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Keine „Generation Chancenlos“

22.08.2010 | 19:53 Uhr
Keine „Generation Chancenlos“

Essen. „Generation Chancenlos“ – so nannte jüngst eine Wirtschaftszeitung die jungen Leute von heute. Aber das ist nicht mal die halbe Wahrheit. Experten wissen: Chancenlos sind in der Regel nur diejenigen, die keinen oder einen miserablen Schulabschluss haben oder die schlecht Deutsch sprechen.

„Die Politik hat große Fehler bei der Bildung gemacht.“ Das ist das Urteil von Gerhard Bosch, Direktor des Institutes Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Uni Duisburg- Essen. „Wir produzieren Bildungsverlierer. 40 Prozent der jungen Migranten haben keine Berufsausbildung. Weniger als jeder dritte Hauptschüler geht direkt in eine Ausbildung“, weiß der Professor. Fehlerquelle Nummer zwei sei, dass die Politik immer schlechtere Arbeitsbedingungen zugelassen habe: „Der Niedriglohnsektor wächst, in den Dienstleistungsberufen gibt es oft nur noch Minijobs. Wenn wir darauf nicht reagieren, wird es immer weniger normale ­Arbeitsverhältnisse geben. In Schweden und Dänemark ist das ganz anders. Wir sehen daran, dass die Politik diese Entwicklungen durchaus steuern kann, wenn sie das will.“

Ist Deutschland also in Europa das Schwarze Schaf in Sachen Jugendarbeitslosigkeit? Mitnichten. Das IAQ kann belegen, dass die Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen mit zehn Prozent nur knapp über der der Erwachsenen liegt. Zum Vergleich: In Frankreich ist jeder vierte Jugendliche arbeitslos gemeldet, in Spanien jeder Zweite. Überall dort, wo es duale Be-rufsbildungssysteme gibt, finden besonders viele junge Leute Lehre und Job. Das ist in Deutschland so, in Österreich, Dänemark und der Schweiz.

Oft sogar eine Bereicherung

Von einer „Generation Chancenlos“ will Norbert Woehlke von der IHK in Düsseldorf nichts wissen. „Wir haben hier einen super Aus­bildungs-Markt“, versichert der stellvertretende IHK-Geschäftsführer. „Auf einen Suchenden kommen rechnerisch 1,3 Stellen.“ Zwar seien die beschaulichen Zeiten für Berufstätige vorbei („Es wird nur noch selten so sein, dass einer bei der Firma XY anfängt und dort bis zur Rente bleibt.“), aber Veränderung und Arbeitsplatzwechsel seien ja nichts Schlechtes, „oft sogar eine Bereicherung“.

Woehlke erkennt ein ­„Passungs-Problem“: Berufswunsch und -angebot passten selten zusammen. „So viele Jungs wollen Kfz-Mechatroniker werden und so viele Mädchen Kosmetikerin. Und dann auch noch alle bei bekannten Unternehmen“, stellt Woehlke fest. Für ihn ist das die falsche Strategie. Sei Rat: „Bewerbt Euch bei Eurer Traumfirma, aber auch bei weniger bekannten Unternehmen. Und schaut, ob es nicht andere Ausbildungen gibt, die ganz nahe an Eurem Traum sind. In Deutschland gibt es nämlich 300 Ausbildungsberufe.“

Schiere Not im Betrieb

Dass das Handwerk noch „goldenen Boden“ hat, ver­sichert Alexander Legowski vom Zentralverband des deutschen Handwerks. „Die Chancen sind exzellent, zum Beispiel haben alle Berufe rund um Informationstechnologien oder Klimaschutz und Energie Konjunktur. Aber selbst im beliebten Friseurberuf sind immer noch Lehrstellen unbesetzt und gute Fachkräfte begehrt.“

