Knobloch bricht Dialog mit Vatikan ab
29.01.2009 | 18:54 Uhr 2009-01-29T18:54:00+0100
Düsseldorf/Rom. Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden, spricht nicht mehr mit der katholischen Kirche. Die Rücknahme der Exkommunikation eines den Holocaust leugnenden Bischofs sei eine bewusste Entscheidung des Papstes gewesen.
Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat vorerst den Dialog mit Vertretern der katholischen Kirche abgebrochen. Sie ziehe damit die Konsequenzen aus der Rücknahme der Exkommunikation des Holocaust-Leugners und traditionalistischen Bischofs Richard Williamson, sagte Knobloch nach Medienberichten vom Donnerstag. «Unter solchen Voraussetzungen wird es zwischen mir und der Kirche momentan sicher kein Gespräch geben, ich unterstreiche das Wort 'momentan'.»
Rücknahme der Exkommunikation eine bewusste Entscheidung
Knobloch sagte gegenüber der «Rheinischen Post» zu der von Papst Benedikt XVI. angeordneten Rücknahme der Exkommunikation: «Ich wünsche mir einen Aufschrei in der Kirche gegen ein solches Vorgehen des Papstes.» An eine unbedachte Entscheidung glaube sie nicht: «Ich habe es hier nicht mit Menschen zu tun, die nicht wissen, was sie tun. Der Papst ist einer der gebildetsten und intelligentesten Menschen, die die katholische Kirche hat, und jedes Wort, das er ausspricht, das meint er auch, und das ist auch fundiert.»
"Raum für Zweideutigkeit"
Kritik an der Entscheidung des Papstes kam nicht nur aus Deutschland. Der "Präsident des Internationalen Jüdischen Komitees" für den interreligiösen Dialog", Rabbiner David Rosen, hat die jüngste Erklärung von Papst Benedikt XVI. zum Holocaust als unzureichend bewertet. Der Streit um den erzkonservativen Bischof Richard Williamson sei damit «nicht vollkommen abgeschlossen», erklärte Rosen der italienischen Tageszeitung «La Repubblica». Der Schaden sei «nicht vollständig behoben».
Zwar habe der Papst die Juden seiner «Solidarität» versichert, sagte Rosen. Dies sei «wichtig und nützlich». Zugleich bleibe aber «Raum für Zweideutigkeit», bemängelte der Rabbiner, der Mitglied der Delegation des israelischen Großrabbinats beim Heiligen Stuhl ist.
Rosen glaubt an die Unkenntnis des Papstes
Der Papst hatte am Mittwoch die Leugnung des Holocaust verurteilt und daran erinnert, dass er mehrfach in das Vernichtungslager Auschwitz gereist sei - «eines der Lager, wo das abscheuliche Massaker an Millionen Juden verübt wurde». Seine Erklärung folgte auf die Rehabilitierung von vier Bischöfen, unter ihnen Williamson. Der Bischof hatte erst kürzlich im schwedischen Fernsehen gesagt, er denke, dass «200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben» seien, aber nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern.
Rosen forderte, Williamson müsse sich entschuldigen. Er könne sich «nicht vorstellen», dass der Papst die Exkommunikation Williamsons zurückgenommen hätte, wenn er dessen Äußerungen gekannt habe. «Mir wird jedoch gesagt, dass ich naiv bin, wenn ich den Papst weiter verteidige», sagte Rosen. (AFP)

20:24
@21
Satz oder Halbsatz?
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Watt sachich, Williamson bittet beim Papst um Entschuldigung für seine unbedachten Aussagen.
http://www.derwesten.de/nachrichten/2009/1/30/news-10888311/detail.html
Ob glaubwürdig oder nicht, damit ist der erste Schritt schonmal getan. Weitere müssen folgen, denn sonst kann er sich in Deutschland nicht mehr sehen lassen. Wenn ich sein Boss wäre, nähme ich ihn mal mit nach Auschwitz - ohne Kameras, sicher ist sicher. Die Kirche ist ja bekannt dafür, das sich ein Saulus zum Paulus wandeln kann - hier wäre eine aktuelle und passende Gelegenheit.
