Das aktuelle Wetter NRW 7°C
Frauenquote

Justizministerin kritisiert "realitätsfernen" EU-Plan zur Frauenquote

14.11.2012 | 09:32 Uhr
Justizministerin kritisiert "realitätsfernen" EU-Plan zur Frauenquote
Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hält nichts von der gesetzlichen Frauenquote.Foto: dapd

Brüssel.  Die EU-Kommission hat ein Gesetz verabschiedet, wonach bis zum Jahr 2020 Aufsichtsräte großer Unternehmen zu 40 Prozent mit Frauen besetzt werden müssen. Justizkommissarin Viviane Reding sendete über Twitter in fünf Sprachen den Vollzug. Erst vor drei Wochen war sie mit einem Vorstoß abgeblitzt.

Der zähe Streit ist beendet, die Frauenquote kommt: Die EU-Kommission hat den Vorschlag für ein europäisches Gesetz verabschiedet, mit dem bis zum Jahr 2020 alle Aufsichtsräte großer Unternehmen zu 40 Prozent mit Frauen besetzt werden. Nach langem Kampf innerhalb der Brüsseler Behörde meldete Justizkommissarin Viviane Reding am Mittwochmorgen auf ihrem Twitterprofil gleich in fünf Sprachen Vollzug für ihr Prestigeprojekt. Redings erleichtertes Fazit lautete: "Geschafft."

Hintergrund
Bessere Chancen für Frauen

Der Vorschlag zur Frauenquote der EU-Kommissarin Viviane Reding hätte zum Beispiel auch Auswirkungen auf den börsennotierten BVB. In seinen Aufsichtsrat müssten Frauen einziehen, wenn der Verein Strafen vermeiden will. Deutschland ist dagegen.

Erst vor drei Wochen war Reding mit ihrem Vorstoß noch im Kollegium abgeblitzt. Das federführend von ihr betreute Gesetz sieht vor, dass Firmen Frauen bei gleicher Qualifikation den Vorrang geben, wenn ihre Aufsichtsräte nicht zu 40 Prozent weiblich besetzt sind. Halten sich die Unternehmen bis 2020 nicht daran, sollen die Mitgliedsstaaten Geldbußen verhängen oder die Besetzungen für ungültig erklären. Für Vorstandsposten wird zunächst aber keine Quote aus Brüssel vorgeschrieben.

Jetzt müssen die Mitgliedsstaaten dem Vorhaben noch zustimmen. Ein „Ja“ aus Deutschland ist fraglich. „Ich werde mich weiter im Interesse unseres Landes gegen unnötige Vorgaben aus Brüssel wehren“, sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU).

Kommentar
Mehr Frauen in Chefetagen? - von Walter Bau

Frauen sind - selbstverständlich - weder dümmer noch inkompetenter noch weniger durchsetzungsfähig als Männer. Und genauso deswegen ist eine gesetzliche Frauenquote, wie die EU sie nun auf den Weg gebracht hat, der falsche Weg. Wenn die Firmen aber kein Gesetz wollen, müssen sie endlich handeln.

Auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) äußerte Kritik: "Das Ziel Frauen zu fördern, ist wunderbar, die vorgeschlagene Richtlinie wird Frauen aber mehr schaden als nutzen. Der Entwurf ist realitätsfern, weil die Vergabe von sensiblen Aufsichtsratssitzen nicht wie eine normale Stellenausschreibung funktioniert", sagte sie der WAZ Mediengruppe. Sie plädiere für eine stärkere Anerkennung der Leistung von Frauen in allen Bereichen der Unternehmen.

"Dann kommen sie auch in Aufsichtsräte und Vorstände. Das ist ein Prozess, der schon gut in Gang gekommen ist. Der Vorschlag aus Brüssel wird ihn nicht beschleunigen, sondern im Gegenteil nur dazu führen, dass sich Gerichte mit vielen Bewerbungen beschäftigen müssen.", führte die Ministerin aus. (greg, mit dapd)



Kommentare
14.11.2012
23:12
Wir haben es geschafft
von kuba4711 | #22

Frauenförderung beginnt bei der politischen Nomenklatura unserer banana republika in den Aufsichtsräten und sonstigen Führungspositionen.
Na super ,kann ich da nur sagen.
Wie viele Frauen wären denn davon betroffen ,wenn 50 Prozent der Führungspositionen tatsächlich mit Frauen besetzt wären?
Um Missverständnissen vorzubeugen.
Ich hätte damit kein Problem.
Aber wären es etwa 0.3 Prozent der Frauen in Deutschland?

