Kirche will Rendite machen – aber nur ethisch korrekt

Bonn..  Ethisch korrekt investieren, dabei keine christlichen Grundsätze preisgeben – gleichzeitig aber die eigene Rendite und Liquidität nicht außer Acht lassen. So stellt sich die Katholische Kirche in Deutschland das Finanzgebaren ihrer Bistümer, Gemeinden und Hilfswerke vor. „Der Umgang der Kirche mit ihren Finanzen und ihrem Vermögen ist eine zentrale Frage für die Glaubwürdigkeit von Kirche insgesamt“, erklärte Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, in Bonn.

Der Leitfaden „Ethisch-nachhaltig investieren“, den Glück gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, präsentierte, ist auch eine Reaktion auf die Vorgänge im Bistum Limburg. Dort hatte die Affäre um die über 30 Millionen Euro teure Residenz des damaligen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst die Katholische Kirche in Deutschland in eine ernste Krise gestürzt.

Alle kirchlichen Einrichtungen müssten ihre Investitionen „an christlichen Wertvorstellungen“ orientieren, forderte Marx. Dabei gehe es nicht allein darum, mit den Zinsen und Erträgen „Gutes für die Menschen zu tun“, so der Oberhirte, sondern auch darum, beim Umgang mit den Finanzen die Auswirkungen auf die Umwelt und auf andere Menschen zu berücksichtigen, „besonders die Armen“.

Liste mit Ausschlusskriterien

In dem 40-seitigen Leitfaden wird die Bischofskonferenz auch konkret, was „mögliche Ausschlusskriterien“ für eine ethische Kapitalanlage sein könnten. Dazu gehören etwa Abtreibung und embryonale Stammzellenforschung, Atomenergie und Tierversuche, ausbeuterisches Umweltverhalten und Rüstung, Suchtmittel und Pornografie. Bei einem „Verstoß gegen ein Kriterium“, so heißt es in dem Leitfaden, dürfe „nicht in die Finanztitel betroffener Staaten und Unternehmen investiert werden“.