Keine andere Wahl

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Völlig überraschend gibt die Schweizer Notenbank die Verteidigung ihrer Währung auf – und lässt den Franken gegenüber dem Euro drastisch aufwerten. Die Folgen für die Schweizer Wirtschaft dürften drastisch ausfallen: Deflation, Rezession, ein tiefer Fall deutete sich bereits gestern an der Börse mit starken Kursrückschlägen an. Der teure Franken hält Touristen fern und die Exportwirtschaft auf Sparflamme. Ein Fiasko.

Aber hatten die Schweizer Währungshüter eine Wahl? Nein. Wenn die Europäische Zentralbank in der kommenden Woche Hunderte Milliarden für den Ankauf von Staatsanleihen in den Markt pumpt, hätten die Eidgenossen ihre Währung ohnehin nicht mehr gegen den künstlich verbilligten Euro verteidigen können. Nichts geht mehr. Die Schweizer haben das Spiel der Finanzmärkte am Ende verloren – es hat eben doch seinen Preis, in der Mitte Europas auf den Euro zu verzichten.