Kita-Streik der Erzieher geht trotz Arbeitgeber-Angebot weiter

Der Kita-Streik geht weiter. Verdi will mit den Erziehern trotz Arbeitgeber-Angebots den Arbeitskampf fortsetzen.
Der Kita-Streik geht weiter. Verdi will mit den Erziehern trotz Arbeitgeber-Angebots den Arbeitskampf fortsetzen.
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Was wir bereits wissen
Der Kita-Streik geht in die vierte Woche. Trotz eines Angebots der kommunalen Arbeitgeber, will die Gewerkschaft Verdi den Streik nicht aussetzen. Anfang der Woche sollen allerdings wieder Gespräche zwischen den Tarifparteien stattfinden.
  • Kita-Streik der Erzieher geht trotz neuem Angebot der Arbeitgeber weiter
  • Gewerkschaft Verdi plant neue Demonstration
  • Bei vielen Eltern ist nach drei Wochen Kita-Streik die Schmerzgrenze erreicht

Essen.. Es war eine kleine Hoffnung, die die vom Kita-Streik leidgeplagten Eltern hatten. Wenn die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) ein gutes Angebot vorlegen würden, könnte der Streik der Erzieher und Sozialarbeiter kurzfristig ausgesetzt werden.

Nun haben die Arbeitgeber am Donnerstag auf ihrer Mitgliederversammlung ein Angebot formuliert und an die Gewerkschaften geschickt, aber Verdi bewertete die Vorschläge lediglich als Zwischenstand, der weitere Gespräche ermögliche. Eine Grundlage, um den Streik in den Kitas auszusetzen, seien sie aber nicht, so Verdi-Sprecher Christoph Schmitz. Die VKA-Vorschläge würden nur die Situation eines sehr kleinen Teils der Beschäftigten verbessern.

Kita-Streiks könnten in die vierte Woche gehen

So gibt sich die Gewerkschaft im Streit um mehr Geld für Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst weiter unbeirrt. Auch am Freitag würden Betreuungseinrichtungen in NRW geschlossen bleiben, sagte NRW-Verdi-Sprecher Günter Isemeyer am Morgen. Sollten die Arbeitgeber nicht der Einladung zu weiteren Gesprächen am Montag in Berlin nachkommen, gehe der Streik anschließend in die vierte Woche. Am Dienstag will die Gewerkschaft in Düsseldorf mit einem Demonstrationszug vor den Landtag ziehen und dort eine Kundgebung abhalten, zu der auch Verdi-Chef Frank Bsirske erwartet wird, so Isemeyer. Man rechne mit einer breiten Unterstützung aus der Elternschaft.

Immer häufiger machen die Eltern in der Region ihrem Frust gegenüber den streitenden Tarifparteien Luft. So musste am Donnerstag auch in Duisburg eine Sitzung im Rathaus abgebrochen werden. Schreie und Pfiffe von rund 70 Kindern und Eltern von den Zuschauerrängen ließen keine Diskussion zu. Mehrfach hatten frustrierte Eltern in den vergangenen Tagen Aktionen in Rathäusern gestartet.

Kita-Streik wird auf dem Rücken von Eltern und Kindern ausgetragen

Nach drei Wochen Kita-Streik ist die Schmerzgrenze längst erreicht. "Dieser Arbeitskampf wird auf dem Rücken von Eltern und Kindern ausgetragen", beschweren sie sich. Dabei wird nicht nur die Politik zum Ventil des Ärgers. Für Zwillingsmutter Angela Allmann aus Dortmund ist das Maß schon lange voll. Die 39-Jährige ruft für den Montag zu einer Elternversammlung am Friedensplatz auf - und will die Gewerkschaft Verdi verklagen.

Bei Kundgebungen in Frankfurt und Hamburg demonstrierten am Donnerstag rund 30.000 Streikende für mehr Geld und Anerkennung. Insgesamt beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben am Donnerstag rund 50.000 Erzieher und Sozialarbeiter an den Arbeitsniederlegungen.

Kita-Streik Der unbefristete Streik läuft bereits seit dem 8. Mai. Dazu haben neben Verdi auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Deutsche Beamtenbund dbb aufgerufen. Sie fordern eine höhere Eingruppierung der bundesweit rund 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter, die laut Verdi zu Einkommensverbesserungen von im Schnitt zehn Prozent führen würde.

VKA-Präsident Thomas Böhle betonte, ernsthaft verhandeln zu wollen und Verbesserungen für die Beschäftigten in Aussicht gestellt. Die bisherigen Forderungen der Gewerkschaft seien aber nicht erfüllbar. (ik/dpa)