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Kanzlerin Merkel warnt Unternehmen vor Lohndrückerei

15.01.2013 | 13:06 Uhr
Kanzlerin Merkel warnt Unternehmen vor Lohndrückerei
Bundeskanzlerin Angela Merkel und DGB-Chef Michael Sommer trafen sich am Dienstag in Berlin zur Positionsbestimmung vor der Bundestagswahl.Foto: dapd

Berlin.   Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich mit der Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes getroffen, um Positionen vor der Bundestagswahl zu klären. Nachdem DGB-Chef Sommer die Politik der Kanzlerin vor dem Treffen lobte, revanchierte sich Merkel mit einer klaren Aussage für die Tarifautonomie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will unlautere Bedingungen für Arbeitnehmer in sogenannten Werkverträgen unter die Lupe nehmen lassen. Nach einem Treffen mit dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, sagte Merkel am Dienstag, das Thema gewinne durch die wachsende Zahl von Verträgen dieser Art immer mehr an Bedeutung. "Hier werden wir in Zukunft ein Auge drauf haben müssen, weil immer öfter auch Werkverträge ein Umgehungstatbestand sein können für vernünftige tarifliche Abmachungen."

Merkel würdigte zudem die Gestaltungsmacht der Gewerkschaften und ihrer Mitglieder. "Ohne unsere Tarifautonomie würde Deutschland heute nicht so dastehen, wie es dasteht. Und eine starke Säule sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im DGB organisiert sind", sagte die CDU-Vorsitzende am Dienstag bei der Vorstandsklausur des Deutschen Gewerkschaftsbunds in Berlin. Merkel und DGB-Chef Michael Sommer werteten das gut einstündige Treffen als intensiv und konstruktiv.

DGB will nach eigenen Angaben keine Wahlempfehlung aussprechen

Sommer sprach von einer "breiten Form der Debatte". Der DGB habe deutlich gemacht, "dass wir in diese Wahljahr die Themen von Arbeitnehmern transportieren" werden. Im Deutschlandfunk stellte Sommer überdies klar, dass der DGB keine Wahlhilfe für eine bestimmte Partei leisten wolle. Die Arbeitnehmer sollten darauf achten, was in den Programmen stehe und wie glaubwürdig die Kandidaten sind. Die derzeitigen Regierungsmitglieder von CDU/CSU und FDP hätten allerdings bewiesen, dass sie es "nun wirklich nicht können", kritisierte er. Doch auch mit Rot-Grün habe der DGB schlechte Erfahrungen gemacht. Wegen der Arbeistmarktreform Agenda 2010 habe gerade die SPD viel Vertrauen verloren.

Spitzentreffen
DGB-Chef Sommer lobt die Politik von Bundeskanzlerin Merkel

Kanzlerin Merkel trifft sich am Dienstag in Berlin mit der Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Hauptthemen: Die kommende Bundestagswahl und die Finanzkrise. Das Verhältnis von Merkel zu den Arbeitnehmervertretern gilt als entspannt. Vor dem Treffen zollte DGB-Chef Sommer der Kanzlerin Lob.

Merkel erklärte, "natürlich" habe sie mit Sommer über Mindestlöhne und den Kampf gegen Altersarmut gesprochen worden. Die grundsätzliche Problembeschreibung werde von beiden Seiten geteilt. "Wir müssen hier Antworten finden. Ich habe deutlich gemacht, dass die Bundesregierung die Absicht hat, hier gesetzlich noch tätig zu werden in dieser Legislaturperiode."

Am Abend wollte sich der DGB-Bundesvorstand unter Leitung von Michael Sommer beim baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) einfinden. Für Mittwoch ist SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bei den Gewerkschaftern eingeladen.



Kommentare
16.01.2013
19:10
Mutter Merkel warnt Unternehmen und droht mit Taschengeldentzug
von steckritzel | #13

"Und eine starke Säule sind die Arbeitnehmerinnen /en, die im DGB organisiert sind" so Frau Merkel.
Oh ja. Und starke Säulen tragen. Sie sind also Leistungsträger. Sie sind DIE LEISTUNGSTRÄGER.
Doch von einer kleinen reichen und einflußreichen Gruppe in diesem Lande wird dies anders gesehen. Und im Interesse dieser kleinen Gruppe wird von Merkel / Rössler Politik gemacht.
Wie ist das möglich?
Ganz einfach: Weil die Organisation der LEISTUNGSTRÄGER - der DGB- ein zahnloser Papiertiger ist, dessen Selbstverständnis nicht auf Gestaltungsmacht sondern auf Ordnungsfaktor selbstherrlich festgelegt wurde. Jahrelanges devotes Verhalten gegenüber den Regierenden hat diese DGB Apparat zum Bremsklotz und zum Büttel der sPD gemacht.
Sommer ist schon glücklich, wenn Merkel die Unternehmer mütterlich warnt.
Sommer ist der Typ, den Tucholsky in Die Verräter so gut beschreibt.

