Junge Beamte sparen für Pension
27.05.2008 | 19:21 Uhr 2008-05-27T19:21:13+0200Dortmund. Kann der Steuerzahler die steigenden Ausgaben für Beamtenpensionen noch bezahlen? Ja, sagt Beamtenbund-Chef Peter Heesen. Es werde zeitweise eng. Aber Vorsorgefonds könnten Gröbstes abfangen.
Ein wichtiger Tag für Bundesbeamte wie Pensionäre: Morgen gibt ihnen das Parlament mehr Geld. Der Tarifabschluss des Öffentlichen Dienstes wird auf sie übertragen. "Die Betroffenen können sich endlich wieder auf ein deutliches Plus freuen", sagt der Beamtenbund-Chef.
Heesen muss vor allem seine Ruheständler verteidigen. Denn Kritiker sehen eine Rentenanhebung von 1,1 Prozent - und dann Pensionen, die wie bei den Aktiven rückwirkend zum 1. Januar um 3,1 Prozent steigen und dann nochmal um 2,8 Prozent 2009. Im letzten Rentenversicherungsbericht steht: Rentner haben 2002 durchschnittlich 973 Euro zur Verfügung gehabt, Pensionäre aber 2665 Euro.
Gibt es hier eine Gerechtigskeitslücke? "Die Summen kann man nicht miteinander vergleichen", so Heesen zur WR. "Jeder, der Rente bezieht, kann zum Beispiel entweder durch private Initiative oder durch eine Betriebsrente zusätzliche Einkünfte beziehen. Im Beamtenrecht ist das völlig undenkbar." Beamtenpensionen seien "Vollversorgungen". Zusatzbrot, aus dem ein Anspruch auf Altersversorgung entstehe, sei undenkbar.
Er rechtfertigt auch die starke Steigerung in diesem Jahr. "Das Verhältnis zu den Renten gleicht sich über mehrere Jahre wieder aus. Wir hatten in den letzten Jahren auch Nullrunden und teilweise sogar Kürzungen, zum Beispiel beim 13. Monatsgehalt."
Weit mehr Sprengstoff enthält das Thema Pensionen langfristig. Heesen räumt ein: Durch Verbeamtungen und Einstellungen in den 60er und 70er Jahren rollen auf den Staat enorme Kosten zu. Die Zahl der Versorgungsempfänger bei Bund, Ländern und Gemeinden wächst. Sie lag 2005 bei rund 900 000. 2050 werden es 1,6 Millionen sein. Die Ausgaben steigen laut Versorgungsbericht der Bundesregierung von 34 Milliarden auf über 90 Milliarden Euro. Die Jahre 2017 bis 2027 könnten für die Steuerzahler "kritisch werden", glaubt auch der Beamtenbund.
Er bezweifelt aber die Dramatik der Prognosen und rechnet mit ihrer Korrektur. Denn sie seien zweifelhaft, weil sie von unrealistischen 2,5 Prozent Gehaltssteigerung jedes Jahr ausgingen.
"Wir haben viel eingerichtet, um Kostenexplosionen zu verhindern", sagt Heesen: Zinsbringende Versorgungsfonds, um nicht mehr so stark den Steuerzahler zu belasten. Der Staat zahle ein, auch die Beamten durch Einkommensverzicht.
Außerdem: Bei jeder Neueinstellung eines Bundesbeamten wird jetzt zwischen 21 und 29 Prozent des Einkommens zurückgelegt. Als "Sparkasse" für seine Pension.

09:37
Ein Beamter im gehobenen Dienst hat immerhin studiert und ist daher eher mit einem Dipl-Ing oder einem Dipl-Betriebswirt vergleichbar.
Nicht mit einem Werkzeugmacher.
Und welcher Dipl-Ing hält für 1.800 Euro (Einkommen eines Polizeikommissars) jeden Tag und jede Nacht den Kopf hin, setzt die eigene Gesundheit durch den gefährlichen Job und die Schichtarbeit aufs Spiel und kennt weder freie Wochenenden noch Feiertage...?
Und muß sich dann noch derartig unqualifizierte und vom Sozialneid geprägte Kommentare gefallen lassen...?
15:59
Die Pensionen sind schlichtweg im Verhältnis zum Rentner mit seinen Durchschnittsbezügen eine Sauerei. Diese ungleiche Behandlung muss nach dem Grundgesetz sofort abgeschafft werden. Mit welchem Recht gibt es für Beamte diese Bevorzugung, wenn zum Beispiel ein Rentner 45 Jahre Beiträge geleistet hat und bei einer Rente von 1200 Euro landet? Ist die Arbeit eines Beamten mehr wert als die eines Werkzeugmachermeisters?
14:37
Bei Rentnern sind Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld u.Urlaubsgeld Sozialabgabenpflichtig und werden in das jährliche Einkommen eingerechnet und bei der Berechnung der Renten berücksichtigt. Außerdem bekommen Pensionäre nur noch einen minimalen Anteil des Weihnachtsgeldes ausgezahlt. Übrigens: Seit 1956 bekommen Beamte um die Sozialbeiträge gekürzte Bezüge- der eingesparte Teil sollte eigentlich eine Pensionsrücklage bilden. Aber die Politiker haben das Geld anderweitig angelegt.....
18:50
Mag sein, dass die Beamten und beamteten Pensionäre auch magere Jahre hinter sich haben. Dennoch: Wer bekommt als Rentner schon noch ein Weihnachtsgeld wie die Pensionäre?