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Kirchenferne SPD-Genossen gründen Gruppe

15.10.2010 | 21:37 Uhr
Kirchenferne SPD-Genossen gründen Gruppe

Essen.Der Arbeitskreis „Christen in der SPD“ bekommt Konkurrenz. Heute gründen in Berlin SPD-Mitglieder offiziell die Gruppe „Laizisten in der SPD“. Sie wollen eine strikte Trennung von Staat und Religion.

„Die SPD hat in der letzten Zeit ihre kritische Distanz zur Kirche verloren“, findet einer der Initiatoren der Laizisten-Gruppe, Nils Opitz-Leifheit. Ende des 19. Jahrhunderts gab es einen ausgeprägten atheistischen Flügel in der SPD. Erst mit den Überläufern aus der Gesamtdeutschen Volkspartei, die sich der SPD anschlossen – unter anderem Johannes Rau und Gustav Heinemann – näherte sich die SPD der Kirche an.

„Kirche ist nicht par excellence ein politischer Gegner“, stellt Opitz-Leifheit, parlamentarischer Berater der SPD für Agrar-, Umwelt- und Energiepolitik im baden-württembergischen Landtag, klar, „aber auch kein Kooperationspartner, der sich aufdrängt.“

Moslems und Buddhisten

Besonders gestört hat den Initiator die fehlende Kritik der SPD im Missbrauchsskandal der Kirche. Auch den Gegenwind der Sozialdemokraten, als Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit sich für einen Ethik- statt für einen Religionsunterricht aussprach, fand Opitz-Leifheit „nicht in Ordnung“. Denn genau das ist es, was die „Laizisten“ wollen. Auch die Theologenausbildung solle die Kirche tragen, nicht der Steuerzahler, so ein Vorschlag.

Rund 400 SPD-Mitglieder interessieren sich laut Opitz-Leifheit, selbst konfessionslos, für die „Laizisten“, die demnächst ein Arbeitskreis werden sollen. Ob der Parteivorstand dem Antrag auf einen Arbeitskreis zustimmen wird, ließ er auf NRZ-Anfrage offen. „Die Mehrheit ist konfessionslos, aber wir haben ebenso Juden, Moslems und Buddhisten“, sagt Opitz-Leifheit. Auch die ehemalige Bundestagsabgeordnete Ingrid Matthäus-Maier aus NRW ist dabei.

Denise Ludwig

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Kommentare
16.10.2010
21:20
Kirchenferne SPD-Genossen gründen Gruppe
von StellaMaris | #36

Sitzen die Bischöfe schon in der Redaktion und löschen Beiträge die auf die unappetittliche Vergangenheit und Gegenwart des Reichskonkordats hinweisen? Wenns ums Geld geht, hört der Spaß auf, gelle? Das ist viel schlimmer als die Thematisierung von Mißbrauch durch Geistliche. Am Portemonnaie tuts richtig weh.

16.10.2010
19:37
Kirchenferne SPD-Genossen gründen Gruppe
von Echter Sozi | #35

#11 von orbit
Keine Ahnung aber den Mund aufmachen !!!!:
http://die-linke.de/partei/weitere_strukturen/weitere_zusammenschluesse/ag_christinnen_und_christen_bei_der_partei_die_linke/positionspapier_2010/

16.10.2010
17:56
Kirchenferne SPD-Genossen gründen Gruppe
von StellaMaris | #34

@33 auch keine schlechte Idee! Eine Denksportaufgabe: was ist schwieriger - Trennung von Kirche und Staat, oder Trennung von Wirtschaft und Staat? :))

16.10.2010
17:47
Kirchenferne SPD-Genossen gründen Gruppe
von zwischendenzeilenlesender | #33

sollte man nicht lieber die trennung von wirtschaft und politik fordern??

16.10.2010
17:43
Kirchenferne SPD-Genossen gründen Gruppe
von zwischendenzeilenlesender | #32

AUAauaAUA!! WAS FÜR SELTSAME ERGEBNISSE DIE SINKENDEN UMFRAGEERGEBNISSE VERURSACHEN!!

