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Syrien-Konflikt

140 Tote in Syrien – Terror dämpft Hoffnung auf Feuerpause

21.02.2016 | 21:39 Uhr
140 Tote in Syrien – Terror dämpft Hoffnung auf Feuerpause
US-Außenminister John Kerry und der russische Außenminister Sergej Lawrow haben sich auf Bedingungen für eine Feuerpause in Syrien geeinigt.Foto: Getty Images

Amman.  Die Außenminister der USA und Russlands haben sich auf eine Feuerpause im Syrien-Konflikt verständigt. Doch noch regiert der Terror.

Die Hoffnungen auf einen Waffenstillstand in Syrien mehren sich. US-Außenminister John Kerry sagte am Sonntag nach einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow, beide Länder hätten sich grundsätzlich auf die Bedingungen für eine Feuerpause geeinigt, die in den kommenden Tagen beginnen könnte. „Wir sind näher an einer Waffenruhe als je zuvor“, so Kerry.

Er gehe davon aus, dass US-Präsident Barack Obama und dessen russischer Kollege Wladimir Putin in den kommenden Tagen über weitere Details sprächen. In dem Bürgerkriegsland erklärten sich Opposition und Regierung bereit, die Kämpfe einzustellen. Beide Seiten knüpften dies jedoch an Bedingungen.

Machthaber Assad: Zu Waffenruhe bereit

Die Opposition forderte eine Garantie der Vereinten Nationen, dass Russland seine Angriffe einstellt. Alle Seiten sollten die Kämpfe gleichzeitig beenden. Die Regierung müsse Gefangene freilassen, teilte das Hohe Verhandlungskomitee mit. Weitere Voraussetzungen seien ein Ende der Belagerungen und ein freier Zugang für Hilfsorganisationen.

Syriens Staatschef Baschar al-Assad erklärte sich in einem Interview der spanischen Zeitung „El Pais“ ebenfalls zu einer Waffenruhe bereit. Voraussetzung sei, dass „Terroristen“ diese nicht ausnutzten. Zudem dürften die Aufständischen keine Unterstützung aus dem Ausland mehr erhalten. Die syrische Führung sieht alle Rebellen, die gegen sie kämpfen, als Terroristen an.

In München hatten sich die Kriegsparteien Mitte Februar auf eine Waffenruhe geeinigt, die eigentlich am Freitag in Kraft treten sollte. Dies ist bis jetzt nicht geschehen. Die syrische Armee greift weiter mit russischer Luftunterstützung Stellungen von Rebellen an.

Mehr als 140 Tote bei Terroranschlägen

Trotz der Bemühungen für eine Waffenpause geht der Terror in Syrien weiter. So kamen nach Erkenntnissen der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag bei Bombenanschlägen in der Hauptstadt Damaskus und in Homs insgesamt mehr als 140 Menschen ums Leben. Bei den Bombenattentaten, zu denen sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Online-Botschaften bekannte, wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle zudem zahlreiche weitere Menschen verletzt.

Allein bei einer Reihe von Bombenexplosionen in einem Vorort von Damaskus kamen nach Angaben von regierungsnahen Medien und Beobachtern Dutzende Menschen ums Leben. Insgesamt seien vier Bomben explodiert, berichtete das staatliche syrische Fernsehen am Sonntag. Nach Angaben von Augenzeugen ereigneten sich die Detonationen im Viertel Sajeda Seinab. Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von einem Anschlag mit Autobomben und Selbstmordattentätern. (rtr/dpa)

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2016-02-21 21:39
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