Karlspreisträger Martin Schulz fordert ein starkes Europa

Aachen..  Europa muss nach Ansicht von Deutschland und Frankreich angesichts internationaler Krisen stärker zusammenstehen. Bei der Verleihung des Aachener Karlspreises an EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) warnten Bundespräsident Joachim Gauck und Frankreichs Präsident François Hollande vor einer ernsten Bedrohung für die Friedensordnung.

„Die europäische Gemeinsamkeit muss sich in der Gefahr als handlungs- und verteidigungsfähig erweisen, zumal die Gefahr wie im Falle des Terrorismus von innen und von außen gleichzeitig kommt“, sagte Gauck. Vor den Toren Europas gebe es Kriege und Konflikte – im Irak, in Syrien, in Libyen oder in der Ukraine. Frieden und Freiheit seien durch Nationalisten, Fanatiker und Terroristen bedroht. „Und immer wenn es um Fundamentales geht, ist es unerlässlich, dass wir als Europäer zusammenrücken.“

Warnung vor Rückfall ins Nationale

Schulz erhielt die Auszeichnung für seinen Beitrag zur Stärkung der europäischen Demokratie. Er warnte in seiner Dankesrede vor einem Rückfall in rein nationalstaatliche Interessen. Nur ein starkes Europa könne Frieden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verteidigen, sagte der SPD-Politiker. „Wer Hand an dieses Projekt legt, versündigt sich an der Zukunft der nachfolgenden Generationen.“ Als starke Gemeinschaft von Staaten garantiere Europa seinen Bürgern Rechte, für die Menschen in anderen Teilen der Welt auf die Straße gingen.

Europa trägt Verantwortung

Hollande betonte, Europa trage international Verantwortung. „Europäer zu sein, das heißt auch für Europa, in der Welt etwas zu tun. Für eine Politik einzutreten, die auch gegen Ungleichheit gerichtet ist.“ Es gehe auch um vorbeugende Schritte gegen Terrorismus, Konflikte und Kriege wie in Syrien, im Nahen Osten, Irak, Libyen und Afrika. Diese Konflikte berührten Europa heute schon.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel würdigte Schulz als Europäer mit Herz und Verstand. Niemand verteidige das Friedensprojekt Europa leidenschaftlicher und energischer gegen seine Kritiker. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, Schulz sei ein großer Europäer, der die europäische Demokratie maßgeblich mitgeprägt habe.