09:33
@ NixFürUngut
Mit dem letzten Satz ihres Beitags sollten wir sofort beginnen .
08:30
Tja, Benedikt XVI. kann halt seinen Zeit als Hitlerjunge nicht verleugnet. Was Hänschen einmal gelernt hat, kann auch Hans nicht mehr vergessen. Und das der Papst die Äußerungen des Bischofs Williamson nicht gekannt haben soll ? Es sind halt alles Kinder eines Geistes !
07:37
Wenn die Charlotte einen Schweizer Gardisten auf dem Petersplatz nach der Uhrzeit fragt , ist das noch lange kein Dialog mit dem Vatikan .
05:03
Die Juden sollten einfach nur Schweigen. Auf wehrlose Frauen, Kinder und Rollstuhlfaher in Gaza Raketen zu feuern ist auch nicht die feine Art !!! Danke an den Papst - ich kann auch gut ohne diese Frau Knobloch leben !!!!!!!!!!!!!!
00:44
Davos: Debatte um Gaza endet im Eklat
Ihr wisst sehr gut, wie man tötet!
Der türkische Ministerpräsident Erdogan stürmt in Davos vom Podium, weil er seine Antwort auf Israels Präsident nicht vollenden darf. Peres hatte zuvor ein flammendes Plädoyer für den Krieg Israels gehalten.
Ministerpräsident Erdogan hatte sich beschwert über den Moderator, der ihm seiner Meinung nach nicht genug Redezeit gegeben hatte - vor allem für eine Entgegnung auf Israels Präsidenten Schimon Peres, mit dem Erdogan in einer Podiumsdiskussion heftig aneinandergeraten war. Unter anderem sagte Erdogan zu Peres: Ihr wisst sehr gut, wie man tötet! An den Teil des Publikums gerichtet, der dem Vortrag von Peres applaudiert hatte, sagte Erdogan: Dem Mord an Kindern zu applaudieren ist ein Vergehen gegen die Menschlichkeit! Für mich ist Davos vorüber, ich komme nie wieder hierher zurück,
Bei einer Pressekonferenz kurz nach dem Eklat versuchte der noch immer sichtlich verärgerte Erdogan die Wogen zu glätten: Er verurteile Antisemitismus jeder Art, betonte er, beklagte sich jedoch einmal mehr über den Moderator, David Ignatius von der Washington Post, der Schimon Peres 25 Minuten Redezeit, Tayyip Erdogan jedoch nur zwölf Minuten eingeräumt hatte.
Was der eine durfte - wurde dem anderen verweigert.
20:15
Das Gekläff des ZdJ ignorieren und zur Tagesordnung übergehen. Man darf sich nicht erpressen lassen! Sollte sich irgendein Politiker bewogen fühlen im Namen des Deutschen Volkes ,sich für irgendetwas entschuldigen zu müssen, möge er mich ausnehmen!!!
20:07
@ 10
Sag mal, von welchem Wickeltisch bist Du denn als Baby runtergefallen. Dazu wohl etwas zu viel schlechtes Kraut geraucht, ansonsten wäre so eine Argumentation bestimmt nicht hinzubekommen !?
19:24
Der Streit, den Frau Knobloch derzeit nach allen Seiten vom Zaun bricht, ist eine religiöse Spitzfindigkeit. Gehören Streitigkeiten zwischen religiösen Wüden- und Amtsträgern eigentlich in die Rubrik Politik. Ich zahle Kultussteuer, zusätzlich zur Gemeindeabgabe an meine Synagoge, sonst nennt die Politiksteuer.
19:20
Wer jüdische Menschen außerhalb einer kritischen Betrachtung stellt, ist ein Rassist. Wir Juden brauchen keine „Sonderbehandlung“!“ (Shraga Elam, israelischer Recherchierjournalist und Friedensaktivist, Zürich, 24.9.2002)