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"Kein neuer Schröder"

20.06.2007 | 08:38 Uhr

INTERVIEW. Forsa-Chef Manfred Güllner führt die schlechten SPD-Umfragewerte auf die Unzufriedenheit der Wähler mit dem Personal zurück.

BERLIN. Die SPD sackt bei allen Meinungsforschungsinstituten ab. Forsa siedelt sie in der neuen Umfrage für "Stern" und RTL bei 25 Prozent an. Die NRZ fragte Forsa-Chef Manfred Güllner nach den Gründen.

NRZ: Herr Güllner, was ist los mit der SPD?

Güllner: Die SPD dümpelt seit langem unter 30 Prozent. Sie ist unter ihrem Ergebnis von 2005, was schlecht genug war. Viele, die damals weder Angela Merkel als Kanzlerin noch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer wollten, rangen sich noch einmal dazu durch, die SPD zu wählen. Jetzt sind sie irritiert. Über 40 Prozent von ihnen sagen heute, dass sie die SPD nicht wieder wählen würden. Sie sind mit der großen Koalition, mit dem Verhalten der SPD und nicht zuletzt auch mit ihrem Personal nicht zufrieden.

NRZ: Ihnen ist sicher nicht entgangen, dass die SPD mit Forsa ein Problem hat.

Güllner: Das ist deren Problem. Gucken Sie sich Bremen an. Die ARD hatte 42 Prozent vorausgesagt. Es wurden 37 Prozent.

NRZ: Nun hat sie ihren Stil geändert. Beim Mindestlohn gab es eine klare Kante. Ist es das, worauf die SPD-Anhänger gewartet haben?

Güllner: Der eine poltert, der andere redet von einem "Etappensieg". Das passt nicht zusammen. Außerdem kriegt man eine Volkspartei nicht mit einem Thema auf die Beine. Allein mit dem Mindestlohn wird der Vertrauensverlust nicht wettgemacht.

NRZ: Macht die Linke der SPD Probleme?

Güllner: Wenn nur ein Drittel der Wähler der Linken von der SPD kommen, tut es weh. Aber die Hauptströme führen nicht in die andere Parteien. Die Leute sagen, wir können die SPD nicht wählen. Sie bleiben zu Hause.

NRZ: Muss die SPD erst ein Format für Kurt Beck finden oder sollte sie sich eine neue Führungsfigur suchen?

Güllner: Ich kann nur sagen, dass sein Rückhalt bei den eigenen Leuten gering ist. Das sollte die SPD zur Kenntnis nehmen. Außerhalb seines Heimatlandes Rheinland-Pfalz ist der Befund eindeutig.

NRZ: Wer zieht besser als Beck?

Güllner: Sie haben noch keinen neuen Schröder gefunden. Beck ist es auf keinen Fall. (NRZ)

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