„Keine Polizei bei kleinen Straftaten“

Hagen..  „Kleine“ Straftaten sollten künftig nur noch als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Polizeikräfte müssten dann nicht mehr zum Einsatz kommen. Das fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Sie reagiert damit auf Herausforderungen durch Terror und Kriminalität, aber auch durch bevorstehende Pensionierungen. In den nächsten zehn Jahren werden allein in Nordrhein-Westfalen mehr als 3700 Einsatzkräfte fehlen.

Beleidigung, Sachbeschädigung und Schwarzfahren als Beispiele

Der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende und NRW-Landeschef Arnold Plickert sagte unserer Zeitung, Delikte wie Beleidigung, Sachbeschädigung oder „Erschleichen von Beförderungsleistungen“, also Schwarzfahren, könnten dazu zählen. In solchen „Privatklage“-Fällen seien zeitraubende Beweisaufnahmen durch Polizisten nicht nötig. Künftig soll nach Plickerts Ansicht eine Ahndung als Ordnungswidrigkeit reichen, wenn nicht Mehrfach-Täter am Werk seien. „Wir müssen das vom Verfahren her runterhängen“, meinte der Polizei-Gewerkschafter.