Kaolition glaubt an eine eigene Mehrheit für Euro-Rettungsschirm
25.10.2011 | 15:46 Uhr 2011-10-25T15:46:00+0200
Berlin.Die Koalition geht von einer eigenen Mehrheit aus. Eine Kanzlermehrheit sei aber kein Muss, heißt es. Die Spitzen der Unions-Fraktion bemühen sich um Geschlossenheit in den eigenen Reihen. Zwei Abgeordnete haben bereits ihr Nein angekündigt.
Regierungs- und Oppositionsfraktionen haben sich auf einen gemeinsamen Antragstext für die Abstimmung über den Euro-Krisenfonds EFSF geeinigt. Das verlautete am übereinstimmend aus Fraktionskreisen in Berlin. Damit dürfte eine breite Mehrheit bei der Abstimmung am Mittwoch im Bundestag gesichert sein.
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hatte noch kurz zuvor die Zustimmung seiner Fraktion (SPD) von der Vorlage eines "vernünftigen Text" des Entschließungsantrags abhängig gemacht. Endgültig entscheiden wolle die SPD über ihr Abstimmungsverhalten bei der Entscheidung über den Euro-Krisenfonds EFSF am Mittwoch im Bundestag erst in einer erneuten Fraktionssitzung am Mittwochmorgen vor der Debatte. Bei dem Votum geht es um die Ausgestaltung des Krisenfonds EFSF, der mittels so genannter Hebelmechanismen zusätzliches Geld zur Rettung kriselnder Euro-Staaten mobilisieren können soll.
Rösler glaubt an eigene Mehrheit
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler glaubt an eine schwarz-gelbe Mehrheit im Bundestag bei der Abstimmung über die umstrittene Ausweitung des Euro-Rettungsschirms EFSF . „Wir werden eine eigene Mehrheit bekommen“, sagte der FDP-Vorsitzende am Dienstag, einen Tag vor der Entscheidung im Parlament, in Berlin.
Auch FDP-Generalsekretär Christian Lindner rechnet mit einer Mehrheit der Koalition. „Die diskutierten Instrumente sind akzeptabel“, sagte Lindner am Dienstag. Ziel der EFSF-Ertüchtigung sei, „dass die Finanzmärkte beruhigt werden“ und „dass wir unsere gemeinsame Währung, den Euro, stabilisieren können“. Die Bundesregierung sei überzeugt, dass dieses Ziel erreicht werden könne, so Rösler.
Skeptiker in der SPD
Das Abstimmungsverhalten der SPD über die Wirkungsmechanismen des Euro-Rettungsschirm EFSF bleibt weiter offen. SPD-Haushaltspolitiker Carsten Schneider sagte am Dienstag dem Nachrichtensender N24, sein Abstimmungsverhalten hänge „davon ab, ob ich das für eine überzeugende Variante halte und ob ich die Risiken, die damit einhergehen, für vertretbar halte“. Auch dürfe das Risiko, dass Deutschland Geld verliere, nicht steigen. Er sei skeptisch, könne aber noch keine abschließende Entscheidung treffen. „Ich muss noch ein paar Experten anhören. Dazu werden wir eine Haushaltsausschusssitzung haben“, sagte Schneider weiter.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, beklagte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, Merkel streite mit den europäischen Partnern über die Ausgestaltung des Euro-Rettungsschirms und sei außen- und innenpolitisch nicht einmal mehr in Grundzügen zu einem planvollen Vorgehen in der Lage.
Kanzlermehrheit ist kein Muss
Die Spitze der Unions-Fraktion bemüht sich um Geschlossenheit in den eigenen Reihen. Gleichzeitig versuchte sie am Dienstag, die Erwartungen an eine Kanzlermehrheit zu dämpfen. Die CDU-Abgeordneten Wolfgang Bosbach und Klaus-Peter Willsch kündigten bereits an, mit Nein zu stimmen.
„Eine Kanzlermehrheit ist nicht zwingend notwendig. Wir brauchen eine Mehrheit im Deutschen Bundestag“, sagte CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt. Sie rechne mit einer eigenen Mehrheit der Regierung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werde auf keinen Fall geschwächt nach Brüssel fahren. Hasselfeldt machte erneut deutlich, dass die bisher geltende Haftungssumme für Deutschland von 211 Milliarden Euro nicht überschritten werden dürfe.