16.01.2013
12:11
Kanzlerin Merkel warnt Unternehmen vor Lohndrückerei
von Schwarz-Gelb | #12

Naja, es sorgt wenigstens für etwas Heiterkeit in der kalten Jahreszeit.

16.01.2013
12:00
Staatliche Presse
von wohlzufrieden | #11

Die Politiker halten mehr von Lohndrückerei ihrer Diäten. Denn wenn man etwas feste drückt, quellt es über...

16.01.2013
11:52
Kanzlerin Merkel warnt Unternehmen vor Lohndrückerei
von speldorferin | #10

zu Michael # 9 Können Sie mir sagen woher das Kraut kommt das Sie geraucht haben,habe selten einen so bekloppten Artikel gelesen.
Zu Frau Merkel etwas zu sagen ist eigentlich überflüßig , heute weht der Wind aus DGB-Kreisen also geht Sie mit,morgen kommen der BDI oder eine Bank und "Mutti" maschiert mit,getreu dem Motto der DDR-Genossen jedem nach dem Mund reden und du hast in Moment keine Probleme . Wer aber glaubt das Fau Bundesmutti auch nur eine Sekunde an die arbeitende Bevölkerung denkt der soll weiter Träumen.

16.01.2013
10:25
Kanzlerin Merkel warnt Unternehmen vor Lohndrückerei
von Michael_V | #9

Eine Verständnisfrage: Würde ein Gesetzt, die Löhne auf 80€/h zu heben Nutzen oder Schaden bei den Arbeitnehmern erzeugen? Und falls es Schaden erzeugen würde, weil DIESER Lohn "zu hoch" wäre, wie würden Sie den Effekt beschreiben, wie jener Schaden vonstattenginge? Falls es also einen "zu hohen" (=arbeitnehmerschädlichen) Lohn gibt, dann müsste es dann also einen "Ideallohn" geben, richtig? Davon gehe ich auch aus, man nennt diesen "Marktlohn" und dieser stellt sich ein, wenn sich der Staat nicht einmischt. Er signalisiert unter Anderem den Marktteilnehmern die jeweilige Knappheit einer Arbeit und zwingt diese, entsprechende zu reagieren. So wird Angebots- wie Nachfrageüberhang vermieden und die Kosten, welche am Schluss jeder über den Produktpreis bezahlen muss, werden minimiert, was indirekt die Kaufkraft stärkt. OK, in Deutschland ist jeder Wähler mindestens halber Sozialist und hat von solchen Zusammenhängen meist keinen blassen Schimmer.

16.01.2013
09:01
Kanzlerin Merkel warnt Unternehmen vor Lohndrückerei
von Pitti12 | #8

Was doch der Merkel so kurz vor der Wahl alles einfällt. Hallo?? Die SPD hat mit der Agenda 2010 (von der CDU/FDP beklatscht) die Rahmenbedingungen für das heutige Desaster geschaffen. Mit dem Aufweichen des Arbeitsmarktes, dem ungebremsten Zuzug von Billigkräften, Leiharbeit, Subventionierung der Arbeitsplätze, Aushebelung der Gewerkschaften, lockerung des Kündigungsschutzes usw usw. war die Richtung doch klar. Sich jetzt hinzustellen und auf betroffen zu machen, kann nur noch lachreize verursachen. Liebe Frau Merkel: Sie haben sich doch noch nie für die Menschen in diesem Land interessiert und sollten jetzt nicht damit anfangen. Unterstützen lieber weiter marode Banken und ein bankrottes Europa.

15.01.2013
20:58
Kanzlerin Merkel warnt Unternehmen vor Lohndrückerei
von Vermentina | #7

Oh, Madame Merkel meldet sich zu Wort?
Es scheint Wahlkampf zu sein.

15.01.2013
19:08
Kanzlerin Merkel warnt Unternehmen vor Lohndrückerei
von silera | #6

Von dem Zeug will ich auch was. Kann man nicht Lieferanten nennen ?

15.01.2013
18:13
Kanzlerin Merkel schafft es hin und wieder
von Ani-Metaber | #5

für Heiterkeit zu sorgen

15.01.2013
17:20
Gipfel - Treffen der Führer der vereinigten System - Blockpartei unserer banana republika
von kuba4711 | #4

Das Einzige , was man bei einer derartigen Propaganda - Veranstaltung der derzeitigen System - Opposition und der obersten Regierenden der christlichen Unionisten noch vermisst;das ist das rhytmische Beifall - Klatschen ,was der geschichtlich interessierte Zeitgenosse aus Jubel - Partei - Tagen der ehemaligen SED in der Ex - DDR so kennt.
Diese banana republika entwickelt sich zu einem Operetten - Staat ,dagegen sind die Dörfer von Potjemkin ein Dreck dagegen!

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