Karstadt kommt Mitarbeitern bei Tarifverhandlung entgegen

In die Tarifgespräche bei der Warenhauskette Karstadt kommt Bewegung. Bislang verzichten die Mitarbeiter monatlich im Schnitt auf 120 Euro.
In die Tarifgespräche bei der Warenhauskette Karstadt kommt Bewegung. Bislang verzichten die Mitarbeiter monatlich im Schnitt auf 120 Euro.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Erstmals seit René Benkos Karstadt-Einstieg gab es in einer Sachfrage eine Einigung mit der Gewerkschaft. Verdi spricht von einem „positiven Signal“.

Essen.. In die Tarifverhandlungen bei der angeschlagenen Essener Warenhauskette Karstadt kommt Bewegung. Erstmals nach dem Einstieg des Investors René Benko gab es in einer wichtigen Sachfrage eine Einigung. Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, sollen die Beschäftigten der sechs Filialen, die geschlossen werden, mehr Geld erhalten.

Bislang verzichten die Karstadt-Mitarbeiter monatlich im Schnitt auf 120 Euro. Für die 330 Beschäftigten in den Schließungsfilialen soll nach dem Aus für die Häuser rückwirkend für zwölf Monate der Tarifvertrag gelten. Dies könnte einem Mitarbeiter im Schnitt mehr als 2500 Euro zusätzlich bringen, erklärte Peukes. Auch das Arbeitslosengeld steigt damit.

Verdi will bei Karstadt „Beschäftigte zweiter Klasse“ verhindern

Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes sprach von einem „positiven Signal“. Er zeigte sich gesprächsbereit, nun auch über einen „Zukunftstarifvertrag“ für alle Unternehmensbereiche zu verhandeln. „Es wird um ein Geben und Nehmen gehen“, sagte Peukes im Gespräch mit DerWesten.

Karstadt In einem Zukunftstarifvertrag müsse es unter anderem darum gehen, bei einer möglichen Vergabe von Karstadt-Verkaufsflächen an Fremdanbieter dafür zu sorgen, dass die dort eingesetzten Beschäftigten unter dem Karstadt-Dach nicht zu „Beschäftigten zweiter Klasse“ würden, teilte Verdi mit.

Die Tarifgespräche sollen nach Angaben von Verdi Anfang nächsten Jahres fortgesetzt werden. Bei den sechs Filialen, die geschlossen werden sollen, handelt es sich um die Karstadt-Häuser in Hamburg-Billstedt und Stuttgart, die K-Town-Filialen in Göttingen und Köln sowie die Schnäppchen-Center von Karstadt in Paderborn und Frankfurt/Oder.