Kein Stopp der Versuche mit genmanipulierten Pflanzen
23.05.2007 | 07:09 Uhr 2007-05-23T07:09:20+0200Düsseldorf/Borken. NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) hat ein Ende aller Versuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen in NRW entschieden abgelehnt.
Gleichzeitig forderte er aber den Betreiber des Versuchsanbaus im münsterländischen Borken auf, den Genmais auf seinem Feld umgehend unterzupflügen. Andernfalls werde der Regierungspräsident Münster dies per Ordnungsverfügung durchsetzen, sagte Uhlenberg.
In einer Landtagsdebatte verwies Uhlenberg darauf, dass das 1000 Quadratmeter große Feld mit Genmais in Borken den vorgeschriebenen Abstand von 150 Meter zu konventionellen Maisfeldern unterschreite. Deshalb habe das Bundessortenamt den Genversuch in Borken in der vergangenen Woche gestoppt. Grundsätzlich spreche sich NRW aber für eine "verantwortungsvolle Nutzung der Gentechnik aus", sagte der Minister.
Dagegen drängte Grünen-Geschäftsführer Johannes Remmel auf einen sofortigen Stopp aller Versuche. Uhlenberg habe jetzt die Chance, NRW dauerhaft Gentechnikfrei zu machen.
Dem hielt der CDU-Umweltexperte Friedhelm Ortgies entgegen, dass weltweit bereits auf 50 Milliarden Hektar Fläche gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden. "Sie können NRW nicht einmauern", so Ortgies.
Für den FDP-Experten Stefan Romberg muss die wissenschaftliche Begleitung des Genmais-Anbaus vor dessen Markteinführung stehen. Es sei aber nicht ökologisch, auf Genpflanzen zu verzichten, weil so deutlich weniger Pflanzenschutzmittel versprüht werden müssten.
Der CDU-Experte Heinrich Kemper verlangte eine "friedliche Koexistenz" von gentechnisch veränderten und konventionellen Pflanzen. Die Verbraucher müssten "Wahlfreiheit" haben.

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