Keine V-Leute des Verfassungsschutzes von der NSU
05.07.2012 | 06:53 Uhr 2012-07-05T06:53:52+0200
Vorerst Entwarnung: Der Untersuchungsausschuss des Bundestag findet in den Ermittlungsakten zur NSU keinen Hinweis, dass es Verbindungen zwischen den mörderischen Neonazis und dem Verfassungsschutz gab. Dieser Verdacht war nach der Vernichtung etlicher Akten laut geworden.
Entlastung für den Verfassungsschutz: Der Inlandsgeheimdienst hat keinen Mitwisser oder Beschuldigten der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund als V-Mann angeworben oder geführt. Das bestätigte am Mittwoch der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy, in Berlin.
Nach den Angaben des SPD-Politikers ist dies das Ergebnis einer ersten Prüfung von insgesamt 45 Aktenordnern zur sogenannten Operation "Rennsteig" , die der Verfassungsschutz den Mitgliedern des Ausschusses zur Verfügung gestellt hatte. Darunter waren auch Akten, die von einem Referatsleiter des Bundesamtes geschreddert worden waren, teilweise aber rekonstruiert werden konnten.
Die Terrororganisation NSU war im November vergangenen Jahres aufgeflogen. Die Gruppe lebte mehr als ein Jahrzehnt unentdeckt von den Sicherheitsbehörden im Untergrund und ermordete bundesweit zehn Menschen.
Weiterhin viele offene Fragen
Der Bundesverfassungsschutz habe insgesamt acht V-Leute im NSU-nahen Thüringer Heimatschutz (THS) geführt, sagte Edathy weiter. Zu jedem Informanten habe es eine Akte gegeben. Allerdings hätten die Parlamentarier nur eine einzige Akte "dem Anschein nach vollständig" erhalten vorgefunden. Die anderen sieben Unterlagensammlungen seien der Vernichtungsaktion im Verfassungsschutz nach Auffliegen der Terrorzelle zum Opfer gefallen und nur rekonstruiert vorgelegt worden.
Allerdings sah der Ausschuss noch viele Fragen offen. "Vollständige Entwarnung kann ich noch nicht geben", sagte der Grünen-Obmann Wolfgang Wieland. Zu klären sei etwa, ob der Verfassungsschutz möglicherweise Quellen im Umfeld der NSU geführt habe, die nie in Akten dokumentiert worden seien. Dies müsse der scheidende Verfassungsschutzchef Heinz Fromm bei seiner Aussage vor dem Ausschuss am Donnerstag klären. Ähnlich äußerte sich die Linken-Abgeordnete Petra Pau.
Abgeordnete fordern weitere Aufklärung
Der Obmann der CDU/CSU, Clemens Binnninger, nannte das Offenlegen der Akten durch den Verfassungsschutz ein Novum in der deutschen Sicherheitspolitik. Er kritisierte jedoch, dass sich die Behörde mit dem Vorlegen der Unterlagen so lange Zeit gelassen habe.
SPD-Obfrau Eva Högl betonte, dass es sehr wichtig gewesen sei, die Akten zu sehen, um Verschwörungstheorien den Boden zu entziehen. Sie kündigte zudem an, dass der Untersuchungsausschuss noch mal die Akten einsehen müsse.
Grünen-Obmann Wieland betonte, dass das Schreddern durch die Rekonstruktion der Akten nicht "geheilt" worden sei. Die Unterlagen seien immer noch unvollständig gewesen. Der für die Schredderaktion verantwortliche Referatsleiter des Verfassungsschutzes müsse bei seiner für Donnerstagmorgen geplanten Vernehmung vor allem die Motivation für sein Verhalten erklären.
Strafanzeige gegen den Verfassungsschutz
Hinterbliebene der NSU-Opfer zeigten den Bundesverfassungsschutz wegen der Schredderaktion unterdessen an. Es sei am Mittwoch eine Strafanzeige wegen Urkundenunterdrückung eingegangen, sagte ein Sprecher der Karlsruher Bundesanwaltschaft. Erreicht werden solle unter anderem ein Durchsuchungsbeschluss für die Räume des Bundesverfassungsschutzes.
Zudem stehen dem Inlandsgeheimdienst grundlegende Veränderungen bevor. Der Ruf nach Reformen kam am Mittwoch aus allen Parteien. Während Linkspartei, Grünen-Chefin Claudia Roth und die Türkische Gemeinde gar über eine Abschaffung des Verfassungsschutzes nachdenken, sehen Koalitionspolitiker die Verantwortung vor allem bei den Ländern.
Auch in Bayern wird sich derweilen nun ein Untersuchungsausschuss mit den Ermittlungspannen befassen. Das Gremium wurde am Mittwochabend vom Landtag eingesetzt. Es ist damit der vierte parlamentarische Ausschuss, der den Fall untersucht. (dapd/afp)

12:50
Welch eine Überraschung! Hat denn wirklich jemand geglaubt, dass der knietief im braunen Sumpf steckene Verfassungsschutz irgendetwas in diese Richtung präsentiert hätte? Glaubt denn wirklich jemand ernsthaft an einen Selbstmord von Böhnhardt und Mundlos? Wurde das mal sorgfältig untersucht? Die wurden umgenietet, bevor sie plaudern. Das Schweigen von Zschäpe ist für einige Verfassungsschützer -und auch Politiker- von großer Wichtigkeit.