Und was ist mit den anderen 99,7 Prozent der Frauen in Deutschland ?
Was ist mit deren Förderung?
Diese gekünstelte Auseinandersetzung in den sog . Eliten in unserem Land ,die dienen der Ablenkung und Selbst- Inszenierung von Chancen-Teilhabe in diesen engen gesellschaftlich abgegrenzten Zirkeln der Macht.
Eine politische Diskussion im Sinne einer demokratischen Gesellschaft ,dem europäischen Humanismus verhaftet ist dies jedenfalls nicht.
Merke :
Demokratie liegt vor ,wenn diskutierte Maßnahmen oder die Beseitigung gesellschaftlicher Mißstände der Mehrheit dienen.

14.11.2012
17:36
Justizministerin kritisiert
von xxyz | #21

Eine Frauenquote ist Quatsch.

In vielen Bereichen gibt es keinen hohen Frauenanteil, aber die Quote sichert Posten. Das gilt auch für viele Parteien. Dort sind max. ca. 1/3 der Mitglieder weiblich, aber oft muss an der Spitze eine Frau stehen.

In Kindergärten gibt es auch keine Quote, um die Männerquote zu fördern. Wo bleibt die Quote für Frauen bei den Müllwerkern?

Hier geht es nur um das Sichern von Geld. Die Frauenbewegung sichert Posten. Die Kämpfe für Gleichberechtigung wie bspw. für Schulbildung für Frauen in Pakistan etc. gibt es nicht. Man will an die Töpfe, ohne sich anzustrengen.

14.11.2012
17:19
Justizministerin kritisiert
von taosnm | #20

Es ist erschreckend, wie geistig unterentwickelt die Herren der Schöpfung, die hier ihre dämlichen Kommentare ablassen, sind. Es geht nicht darum, dass Frauen aufgrund ihres Frauseins in Positionen gehievt werden, sondern darum, dass Frauen, die mindestens gleich gut, oft sogar besser als Männer sind, entsprechende Positionen gegen den Willen der Kavalierstruppe bekleiden können. Es mangelt nicht an der Qualifikation von Frauen, sondern an der Phalanx von Männern, auf das Adjektiv verzichte ich bewusst, die man nicht durchbrochen sehen möchte. Ausserdem sollte die Dame Leutheuser-Schnarrenberger nicht vergessen, dass sie selbst ein Quotenmädel ist, denn in der Politik wurde das sehr viel früher gefordert. Wer aufgrund von Testosteron-Störungen immer noch der Meinung ist, auf das Potential von Frauen verzichten zu können, ist noch nicht im heute angekommen. Eine Bankenkrise hätte es mit mehr Beteiligung von Frauen z.B. nicht gegeben.

14.11.2012
14:20
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #19

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.11.2012
14:00
EU-Kommission beschließt Frauenquote für Aufsichtsräte 
von DerMerkerNRW | #18

Der Anfang vom Ende!
Ich seh es bei uns im Unternehmen, Frauen in Führungspositionen, zuviele irrationale und unrealistische Entscheidungen!

1 Antwort
#17 Partik
von taosnm | #18-1

von Klientelpolitik kann gar keine Rede sein, denn im Gegensatz zu Männern lassen sich kluge und selbstbewusste Frauen nicht zur Klientel degradieren, auch, weil sie es nicht nötig haben.

Nachweislich präsentieren Frauen die besseren Schul- und Studienabgänge und sind auch im praktischen Leben besser angekommen als Männer, müssen jedoch immer wieder kapitulieren vor der Blockade durch weniger entwickelte Männer, die niemanden in ihrem Terrain dulden ausser sich selbst.

Und Partik, Frauen müssen sich keinen Gefallen tun. Und das mit dem Hochschlafen hat sich auch erledigt, weil es nicht ausreichend interessante Männer gibt. Da ist Arbeiten allemal angenehmer als Schlafen.

Versuchen Sie einfach mal im Hier und Jetzt anzukommen. Kaisers Zeiten liegen lange zurück. Und an dieser Stelle möchte ich, falls es Ihnen tatsächlich gelungen ist, eine Frau zu ergattern, ihr mein tief empfundenes Beileid ausdrücken. Niemand kann so übel sein, Sie verdient zu haben.

14.11.2012
13:03
das geht?
von Partik | #17

Die EU kann wirklich gesetzlich bestimmen, wen man in den Aufsichtsrat setzen darf?

Erstaunlich. Ich hätte nicht gedacht, dass die Politik dermaßen in die Belange von Unternehmen eingreifen darf.

Es ist allerdings fraglich, was diese Quote außer Klientelbedienung bewirken soll. Ok, es ist verständlich, dass die Frauenlobby in der EU-Führung versucht, ihren Geschlechtsgenossinen etwas zuzuschustern, was diese nicht von alleine schaffen.

Das kennt man ja auch aus anderen Bereichen, wo die richtig leckeren Jobs oft übre Beziehungen laufen, und die Qualifikation eher nicht das ausschlaggebende Moment sind.

Ob frau sich da aber einen Gefallen tut? Ab 2020 muss man ja Frauen in Aufsichtsräten eher als EU-Gesetzes-Äquivalent zum bekannten Hochschlafen sehen.

