Kahlschlag im Stadtteil
20.02.2010 | 11:16 Uhr 2010-02-20T11:16:00+0100Das Schwimmbad um die Ecke, es wird zunehmend zu einer nostalgischen Erinnerung. Wie die Stadtteilbibliothek. Wie das Jugendzentrum nebenan. Diese Einrichtungen sind teuer, vielleicht wurden tatsächlich zu viele gebaut. Aber wenn Mülheim nun zwei von fünf Bädern schließt, wenn Essen die Schwimmzeiten kappt, wenn Bochum kälter dreht, dann ist das kein Abwerfen von Ballast. Da schmeißt einer seine Möbel aus dem Fenster aus Angst vor dem Gerichtsvollzieher.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise tritt brutal nach. Und die Städte geben den Tritt brutal nach unten weiter. Denn das Schwimmbad um die Ecke ist „nur“ Grundversorgung. Deswegen gibt es, wenn man sie schließt, nur ein Stürmchen der Entrüstung im Stadtteil. Ob die Städte eine Wahl haben? Nun, Vorzeigeprojekte sind noch immer möglich. Siehe Ruhrmuseum, siehe Ruhrbania samt „Hafen“.

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