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Karstadt legt "Tarifpause" ein - Mitarbeiter sollen erneut verzichten

13.05.2013 | 18:33 Uhr
Karstadt legt "Tarifpause" ein - Mitarbeiter sollen erneut verzichten
Karstadt steigt aus dem Flächentarifvertrag aus.Foto: Ralf Rottmann

Essen.   Karstadt will sparen - dafür sollen einmal mehr die Mitarbeitern verzichten. Der Warenhauskonzern legt eine "Tarifpause" ein. Die bundesweit rund 20.000 Beschäftigten der Essener Kaufhauskette sollen auf mögliche Lohnsteigerungen aus der nächsten Tarifrunde für die Einzelhandelsbranche verzichten.

Der Warenhauskonzern Karstadt will bei den Gehältern der Mitarbeiter sparen. Die bundesweit rund 20.000 Beschäftigten der Essener Kaufhauskette sollen auf mögliche Lohnsteigerungen aus der nächsten Tarifrunde für die Einzelhandelsbranche verzichten. Karstadt werde „eine Tarifpause“ einlegen, teilte Karstadt-Personalchef Kai-Uwe Weitz mit. So solle „die vollständige Gesundung des Unternehmens“ erreicht werden. Der Ausstieg aus der Tarifbindung gelte zunächst bis zum Jahr 2015.

Vor wenigen Tagen haben im NRW-Einzelhandel die Tarifverhandlungen begonnen. Die Gewerkschaft Verdi fordert für rund 450.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie 250.000 „Minijobber“ in NRW 6,5 Prozent mehr Geld. Sollte Verdi in den nächsten Wochen Gehaltssteigerungen aushandeln, gehen diese voraussichtlich an den Karstadt-Mitarbeitern vorbei. Der Warenhauskonzern spare durch den Schritt in zwei Jahren geschätzte 36 Millionen Euro, hieß es aus Unternehmenskreisen.

Für verdi ein „Skandal“

Die Gewerkschaft Verdi reagierte mit scharfer Kritik auf die Ankündigung der Karstadt-Führung und sprach von einem „Skandal“. Verdi erinnerte an die Sparbeiträge der Belegschaft in den vergangenen Jahren und griff auch den Firmeneigentümer Nicolas Berggruen scharf an. Der deutsch-amerikanische Investor hatte Karstadt im Jahr 2010 aus der Insolvenz heraus gerettet. „Die Karstädterinnen und Karstädter haben seit 2004 mehr als 650 Millionen Euro in ihr Unternehmen investiert, der Milliardär Nicolas Berggruen dagegen so gut wie nichts“, sagte Stefanie Nutzenberger vom Verdi-Bundesvorstand.

Kaufhauskette
Karstadt bestellt Betriebsräte zu Krisentreffen ein

Die Warenhauskette Karstadt hat Betriebsräte aller Standorte am Montag zu einem Krisentreffen in der Essener Zentrale zusammengerufen. Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi bestätigte das Treffen. Die Kette soll nach nicht bestätigten Medienberichten unter deutlichen Umsatzeinbußen leiden.

Überraschend hatte der Konzern 350 Betriebsräte zu einem Treffen mit dem Management in Düsseldorf eingeladen. Bei Karstadt galt jahrelang ein Sanierungstarifvertrag. Zur Rettung des angeschlagenen Warenhauskonzerns verzichteten die Mitarbeiter auf Teile ihres Gehalts. Erst Anfang September 2012 war Karstadt zum Flächentarifvertrag zurückgekehrt. Um Kosten zu sparen, hatte der Warenhauskonzern vor etwa einem Jahr den Abbau von 2000 Arbeitsplätzen beschlossen.

Wettbewerbsgleichheit ist in Gefahr

Auch der Handelsverband HDE bedauerte die Entscheidung von Karstadt. HDE-Tarifexperte Heribert Jöris fürchtet auch um die Wettbewerbsgleichheit. Kaufhof, die zweite große Warenhauskette in Deutschland, zahlt Tariflöhne.

Ulf Meinke



Kommentare
14.05.2013
08:46
Karstadt legt
von ferdi23 | #9

the same procedure as last year...

Immer die gleiche Leier, erst sollen die Mitarbeiter verzichten, dann wird noch mal ordenlitch Kasse gemacht und der Laden geschlossen.

14.05.2013
08:38
Karstadt legt
von Broncezeit | #8

Marktbereinigung!

Es gibt zuviel Kaufhäuser, so einfach ist das.