Zwei Abweichler sicher
Auch Unions-Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier (CDU) geht davon aus, dass die Regierung eine eigene Mehrheit erhalten wird. Der CDU-Politiker forderte die Opposition dennoch auf, sich „über Parteigrenzen hinweg zu positionieren“ und die Entscheidungen der Regierung mitzutragen. Altmaier bezeichnete weiter die Plenarbefassung des Bundestags als wichtig für die „politische Kultur“. Die Koalition habe am Montag darüber befunden, dass es sinnvoll sei, eine Debatte über den Ort der parlamentarischen Entscheidung - Haushaltsausschuss oder Plenum - gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Die CDU-Abgeordneten Bosbach und Willsch hatten bereits Ende September gegen die Erweiterung des Rettungsschirms auf 440 Milliarden Euro gestimmt. Bosbach sagte nun der „Rheinischen Post“: „Ich werde wieder mit Nein stimmen, denn alle diese Maßnahmen helfen nicht, das Problem auf Dauer zu lösen.“ Der CDU-Politiker forderte Griechenland zum Austritt aus der Eurozone auf.
CDU-Haushaltsexperte Klaus-Peter Willsch sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, er werde nicht zustimmen. „Es wird versucht, die übermäßige Verschuldung mit immer mehr Schulden zu bekämpfen. Das funktioniert nicht.“ Auch der CDU-Abgeordnete Patrick Sensburg sagte dem Blatt: „Die Unterlagen, die wir bisher gekriegt haben, die sind mau. Ich würde mir wünschen, dass wir dieses Riesen-Konvolut von Papieren so zeitig hätten, dass wir es dann auch studieren könnten.“
Chaotisches Krisenmanagement
Der FDP-“Euro-Rebell“ Frank Schäffler kritisierte ebenfalls die bevorstehende Abstimmung. Man wolle jetzt Italien an den Tropf hängen, deshalb werde am Mittwoch abgestimmt, sagte der FDP-Politiker am Dienstag im ARD-“Morgenmagazin“.
Die Koalition hatte sich erst am Montag für eine Abstimmung im Plenum des Bundestages und nicht nur im Haushaltsausschuss ausgesprochen, nachdem sie noch am Freitag entsprechende Vorstöße der Opposition zurückgewiesen hatte. SPD und Grüne warfen ihr deshalb ein chaotisches Krisenmanagement vor. (dapd)

12:01
Eine verantwortliche und unabhängige Berichterstattung zum Thema Rettungsschirm wäre z.B. in einem Artikel oder auch - meinetwegen - in einem Kommentar mal die Frage aufzuwerfen ,ob denn die derzeit diskutierte Struktur des Rettungsschirms -meines Wissens in Form einer Art Kreditausfallversicherung - genau das erreichen kann ,was man mit dem Rettungsschirm erreichen will.
Oder besteht nicht die Gefahr ,dass eine solche Kreditausfall -Versicherung die Begehrlichkeit der Spekulanten - genau auf den Eintritt eines Ausfalls zu wetten - nicht mindestens genau so nahe liegt?
Und man sollte auf Alternativen hinweisen ,die im politischen Raum zu diesem Rettungsschirm auch aufgezeigt wird.
Auch ,wenn diese Alternative von der Linken formuliert wird!
10:37
....und Morgen wird wieder Herr Steinbrück in hohen Tönen als Kanzlerkandidat angepriesen.
So funktioniert diese Presse.
Aber heute wird erst einmal die sogenannte Notwendigkeit der Zustimmung zum Rettungsfallschirm den Menschen in die Köpfe getrichtert. Man muss es nur oft genug wiederholen, damit die Bürger auf der Strasse dieses auch übernehmen. Wer die Menschen beeinflussen will, der muss in ihre Köpfe eindringen. Dieses nennt man auch Manipulation!
Ja, und heute ist ebenso zu lesen: Die Piraten halten ihre 10%.
