Kanzleramt bestellt wegen NSA-Affäre den US-Botschafter ein

US-Botschafter John B. Emerson - das Bild zeigt ihn auf dem Weg zu einem angenehmeren Termin in Duisburg.
US-Botschafter John B. Emerson - das Bild zeigt ihn auf dem Weg zu einem angenehmeren Termin in Duisburg.
Foto: Stephan Eickershoff
Was wir bereits wissen
Amtschef Altmaier verlangt Aufklärung über die Abhörpraxis der USA. Laut Berichten hat der Verbündete weite Teile der Bundesregierung ausspioniert.

Berlin.. Die neuen Enthüllungen über Abhöraktionen des US-Geheimdienstes NSA gegen Mitglieder der Bundesregierung verschärfen die Spannungen im deutsch-amerikanischen Verhältnis. Kanzleramtschef Peter Altmaier bestellte am Donnerstag US-Botschafter John B. Emerson ein. Das wurde der Deutschen Presse-Agentur in Regierungskreisen in Berlin bestätigt. Das Gespräch habe Krisencharakter, hieß es.

NSA Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete, Altmaier (CDU) habe Emerson zu einem umgehenden Gespräch ins Kanzleramt gebeten. Er habe Aufklärung über die abgehörten Gespräche von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Mitarbeiter des Kanzleramts durch den US-Geheimdienst NSA verlangt.

Auf Nachfrage hieß es, die Einladung zum Gespräch sei als Einbestellung zu verstehen. Die Einbestellung eines Botschafters gilt als scharfer Protest einer Regierung. Nach Bekanntwerden des Abhörens des Handys von Merkel 2013 hatte der damalige Außenminister Guido Westerwelle ebenfalls den US-Botschafter einbestellt.

Nach Informationen der Enthüllungsplattform Wikileaks soll die NSA nicht nur Merkels Handy, sondern über Jahre weite Teile der Bundesregierung ausgespäht haben. (dpa)