetz nicht die erhoffte Wirkung erzielen werde. "In der öffentlichen Diskussion ist bereits hinreichend dargestellt worden, dass diese 'Sperren' ohne weiteres zu umgehen sind und deshalb gerade Pädophile, die gezielt nach derartigen Inhalten suchen, nicht von einem Zugriff abgehalten werden können", heißt es daher in dem offenen Brief Stadlers, der von zahlreichen Unterstützern unterschrieben wurde. Vielmehr bewirke das Gesetz einen gegenteiligen Effekt, indem die Stoppschilder erst recht die Aufmerksamkeit auf diese Seiten lenkten.
Gegner befürchten, dass Bürger ausspioniert werden
Außerdem befürchten die Unterzeichner, die Infrastruktur sei erst der Einstieg in eine weitergehende Zensur, "die geeignet ist, im Prinzip jede Suche oder Anfrage eines Bürgers nach Information aufzuzeichnen und diese Anfrage anschließend aufgrund einer staatlich kontrollierten Sperrliste zuzulassen oder zu blockieren", heißt es in dem Brief an Köhler. (ddp)

23:56
the new world order
12:39
danke für die aufklärung aber soweit bin ich schon xD
gibt eben zu viele die einfach immer nur an allem und jedem meckern wollen. v.a. was politik angeht. geht selber in die politik und macht es besser
13:04
Dann dürft ihr ihn auch nicht mit Begriffen wie Provider und Server bombadieren. Meine Mama hat auch Angst vor Computern und versteht da nur Bahnhof. Trotzdem ist es erschreckend immer wieder zu sehen (siehe#4), das bei den ganzen Debatten über Zensur hier einige noch so naiv an dieses Gesetz glauben.
07:45
@ #4
....manche begreifen es nie...
01:48
Wieder mal nur ein typisches Beispiel für das Aneinandervorbeireden?
Nein, es ist schon etwas anderes: es gibt da einige, die meinen, es ginge um Kinderpornographie.
Wahrscheinlich reichen bei manchen die Synapsenverbindungen nicht aus, um die Tragweite von Internet-Sperren zu verstehen.
22:08
Da wird unser Bundes-Horst mal wieder versagen..
18:00
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17:40
Diese Schweine brauchen keine Sperren, sondern harte Strafen.
17:35
@ 4 es ist ja keine Sperre sondern nur ein Gardinchen, die so durchsichtig ist und zudem noch Anbieter von dieses SChmuddelseiten warnt. Oh ich bin ein Stopschild, dann verzieh ich mich mal lieber auf ne andere Seite. Zudem ist die Kontrolle beim BKA trotz Aussagen unserer Volksvertreter nicht nachvollziehbar und der Gang von Nr. 5 ist die Lösung.
17:05
#4 Und warum nimmt man diese seiten nicht einfach direkt vom Netz, anstatt sie zusperren ?
Wenn die Seiten bekannt sind, reicht ein einfacher anruf bei dem Internet-Provider und die seite ist nicht mehr zu erreichen. Auch OHNE Internetsperre und von jedem land/anschluss aus.