Kaninchenzüchter zürnen dem Papst

Rom..  Der Papst hat mit einer flapsigen Bemerkung zu einem ernsten Thema den Zorn der deutschen Kaninchenzüchter auf sich gezogen. Auf dem Rückflug von den Philippinen von einem Journalisten gefragt, was die Kirche zum riesigen Bevölkerungswachstum in dem asiatischen Land und zum Einsatz von Verhütungsmitteln sage, antwortete Franziskus: „Manche glauben, es gehöre zu einem guten Katholiken, zu sein – Entschuldigung – wie Karnickel und Kinder in Serie zu machen. Nein! Es geht um verantwortungsvolle Elternschaft.“

Die Reaktion kam prompt: Man dürfe nicht allen Kaninchen pauschal ein erhöhtes Sexualverhalten unterstellen, so Erwin Leowsky, Präsident des Zentralverbandes Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter. Die sexuellen Ausschweifungen träfen nur auf die freilebenden Tiere zu. Die Fortpflanzung bei Zuchtkaninchen verlaufe hingegen in geordneten Bahnen. Der Papst, so Leowsky weiter, solle „vielleicht mal darüber nachdenken, solche Redensarten zu lassen und dafür die Verhütung freigeben. Das wäre eher angebracht, als solche dummen Sprüche loszulassen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Papst Franziskus mit unkonventionellen Formulierungen für Irritationen sorgt. So hatte er vor einiger Zeit Ordensfrauen aufgefordert, „wahre Mütter und nicht alte Jungfern” zu sein. Seinen Kardinälen in der Kurie warf er kürzlich „geistliches Alzheimer“ vor. Der Beichtstuhl, konstatierte Franziskus, sei „keine Zollkontrolle“, wo Priester „mit dem Stock“ auf arme Sünder einschlagen könnten. „Und wenn du etwas gegen deinen Bruder hast, dann sag’s ihm ins Gesicht. Das endet vielleicht in einer Rauferei, aber das ist immer noch besser als der Terror von Klatsch und Tratsch.“

„Menschlich verständlich...“

Auch auf seiner gerade beendeten Asienreise hat Franziskus nicht nur mit dem „Karnickel“-Zitat aufmerken lassen. Als Journalisten ihn auf das Attentat gegen „Charlie Hebdo“ ansprachen, sagte er: „Natürlich darf man nicht mit Gewalt reagieren, aber“ – und er hob seine Hand gegen den vatikanischen Reisemarschall Gasparri, der neben ihm stand – „aber wenn dieser Doktor Gasparri meine Mutter beleidigt, dann kriegt er es mit meiner Faust zu tun. Das ist doch normal, das ist doch menschlich verständlich.“