2 Antworten
Karstadt legt
von opelaner63 | #8-1

Sie reden einen Quatsch daher! Ist doch kein Grund deshalb weniger Lohn zu zahlen.

Arbeitskraft ist Arbeitskraft!

Oh je...
von sellerieschubser | #8-2

Wieder einer, der von der Materie nicht die geringste Ahnung hat...

14.05.2013
08:15
Karstadt legt
von mar.go | #7

Es ist doch immer wieder das gleiche Spiel; die Mitarbeiter sollen Verzicht üben und noch mehr Verzicht üben. Nach monate- und jahrelangem Gezerre stehen sie dann letztendlich doch auf der Straße. Es ist mir ein Rätsel, wie vermeintlich gut ausgebildete Führungskräfte ständig so lange mißwirtschaften können, bis ein Unternehmen so hoffnungslos überschuldet ist, daß nur noch die Insolvenz sprich Massenentlassungen bleiben. Sollte man bei einem solchen Salär nicht die notwendige Weitsicht haben, Schwachpunkte und drohende Krisen früh genug zu erkennen. Das kann schließlich (fast) jede Hausfrau auch. Das mit den "Nieten in Nadelstreifen" ist schon ganz zutreffend.

1 Antwort
Was die Nieten angeht...
von sellerieschubser | #7-1

Das die Verzicht üben, ist nirgendwo zu lesen...

Management by Jeans: An den entscheidenden Stellen, sitzen die größten Nieten!

14.05.2013
01:00
Karstadt legt
von nussknacker | #6

Leute träumt doch nicht!
Karstadt endet wie die anderen Unternehmen (Opel) in der Insolvenz!
Nur, dass die Eigentümer zuvor richtig Kasse gemacht haben und die Belegschaft dafür bezahlt hat und nachher mit viel weniger darsteht!

UInd dieses wird auch noch von der Politik getragen, damit nachher alle Steuerzahler dafür aufkommen müssen!

1 Antwort
Sicherlich ist Karstadt tot!
von sellerieschubser | #6-1

Ich gebe Ihnen in Ihrer Argumentation vollkommen recht. Nur dauert das sterben um einiges länger als z.B. Schlecker und dürfte noch mehr Schaden anrichten...

Die "Manager" gehören für ihre "Entscheidungen" in Haftung genommen werden, wie ein persönlich haftender Inhaber. Dann würden einige Dinge anders geregelt werden... Vielleicht...

14.05.2013
00:25
Karstadt legt
von astor97 | #5

es ist schon erstaunlich, was in unserem Lande passiert.... ein Unternehmer reißt sich günstig einen Konzern unter den Nagel und lässt dafür die Mitarbeiter bluten... hach...Kapitalismus ist doch was feines.. wenn man dann zu dieser Spezies gehört.... schönen Tag noch...und.. es erinnert mich an die Politik..bzw. die Parteien...die mit den Staatsdienern nicht anders verfährt... gut gelernt....

14.05.2013
00:07
Karstadt legt
von fogfog | #4

wie sehen die gehälter der Geschäftsleitung aus??sind die in den letzten jahren überhaupt nicht gestiegen??die ausrede das man nur mit viel Geld gute Manager bekommt ist ja an der lage von Karstadt abzulesen. gutbezahlte nullen führen den laden.

13.05.2013
23:11
Karstadt legt
von Karlot | #3

Lustig!
Besonders jener Konzern, der darauf angewiesen ist, dass die Kundschaft gute Einkommen hat, senkt die Einkommen seiner Beschäftigten.

13.05.2013
20:43
Karstadt legt
von DU-Kersten | #2

Und genau dieser Herr Berggruen hat für die EU ein Konzept erarbeitet, das die abbauen soll - finanziert von EIB -
Die Summe soll auch noch gehebelt werden können.
Jetzt ist die Frage, wer von so einem Konzept eventuell profitiert.
Also die EU bezahlt Jugendliche, die dann für kleines Geld bei Karstadt eine Ausbildung erhalten.

13.05.2013
20:01
Karstadt legt
von Klug22 | #1

Wie nett ist das Wissen der Karstadt-Mitarbeiter, daß Verdi sich einen S... für die Mitarbeiter interessiert, wenn der Laden pleite geht! Ganz wie bei Schlecker, gibt es auch bei Karstadt tariflich gut bezahlte Mitarbeiter, die anschließend wg. der hohen Bezahlung bei der Konkurrenz nicht zu vermitteln sind!

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