In manchen Regionen herrsche schon die schiere Not in den Betrieben, weil der Lehr-Nachwuchs fehle. „Im äußersten Osten Deutschlands hat sich die Zahl der Schulab­gänger in zehn Jahren halbiert. In Potsdam bleiben bisher 600 Lehrstellen unbesetzt, in Cottbus 500. Alle Handwerkskammern haben in ihren Ausbildungsbörsen noch freie Plätze und das Ende August.“ Eine Konsequenz: Das Handwerk bietet Lehrstellen nun auch für Azubis aus Polen und Tschechien an. Kritik weist Handwerks-Präsident Otto Kentzler zurück: „Wer wochenlang ­vergeblich Anzeigen aufgibt oder Online-Jobbörsen bestückt, nutzt jede Chance, Mitarbeiter zu gewinnen – auch in Nachbarländern.“

Matthias Korfmann

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Kommentare
19.10.2010
16:56
Keine „Generation Chancenlos“
von Nadine | #9

Mir ist schon bei der Überschrift schlecht geworden.
Ich bin Deutsche mit einem guten Realschulabschluss, habe das Abitur gemacht.
Mehr als zwei dutzend Bewerbungen habe ich bereits geschrieben. Von vielen kommt keine Antwort. Diejenigen, die mich zum weiteren Verfahren eingeladen haben, sortieren mich irgendwann doch aus.
Nur die Besten der Besten haben noch eine Chance.
Wohlgemerkt: Die Berufe, auf die ich mich beworben habe, sind eigentlich auch für Realschulabsolventen gedacht.

09.09.2010
13:58
Keine „Generation Chancenlos“
von lilienthal | #8

Experten wissen: Chancenlos sind in der Regel nur diejenigen, die keinen oder einen miserablen Schulabschluss haben oder die schlecht Deutsch sprechen.


Da kann ich nur drüber lachen !

Als Umschüler mit Abi in der Tasche keine Chance !

Die Unternehmen suchen immer jemanden der Hochqualifiziert ist aber tatsächlich den Hof fegen soll.Am besten noch für umsonst !


Armes Deutschland !

Und gelogen wird in dem Bericht das sich die Balken biegen ! Aber auch typisch Deutscheland :-D

23.08.2010
16:43
Keine „Generation Chancenlos“
von vocansmortuos | #7

Artikel 2 GG:
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.
Da ist doch schon der Auszug aus dem GG. Wie haarklein wollen Sie dies denn noch haben?
Der 1€uro Jobber ist eine arme Sau..1. die Jobs sollen gemeinnützig sein und keine anderen Stellen kaputt machen.Was machen sie aber, Vollzeitstellen, Teilzeitstellen kaputt ( Ich spreche aus Erfahrung mit dem Gala Bau 2007 Dorstener Vestische Arbeit, die in Gladbeck einen ganzen Park angelegt haben.....)
Der Maßnahmeträger erhält für jeden 1 €uro Jobber zwischen 400 und 600 €uro pro Monat. Soviel erstmal dazu, wozu Steuergelder verschwendet werden.
2. Hartz IV Geschädigte zahlen auch Steuern und refinanzieren damit den regelsatz. undkommen sie mir bitte nicht damit, das man dies so nicht sehen kann. Zahlen diese denn keine Mehrwertsteuer beim Lebensmitteleinkauf, beim Licht anmachen, beim Kleidungskauf usw?
Die 1€uro Jobs sind aber eine Wettbewerbsverzerrung. Und das ist eine Tatsche. Schauen Sie sich dochmal richtig um, da sehen sie dann 1€uro jobber, die den Park fegen, die Laub aufsammeln, die die Straßen reinigen wofür eigentlich die Komune, die Stadt oder das land Volzeitstellen weggeschafft hat. Diese wurden dadurch vernichtet.
Wenn sie es mir nicht glauben wollen, dann googlen sie doch mal nach den 1 euro Jobs und wieviele Vollzeitsstellen davon schon vernichtet worden sind.
Aber wer keine Ahnung hat......