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kurze zeit nach dem auffinden des wohnwagens wurde schon ueber tagesschau und phoenix verbreitet dass es sich um selbstmorde handelt ... da hat das CSI spezialkommando aus eisenach wohl rekordverdaechtig schnell gearbeitet - alle achtung ... ;)
12:38
Die sind besser als der STASI .....:
Die Akten sind nicht wiederherstellbar ........
11:07
Das ist ja eine Logik für Bekloppte: In den Ermittlungsakten finden sich keine Hinweise auf Kontakte des Verfassungsschutzes zum ominösen NSU - und genau die Akten, die das vermutlich belegen konnten sind durch einen "bedauerlichen Bürofehler" beim Verfassungsschutz "leider" vernichtet worden.
Was für konkrete Beweise liegen denn nun - überhaupt - beim BKA und beim Generalbundesanwalt in der Angelegenheit NSU vor?
11:07
Das behaubtet jedenfalls ,laut Bild-Online , Stepan Aust (ehm. Spiegel Chefredakteur) in der "Zeit".
Wenn dem so ist sollte man sich vieleicht mal von der verharmlosenden Phrase "auf dem rechten Auge blind" verabschieden. "Den Rechten den Rücken frei gehalten" trifft es dann wohl ehr.
Wenn man sich mit der Geschichte des Verfassungsschutzes auseinandersetzt findet man schnell heraus ,daß die ersten Leiter des Dienstes eine SS-Vergangenheit hatten und dann wundert einen gar nichts mehr.
11:03
Wenn man die bratbirnigen und amöbenhirnigen braunen Verbrecher auf dem Foto sieht, möchte man am liebsten die Kalaschnikow auspacken ............
Der sozialistische Stallgeruch müsste dir doch eigentlich gefallen
#5-1
IHNEN empfehle ich einen Geschichtskurs !
Hä, welches Geschichtsbuch soll denn jetzt schon diese recht Sozialistische Terrorgruppe behandeln? Hab nur was über die links sozialistische RAF gefunden
10:07
Der Verfassungsschutz hat geschlampt. Das ist bedauerlich, hätte man in diesem Fall vielleicht ein paar Leben retten können. Und richtig ist es, dass geprüft wird, wo die Fehler gemacht wurden. Die nun aufkommenden Forderungen aber zeigen, dass es bei der ganzen NSU-Sache nicht im Geringsten um die getöteten Personen geht. Schließlich werden regelmäßig Leute aufgrund niederer Beweggründe umgebracht, leider von den für Linke falschen Tätern. So ist die ermordete Türkin nur dann nützlich und bedauernswert, wenn es statt der eigenen Familie der Nazi von nebenan war. Dann aber laufen Linke zu neuen Höchstformen der Empörung und Empathie auf und stellen ganz nebenbei noch ein paar praktische Forderungen wie z. B. die Anschaffung des VS.
Viel gefährlicher sind allerdings die Forderungen der anderen linken Parteien, denn hier soll der nächste Griff nach noch mehr Macht und Einfluss der herrschenden Politclique auf Kosten der Bürger stattfinden: die Forderung nach einem „Umbau“ des Verfassungsschutz, besetzt mit Leuten, die nicht „aus dem System“ kommen, womit gemeint ist, dass nun Partei-hörige Marionetten eingesetzt werden sollen, die beim Thema Verfassungsbruch zwar nicht mal einen Apfel von einem Fahrrad unterscheiden könnten, wohl aber wissen, wen ihre Herren gerne im VS-Bericht hätten.
kalle77,
will keiner mit dir diskutieren und du musst hier schon selbst antworten?
Wundert mich nicht, denn vielleicht können doch mehr Leute einen Apfel von einem Fahrrad unterscheiden, als du denkst!
Das ist keine Selbstantwort sondern die Fortsetzung, da nicht mehr ins Feld passt. Aber das kannst du nicht wissen, reicht doch dein Horizont für mehr als 2 Sätze nicht.
09:04
Geheimdienste sind Institutionen, die ein Eigenleben entwickeln, daß sich von der Politik - außer in totalitären Staaten - nicht kontrollieren läßt!
Dabei ist das Gedankengut der Mitarbeiter mit Sicherheit eher rechts ausgerichtet, was manchmal sogar dem nazistischen Gedankengut gefährlich nahe kommt!
Sie sollen ja den Staat vor gefährlichen politischen Strömungen schützen und diese Gefahren kommen für diese Leute eher aus der linken bzw. multikulturellen Richtung, nicht aber von - allerdings falsch verstandener - "deutsch-patriotischer" Seite!
07:52
nachdem Akten vernichtet wurden wundert es mich nicht, dass da nichts gefunden wurde
07:32
gehe mal davon aus das alle vorgelegten Akten letzte Woche neu erstellt wurden!