Multiresistente Keime

Keineswegs ohnmächtig

Ein Kommentar von Nina Grunsky

Ausgeliefert fühlen sich Patienten und Verbraucher ohnehin oft. Wenn es um multiresistente Keime geht, aber vielleicht noch mehr als sonst. Wer weiß schon, ob das Krankenhaus gut genug geputzt ist? Ob die Bronchitis wirklich nicht ohne Antibiotikum auszuheilen ist? Ob das Hähnchenbrustfilet unterm Küchenmesser mit Erregern besiedelt ist oder nicht?

Die Politik in Deutschland und Europa muss ihre Bürger vor der zunehmenden Gefahr noch besser schützen, so viel ist gewiss. Dass auch Reserveantibiotika, das bisher letzte Mittel gegen die multiresistenten Keime in der Tiermast abgenutzt zu werden droht, muss zum Beispiel dringend unterbunden werden. Dass Pharmafirmen keine neuen Mittel suchen, weil die Forschung nicht rentabel ist, kann nicht einfach tatenlos hingenommen werden.

Aber auch nicht, dass die Bürger ihre eigene Gesundheit – und die anderer – aufs Spiel setzen. Denn so ohnmächtig sind wir gar nicht im Kampf gegen die Keime. Jeder kann seinen Beitrag leisten: Beim Krankenbesuch in der Klinik gleich am Eingang die Hände desinfizieren. Hände waschen, in die Armbeuge husten, damit die Erreger niemanden gefährden, der selbst nicht genügend Abwehrkräfte hat. Und den Beipackzettel befolgen, wenn doch einmal Antibiotika verordnet werden.

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