23.08.2010
09:03
Keine „Generation Chancenlos“
von RitterKokosnuss | #6

@Vocans: Wo steht eigentlich das Recht geschrieben im Grundgesetz, dass jeder ein Recht auf Essen, Wohnen und Trinken hat, so ohne eigenes Zutun? Das steht lt. Bibel nur den Vögeln in Wald und Feld zu. Wir sind eine menschliche Gemeinschaft auf Gegenseitigkeit. Wer kriegt muss auch geben, wer gibt darf auch nehmen.

Und die sogenannten 1 € JOBS sind doch das größte Propaganda-Verbrechen der Geld-Ausgeber-und-Schuldenmacher-Parteien SPDGRÜNELINKECDU. Da kriegt einer den H-IV-Satz und soll dann etwas dafür für die Gemeinschaft tun, die das ja finanziert. Und wenn dann ein EURO pro Stunde DRAUFGELEGT wird, ist das Sklaverei? Diese 1 €-Jobs sind ja gerade so gestrickt, dass sie am Markt keine Wettbewerbsverzerrung herbeiführen. Und genau das ist unredlich.

Da ist mir das dänische Modell schon lieber: Einfach und Gerecht! Und plötzlich sind Handwerks- oder Dienstleistungen wieder bezahlbar. Obwohl ich schon mit dänischen Geschäftsfreunden gesprochen habe, die sich als gut bezahlte Führungskräfte immer noch nicht den Maler leisten können, der ihre Wohnung renoviert, die machen das auch am Wochenende...Selbst!

23.08.2010
07:54
Keine „Generation Chancenlos“
von DKW | #5

#4 von Vocans

Dann rechnen sie bitte mal um was für einen Stundenlohn ein sogenannter 1€ Jober tatsächglich Brutto hat.
Dagegen ist der dänische Mindestlohn nichts.

23.08.2010
06:53
Keine „Generation Chancenlos“
von Vocans | #4

#1
Sie sollten mal dringenst das Grundgesetzbuch lesen. Das die Bürgerarbeit defintiv dagegen verstößt müßte jeden Menschen, der auch nur einen kleinen Gedankengang hat, klar sein.
Art 12

(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.
(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.
(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.

In Dänemark ist es aber so, das die Menschen da zu den ortsüblichen Tarifen ( Mindestlohn ) dann bezahlt werden. Verschweigen Sie nicht die Hälfte.
Erst das Gehirn einschalten, danach schreiben wäre bei Ihnen angebracht.
Bevor Sie mir antworten, lesen Sie bitte erst das GG, das SGB I, II; III, VII, X und XII. Danach dürften Ihnen sehr wahrscheinlich der Kopf so herumschwirren, daß Sie nicht mehr wissen wo vorne und hinten ist.

23.08.2010
03:54
Blockierter Kommentar.
von Bananenstaat | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.08.2010
22:53
Keine „Generation Chancenlos“
von rente mit 70 | #2

Recht haben sie.Sollte man mir noch 14 Tage Urlaub streichen,stelle ich das Arbeiten sofort ein!!!

22.08.2010
21:58
Keine „Generation Chancenlos“
von DKW | #1

Zitat:
in Schweden und Dänemark ist das ganz anders. Wir sehen daran, dass die Politik diese Entwicklungen durchaus steuern kann, wenn sie das will.“
Zitatende:

Von Dänemark weis ich, hier gibt es die Pflicht zur Arbeit.
Wer keinen Job hat, muss jede Arbeit annehmen und es wird jede Arbeit angenommen. Wer sich zu fein zum Straßenfegen ist, hat Pech. Es gibt kein Geld mehr. Geschenkt bekommt niemand etwas.
Nachdem Frau v.d.L. von Bürgerarbeit sprach, wurde hier direkt von geplanter Zwangsarbeit gesprochen.
Man sollte dänische Verhältnisse einführen.

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