Kita-Streik - Arbeitgeber attackieren Verdi vor Verhandlung

Verdi-Chef Frank Bsirske macht im Kita-Streik den Eltern Hoffnungen, dass es bald zu einer Einigung zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaften kommen könnte.
Verdi-Chef Frank Bsirske macht im Kita-Streik den Eltern Hoffnungen, dass es bald zu einer Einigung zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaften kommen könnte.
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Was wir bereits wissen
Vom Kita-Streik betroffene Eltern hoffen am Montag, dass sich Arbeitgeber und Gewerkschaften näher kommen. Noch wollen die Erzieher weiter streiken.

Berlin.. Ungeachtet der Fortsetzung der Tarifverhandlungen für Kita-Erzieher und Sozialarbeiter in Deutschland gehen die Streiks vorerst weiter. Der Präsident des kommunalen Arbeitgeberverbands VKA, Thomas Böhle, bezeichnete dies am Montag in Berlin als völlig unverständlich.

Nach drei Wochen Kita-Streik setzen sich zwar die Arbeitgeber und Gewerkschaften am Montag ab 18 Uhr wieder an den Verhandlungstisch - der Arbeitskampf geht aber auch in Hessen vorerst weiter. Solange kein annehmbares Ergebnis vorliege, werde weiter gestreikt, sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Kita-Streiks Der Verdi-Chef Frank Bsirske rechnet bei den Tarifverhandlungen für Erzieher und Sozialarbeiter im öffentlichen Dienst allerdings mit einer Annäherung zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern. Betroffenen Eltern machte er Hoffnung: "Sie können erwarten, dass die Tarifparteien aufeinander zugehen." Allerdings werde man nicht einknicken. "Solange kein annehmbares Ergebnis der Verhandlungen vorliegt, streiken wir weiter." Verdi-Sprecher Christoph Schmitz sagte der Deutschen Presse-Agentur, Ziel der Gewerkschaft sei, zu einer Einigung zu kommen. "Das Problem ist, dass die Positionen noch sehr weit auseinanderliegen."

Unbefristeter Kita-Streik der Erzieher geht in die vierte Woche

Böhle vom Arbeitgeberverband sagte: "Die Geduld und das Verständnis der Eltern für diesen Tarifkonflikt sind vollkommen zu Recht restlos aufgebraucht." Die Gewerkschaften sollten die Dauerbelastung von Kindern und Eltern beenden und sich auf die Verhandlungen konzentrieren, forderte er. Der unbefristete Streik läuft seit dem 8. Mai.

Der unbefristete Kita-Streik läuft seit dem 8. Mai. Die Gewerkschaften fordern eine höhere Eingruppierung der bundesweit rund 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter. Das würde laut Verdi zu Einkommensverbesserungen von im Schnitt zehn Prozent führen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände hat nach Darstellung seines Präsidenten Thomas Böhle Verbesserungen für rund die Hälfte der Beschäftigten vorgeschlagen: Erzieher mit besonderen Aufgaben bekämen demnach bis zu 443 Euro mehr im Monat, Leiter von Kitas 448 Euro. (dpa)