Kita-Streik wird in der nächsten Woche in NRW fortgesetzt

In vielen Städten gehen die Kita-Angestellten auf die Straße, um höhere Löhne einzufordern.
In vielen Städten gehen die Kita-Angestellten auf die Straße, um höhere Löhne einzufordern.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Im Tarifkonflikt bei den Kitas sind keine neuen Gespräche in Sicht. Ein Vorschlag der Arbeitgeber reicht Verdi bei weitem nicht. Streik geht weiter.

Düsseldorf.. Vorerst keine Entwarnung für Eltern in Nordrhein-Westfalen: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rechnet damit, dass sich der Ausstand in den kommunalen Kindergärten bis in die nächste Woche hinziehen wird. "Uns liegt noch immer kein Angebot vor. Deshalb müssen die Streiks in der nächsten Woche weitergehen", sagte Verdi-Sprecher Günter Isemeyer am Mittwoch in Düsseldorf. Ein Vorschlag der Arbeitgeber, der lediglich über die Medien transportiert worden sei, würde zwei Drittel der Betroffenen nicht berücksichtigen und sei deshalb nicht verhandlungsfähig, sagte Isemeyer weiter.

Landesweit seien wie in den Tagen zuvor am Mittwoch 1000 von rund 2400 Kitas der Kommunen vom Streik betroffen. 10.000 Beschäftigte legten laut Verdi wieder ihre Arbeit nieder. Die Gewerkschaft hatte am Mittwoch erneut in ganz NRW zu Aktionen und Kundgebungen in neun Städten aufgerufen. In Solingen mobilisierte Verdi zu einer Kundgebung nach eigenen Angaben etwa 650 Teilnehmer, in Hagen und Hilden gingen jeweils 500 Menschen auf die Straße. Auch die kleinere Gewerkschaft Komba hatte Protestaktionen in Mönchengladbach und Essen angekündigt.

Streik Kleineren Einrichtungen drohe Insolvenz

Der Paritätische Wohlfahrtsverband in Nordrhein-Westfalen unterstützt indes prinzipiell die Erzieher - er warnte jedoch ausdrücklich davor, steigende Gehälter selbst nicht schultern zu können. Höhere Löhne würden die ohnehin strukturell unterfinanzierten Einrichtungen nicht auffangen können; in kleineren Einrichtungen drohe sogar die Insolvenz, teilte der Verband mit. Der Paritätische Wohlfahrtsverband vertritt im bevölkerungsreichsten Bundesland nach eigenen Angaben 1300 Tageseinrichtungen mit Platz für 58.000 Kinder. (dpa)