Kenia unter Schock: Gezielter Angriff auf christliche Studenten

Nairobi..  Nach dem Angriff auf eine Universität in Kenia mit fast 150 Toten hat die somalische Islamisten-Miliz Al-Shabaab dem ostafrikanischen Nachbarland mit weiteren schweren Anschlägen gedroht. „Kenia, Du wirst weitere tödliche Attacken erleben“, sagte ein Sprecher der Gruppe gestern im der Miliz nahestehenden Radiosender Andalus. Die Al-Shabaab fordert den Abzug kenianischer Streitkräfte aus Somalia. „Es wird keinen sicheren Ort für Kenianer geben, solange das Land Truppen in Somalia hat“, erklärte Sheikh Ali Mohamud Rage.

Trotz ernstzunehmender Terrorwarnungen seit Beginn der Woche war das Tor zum Campus der Universität von Garissa nur von zwei Sicherheitsleuten bewacht, als mindestens vier schwer bewaffnete Mitglieder der somalischen Terrorgruppe Al-Shabaab am Donnerstagmorgen um halb sechs Uhr die Universität angriffen. Die beiden Wächter seien mit Handgranaten umgebracht worden, anschließend hätten die mit Sprengstoffwesten bekleideten Angreifer wild um sich geschossen, berichteten Augenzeugen. Studenten seien gefragt worden, ob sie Muslime oder Christen seien: Im ersten Fall wurden sie freigelassen, im zweiten Fall auf der Stelle erschossen oder als Geiseln genommen.

Die Angreifer bahnten sich einen Weg zu den Schlafsälen der Studenten, wo sie sich mit zahlreichen Studenten als Geiseln verschanzten. Einheiten des Militärs und der Polizei hatten inzwischen das Universitätsgelände umstellt, es gelang ihnen aber erst viele Stunden später, zu den Schlafsälen vorzudringen. Fast 600 Studenten gelang in der Zwischenzeit die Flucht, mehr als 70 von ihnen mussten verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Erst 15 Stunden später endete der Überfall mit dem Tod der vier Angreifer.

Die Al-Shabaab-Miliz verbreitet in Somalia und Kenia Angst und Schrecken. Seit Jahren kämpfen die Extremisten am Horn von Afrika für einen sogenannten Gottesstaat. Sie terrorisieren Christen und gemäßigte Muslime. Die Organisation hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida und kooperiert in Afrika auch mit den Islamisten von Boko Haram, die in Nigeria gegen die Zentralregierung kämpfen.