16.10.2010
17:42
Blockierter Kommentar.
von harry pachty | #31

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

16.10.2010
16:20
Kirchenferne SPD-Genossen gründen Gruppe
von Sozialer_demokrat | #30

Ich bin Kirchenmitglied, zahle Kirchensteuer und freiwilliges Kirchgeld. Aber ich bin für eine Trennung von Staat und Kirche. 36 % der Bevölkerung ist konfessionslos, es gibt ferner Moslems, serbisch-orthodoxe und russisch-orthodoxe Christen, Buddhisten und viele andere. Mit welchem Recht kann die evangelische und die katholische Kirche Privilegien beanspruchen? Ein Muezzin würde mich stören. Aber was ist mit Kirchenglocken? Warum können die Kirchen bestimmen, wer in katholischen oder evangelischen Krankenhäusern arbeiten darf? Die Krankenhäuser werden doch auch von konfessionslosen Steuerzahlern und Krankenversicherten finanziert. Was man den katholischen und evangelischen Kirchen gewährt, wird man den Moslems auf Dauer nicht verwehren dürfen.

16.10.2010
15:08
Kirchenferne SPD-Genossen gründen Gruppe
von rdp | #29

Gut! Endlich mal Leute in einer politischen Partei, die sich daran erinnern, dass im Grundgesetz klar die Trennung von Staat und Religion (gemeint waren die christlichen Kirchen) festgeschrieben ist.
Glaube also ist bitteschön jedermann gestattet; wie der preußische alte Fritz schon für seine Untertanen befand, jeder soll nach seiner Fasson selig werden, aber bitte ohne den leidigen Drang zur Missionierung, den ALLE Religionen haben.
Auch wenn das Abendland sicherlich eine christliche Tradition hat, nachdem es ja bereits im frühen Mittelalter die ersten Progrome gegen Juden gab, denen man erst alle Handwerke verbot und dann beanstandete, dass sie nur noch mit (Geld-)handel überleben konnten und die Hexen und Ketzer die heilige Inquisition auch meist nicht überlebt hatten (soviel zur Nächsten- und Friedens-Liebe der christlichen Religion mitsamt ihrer Kreuzzüge und heutigen evangelikalen Hassprediger in den USA), so gab es glücklicherweise doch ab ca 1700 die Zeit der Aufklärung.
Damit vollzog sich eine kritische Bewertung und Abkehr vom Dogma des Alleinseligmachenden Welterklärungsanspruchs, der anderen Religionen, speziell dem Islam, der in weiten Teilen noch im 7. Jahrhundert verhaftet ist, gut täte.
Dies schuf erst die Grundlage für eine wissenschaftliche Betrachtung der Welt ohne wie noch Galilei auf Glaubens- bzw. Kirchendogmen Rücksicht nehmen zu müssen. Dies wiederum ergab die Möglichkeit, die Natur und die Lebensgrundlagen der Menschen unvoreingenommen zu erforschen und zu verbessern, auch wenn das Handeln nach der leidigen falschen Bibelübersetzung von Luther, dass wir uns die Erde unterthan machen sollten, statt sie verantwortungsvoll zu nutzen, allmählich an Grenzen stösst.
Bei der ganzen leidigen Diskussion in der letzten Zeit über Christentum, Islam etc. geht vollkommen unter, dass der grösste Teil der hier lebenden Menschen zwar noch Kirchensteuern zahlt, aber außer zu hohen Festtagen mit Religion oder gar Glauben nichts mehr zu tun hat.
Darüber hinaus gibt es eine große Zahl Menschen, die endlich der wissenschaftlichen Erkenntnis folgt, dass Leben nicht von einem weißhaarigen, bärtigen MANN über den Wolken geschaffen wurde, sondern sich ganz ohne Schöpfungsakt aus Naturgesetzen entwickelt und auch diese nicht geschaffen werden mussten, sondern solche Schöpfungsüberzeugungen einer Zeit entstammen, als es nicht möglich war, die Welt besser zu erklären. Auch wenn wir heute vieles noch nicht wirklich verstehen (27% dunkle Materie, ca 70% dunkle Energie, nur 4-5% Materie, die für uns überhaupt erfahrbar und messbar ist!), so sind wir heute doch einen Schritt weiter, als viele Zurückgebliebene meinen und sich und uns weismachen wollen.
Der Gedanke jedenfalls, dass überzeugte Atheisten und Agnostiker bitte auch mal in der ganzen Diskussion vorkommen sollten, da sie einen guten Prozentsatz der Bevölkerung darstellen, geht meistens unter und es ist gut, dass ein paar Leute in der SPD sich darauf zurückbesinnen und diesem wissenschaftsorientierten Ansatz mal wieder Gehör verschaffen, statt sich auf eine mittelalterliche Diskussion über Religionen herabzubegeben.

16.10.2010
14:02
Blockierter Kommentar.
von StellaMaris | #28

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

16.10.2010
13:55
Blockierter Kommentar.
von Luis Leiermann | #27

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