Frage: Warum werden die Piraten so von der Presse aufgebaut ?
Wem zum Nutzen?
09:01
Wann macht unsere Regierung dass was sie in ihrer Amtseid geschworen haben?
Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.
Sind wohl alles nur hohle Phrasen.
Sie tun das Gegenteil und werden rechtlich nicht belangt.
Diese selbstgefälligen Egomanen sind nicht mehr wählbar.
Wann besinnt sich das deutsche Volk bei den Wahlen eine wirkliche Wende herbeizuführen?
08:58
#11 von kuba 4711: Sehr guter Kommentar. Vorige Woche konnte auch die WAZ nicht genug über die Linke hetzen. Über das Abstimmungsverhalten der Linken heute hält sich Herr Freudenreich bedeckt. Die Gleichschaltung der Presse hat längst begonnen.
23:41
... und Kauder sagt im Brustton der Überzeugung:
Morgen entscheiden wir über eine EINFACHE Sachfrage, es braucht keine Kanzlermehrheit ...
- Kann er nur so stereotyp oder gehts nur noch um sein (ihr) Amt?
22:13
weil es wichtig ist.
zeit fuer konstruktives, politik ist nur sogut wie ihr leitbild.....
das leitbild wachstum muss fallen.
es fuehrt zu einem systemkritischen fehler auf vielen ebenen einer globalen zivisilation.
das wachstum das wir generieren ist wie krebs... d.h
es zerstoert die demokratie , staaten .den planet....weil nun geldgier als leitfaden daraus geworden ist.
LEITBILD GESUNDUNG das ist dochmal ein faden der mitte fuer die naechsten 25jahre.
damit sollte frau merkel den hieb gegen die banken fuehren....
ansaetze sind schon da, es wird auf sicht schritt fuer schritt gemacht....wachstum.....
aber mit dem leitbild gesundung als globales leitbild kommt ruhe ins leben und man kann langfristige politik machen.
dieses leitbild wachstum hat ausgedient , und versagt .....am anfang war es notwendig jetzt generiert es aber nur systemkritische fehler.
der markt braucht regeln zur gesundung, was uns schadet wird abgeschafft auch bankensysteme...
es gibt immer einen weg.
beste therapie ein reset aller finanzmaerkte und neuordnung durch ethikkommissionen an den grossen boersen2.... eine weltbank und das schwarze peter spiel beenden.
latenzen an den boersen und bewertungen indizes von aktien, nicht nach gewinn indiziert sondern zum wohl der voelker....
gesundung der maerkte spiegelt sich auch dann in einem gesunden Weltbild wieder.
niemand wird den radikalen wachstums gewinn wahn nach 2005 wirklich nachtrauern.
ok die 1% vieleicht die wir dann umverteilen.
occupy muss nicht schnell sein darf aber mal radikal das leitbild veraendern fuer unsere welt.
21:41
Und wieder wird in der Berichterstattung weder die Linke erwähnt noch ihr etwaiges Abstimmungsverhalten dargestellt und noch viel weniger die Position der letzten verbliebenen politischen Opposition zum Thema erklärt!
Was hat dies mit freier Presse und demokratischer Gewalten-Kontrolle zu tun?
Ich komme immer mehr zu der Meinung ,dass unser gegenwärtiger politischer Zustand -zumindest was die veröffentlichte Meinung betrifft - ein post -demokratische ist!
19:44
LEIDER; LEIDER UND BEDAUERLICH !
18:57
@5
Weil diese Flachpfeifen selbstherrlich, egoistisch, macht- und postengeil sind und nur an ihren eigenen Profit interessiert sind. Sie brauchen sich nicht an Gesetze und Regelungen halten. Merkel als Oberhaupt hat doch einen guten Lehrmeister in Sachen die Bürger vear..., für blöd halten und kleinhalten. Dieser sprechende Hosenanzug kennt und will doch keine Demokratie Es wird allerhöchste Zeit, dass wir Steuerzahler auf die Barrikaden gehen.
18:47
zu #5,weil Deutschland eine Bananen Republick ist.Das Volk hat doch diese Speichellecker gewählt,also müssen wir uns auch von solchen Leuten verarschen lassen.