Kinderärzte: Bald zu wenige Notdienste

Essen..  Kinder- und Jugendärzte an Rhein und Ruhr schlagen Alarm. Durch die geplante Neuordnung des ärztlichen Notdienstes im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein soll es in einigen Städten keine eigene Versorgung mit einem kinderärztlichen Notdienst mehr geben. Für zehn Millionen Menschen stünden außerhalb der Sprechstundenzeiten bald nur noch 15 Notdienstambulanzen bereit. Eltern müssten dann mit kleineren Erkrankungen des Nachwuchses in die überlasteten Kinderkliniken ausweichen.

Der Vorschlag der zuständigen KV-Kommission sieht vor, dass es für Duisburg, Mülheim und Oberhausen nur noch eine Notdienstambulanz geben wird. Bislang, so Holger van der Gaag als Obmann der Mülheimer Kinderärzte zur WAZ, gibt es in jeder der drei Städte einen Dienst. Dies bedeute für viele in den drei Städten deutlich längere Fahrzeiten mit kranken Kindern zum Arzt.

Der Vorschlag steht am Mittwoch bei der KV-Vertreterversammlung zur Abstimmung. Hintergrund ist der Versuch, besonders in ländlichen Gebieten Ärzte aller Fachgruppen von der hohen Zahl der Notdienste zu entlasten und die Attraktivität des Landarzt-Berufs zu erhöhen. Nur in einzelnen Bereichen komme es laut KV zu einer verbesserten Versorgung.