Ernst nehmen wird man solche Quotenfrauen sicher nicht so recht. Zudem ist da die Frage, wer da bei max. 40% Anteil genommen wird, um die Quote auf dem Papier zu erfüllen.

14.11.2012
12:46
EU-Kommission beschließt Frauenquote für Aufsichtsräte 
von hoppenstett | #16

Nichts gegen Frauen. Ganz im Gegenteil.
Aber Quoten führen IMMER zu Diskreminierungen.
Etwas anderes habe ich von dem blödsinnigen Moloch EU allerdings auch nicht erwartet.

14.11.2012
11:59
EU-Kommission beschließt Frauenquote für Aufsichtsräte 
von holmark | #15

und wann kommt die Frauenquote bei der Müllabfuhr?

14.11.2012
11:51
EU-Kommission beschließt Frauenquote für Aufsichtsräte 
von unwitz | #14

Das Thema bietet doch mal die Gelegenheit, dass uns die WAZ durch entsprechende Informationen ihre heiß geliebte EU etwas näher bringt.

Was muss noch geschehen, damit dieser Vorschlag Gesetzeskraft erhält?
Muss das Europaparlament noch zustimmen?
Muss der EU-Ministerrat noch zustimmen, und wenn ja, mit welcher Mehrheit?
Welche Mehrheiten zeichnen sich ab?
Ist mit einer Mehrheit im Europaparlament zu rechnen?
Welche Länder würden im Ministerrat voraussichtlich dafür oder dagegen stimmen?
Und überhaupt: Wie bindend ist dieser "Beschluss"? Welche Spielräume hätten die einzelnen Mitgliedsländer bei der Umsetzung?

Ich wäre ja so gerne riesengroßer EU-Fan, aber solange mir die Transparenz fehlt, wird daraus nichts.

14.11.2012
11:46
Die Anwendung des Grundgesetzes würde ausreichen - es fehlt ein Bestrafung der Unternehmen bei Nichtanwendung
von nachdenken | #13

Im Grundgesetz steht, dass Mann und Frau gleich gestellt sind.
Die Gleichbehandlung ist aber durch die Unternehmen schon bei der Entlohnung nichtgegeben.
23 % weniger als Männer für die gleiche Arbeit.
Würden auch entsprechende Strafverfolgungsparagrafen bei Nichtanwendung des Grundgesetzes existieren, dann wäre die Frauenquote überflüssig.

Knast oder Geldstrafe fürchten Unternehmen halt mehr als laue Aufforderungen und Appelle.

Aus dem Ressort
Umweltministerin Hendricks plant den Einstieg ins Fracking
Fracking
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erlaubt die umstrittene Gas-Fördermethode. Es ist ein Ja-Aber-Gesetz mit strengen Auflagen. Eine entscheidende Rolle soll ein Experten-Gremium übernehmen.
Fünf Guantánamo-Häftlinge nach Georgien und in die Slowakei
Gefangenenlager
Die USA überstellen fünf Häftlinge des Gefangenenlagers Guantánamo Bay in die Slowakei und nach Georgien. Nach diesem Transfer verbleiben noch 143 Insassen in der Anlage auf Kuba, wie das Verteidigungsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte.
Rot-Rot-Grün in Thüringen - Die Linke schluckt viele Kröten
Thüringen
Für Rot-Rot-Grün in Thüringen macht die Partei um Bodo Ramelow reichlich Zugeständnisse. Auch deswegen hält sich in Berlin die Aufregung in Grenzen. Die CDU-Führung vermied alle scharfen Töne an den Regierungspartner SPD. Rot-Rot-Grün in Erfurt wird Schwarz-Rot also erstmal nicht stören.
IS-Terroristen nutzen Technik von Dortmunder Neonazis
Terror
Der Internet-Dienst „0x300“ wird offenbar auch von der islamischernTerrormiliz genutzt. Anbieter der Technik ist der Dortmunder Rechtsextremist Dennis Giemsch, der Server steht in den USA. Das NRW-Innenministerium sieht keine Anhaltspunkte für eine bewusste Zusammenarbeit zwischen „IS“ und Nazis.
Frankreichs Zwei-Fronten-Krieg gegen islamistischen Terror
Frankreich
Im Nordirak kämpft Frankreich gegen den Islamischen Staat, daheim gegen IS-Propaganda und aus Syrien zurückgekehrte Dschihadisten. Von den mehr als 3000 ausländischen Dschihadisten, die sich derzeit im Irak und Syrien befinden, stammen mit rund 1130 jungen Männern die meisten aus Frankreich.
Umfrage
30.000 Patienten sterben jedes Jahr an einer Infektion mit multiresistenten Keimen . Wie fühlen Sie sich dabei?

30.000 Patienten sterben jedes Jahr an einer Infektion mit multiresistenten Keimen . Wie fühlen Sie sich dabei?

 
Fotos und Videos