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Zukunftskommission

Kernfusion soll NRW an die Spitze bringen

25.05.2009 | 17:49 Uhr

Bildung und Spitzentechnologie - damit soll NRW ganz vorne landen. So sieht es die von Ministerpräsident Rüttgers beauftragte Zukunftskommission. Sie setzt vor allem auf Kernfusion: NRW solle alles daran setzen, dafür den ersten kommerziell nutzbaren Reaktor zu bauen. Und zwar möglichst schnell.

Was braucht NRW für eine gute Zukunft? Wohlstand, Sicherheit, Arbeitsplätze. Wie kommt man dahin? Mit Bildung und Spitzenforschung. Was braucht es dafür? Eine Menge.

Die Fertigung des Plasmagefäßes für einen Fusions-Versuchsreaktor (Foto: Max-Planck-Institut für Plasmaphysik, IPP)

„Wie wollen wir in Zukunft leben” – so etwa im Jahre 2025? Diese Frage hatte NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) einer Runde von Experten gestellt, die sich anschließend als „Zukunftskommission” an die Arbeit machten. Drei Arbeitsgruppen unter der Leitung von Kommissions-Chef Lord Ralf Dahrendorf und seinem Stellvertreter Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ-Mendiengruppe, formulierten Vorschläge zu den Themenfeldern „Wachstum und Wohlstand”, „Beschäftigung” sowie „Integration und Lebensqualität”. In wenigen Wochen soll der Abschlussbericht der Zukunftskommission dem Ministerpräsidenten überreicht werden.

Spitzentechnologie soll gefördert werden

Ein Bereich, den die Experten aus Wirtschaft, Bildung und Forschung als zentral herausstellten, ist die Förderung von Spitzentechnologie in NRW, etwa die Kerntechnik – denn: „Innovation ist ein Treiber des Wachstums.” Dafür müsse das Land zahlreiche Voraussetzungen erfüllen: Im Jahr 2025 brachte die „Konzentration auf Kernbereiche und eine bessere Vernetzung den Durchbruch”, setzen die Experten voraus.

Zudem hat das Land seine Forschungsaufwendungen auf drei Prozent des Bruttoinlandprodukts gesteigert, alle privaten Anstrengungen in Forschung und Entwicklung wurden verdoppelt. Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten enger zusammen, der internationale Austausch ist rege. Zudem hat NRW den Facharbeiterengpass beseitigt, Experten aus anderen Bundesländern sowie aus dem Ausland angelockt und das Bildungssystem verbessert. „Getreu dem Motto: NRW kann es sich nicht leisten, auch nur ein Talent zu vergeuden, wurde keiner zurückgelassen. In sozial schwachen Gegenden wurden die Bildungsanstrengungen mehr als verdoppelt”, heißt es optimistisch in der Prognose.

Neubau eines Atomkraftwerks denkbar

Die führende Position des Landes wird im Jahr 2025 besonders im Energiebereich sichtbar. „Flaggschiffe sind die CO2-arme Kohleverstromung und der weltweit erste Prototyp eines Fusionskraftwerkes.” Längere Laufzeiten von Kernkraftwerken in anderen Bundesländern waren – aus der Zukunft gesehen – erforderlich, um die Erforschung alternativer Energien voranzubringen, CO2 zu vermeiden und die Entwicklungsarbeit am Fusionsreaktor voranzubringen.

Ein Mix aus Energieeinsparungen, effizienter Nutzung der Kohle sowie regenerativer Energiequellen „stellt den weltweit besten Kompromiss zwischen Kosten, Versorgungssicherheit und Umweltschutz dar”, so die Experten. Denkbar wäre auch der Neubau eines konventionellen Atomkraftwerks in NRW.

Der erste Fusionsreaktor der Welt könnte in NRW stehen

Doch vor allem mit dem weltweit ersten Fusionsreaktor könnte das Land leuchten, hofft die Zukunftskommission. Derzeit entsteht in Südfrankreich ein erster Forschungsreaktor (ITER), der von fünf beteiligten Staaten sowie der EU mit mehr als fünf Milliarden Euro finanziert wird. In zehn Jahren könnte die erste Fusionreaktion zünden, hoffen die beteiligten Physiker, an eine kommerzielle Nutzung wäre ab 2060 zu denken.

NRW sollte „die erste kommerziell nutzbare Anlage” dieser Zukunftstechnologie anstreben, und das noch weit vor 2060. Dazu müsse das Land die Energieforschung stärker fördern, die Materialforschung für Komponenten eines Fusionsreaktors intensivieren und Kooperationen starten. Die Landesregierung sollte dem Vorhaben eine Frist setzen, eine „Deadline” und die Hälfte der Kosten übernehmen.

Der Bericht schlägt vor, diesem Projekt absoluten Vorrang zu gewähren, es müsste ein „Man-to-the-Moon-Projekt” sein – in Anlehnung an das von US-Präsident John F. Kennedy ausgerufene Apollo-Programm: 1961 hatte er angekündigt, binnen eines Jahrzehntes einen Menschen auf den Mond zu bringen. 1969 landete Apollo 11. – Ein hochfliegendes Vorbild für die Zukunft Nordrhein-Westfalens.

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Christopher Onkelbach

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Kommentare
20.04.2009
18:58
Kernfusion soll NRW an die Spitze bringen
von Hinz Kunz | #2

Derzeit entsteht in Südfrankreich ein erster Forschungsreaktor (ITER) ist natürlich Quatsch. Allein in Deutschland gibts ein paar, in England, in Amerika und was weiß ich wo sonst noch. Wieso schreib so ein ************* ein Erster, wenn er eigentlich keinen blassen Schimmer hat. Tschuldigung, aber das ist selbst mir als Laien direkt ins Auge gesprungen.

20.04.2009
00:18
Kernfusion soll NRW an die Spitze bringen
von mausefritzchen | #1

Und am besten mitten in der schönen neuen Metropole Ruhr, das supergeile Zukunfts-AKW, das keiner haben will außer den Betreibern! Der Fusions-Reaktor muss hinein! Unbedingt und möglichst schnell, ganz wie der Tenor des obigen Artikels nahelegt. Dessen Überschrift könnte auch lauten: Wie verkaufen wir den Deppen bloß zukünftig die Kernkraft?

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