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Jung in Afghanistan nur knapp Attentat entgangen

24.06.2007 | 05:33 Uhr

Berlin. Verteidigungsminister Franz Josef Jung ist bei seiner Afghanistan-Reise Anfang Juni nur knapp einem Anschlag entgangen. Derweil griff der afghanische Präsident Hamid Karsai die Nato geführte Schutztruppe ISAF schärfer als je zuvor an und warnte vo

Der "Bild am Sonntag" zufolge wurde der Hinweis auf einen möglichen Anschlag auf Jung im Verteidigungsministerium als "sehr konkret" bezeichnet. Ein Ministeriumssprecher bestätigte im Grundsatz den Bericht. Der Zeitung zufolge wurde Jungs Delegation nach der Landung auf gepanzerte Fahrzeuge verteilt, die Fahrstrecke sei geändert worden. Deutsche Geheimdienstspezialisten rätseln nach Darstellung des Blattes seither, auf welchen Wegen afghanische Islamisten an geheime Bundeswehr-Informationen hätten gelangen können.

Afghanistans Präsident Karsai verlangte indes mehr Kooperation mit den Afghanen, andernfalls werde die ISAF scheitern. Bei heftigen Kämpfen in Südafghanistan wurden versehentlich auch Raketen auf Pakistan abgefeuert. Allein in einem Hotel im grenznahen Stammesgebiet von Nord-Waziristan seien dadurch zwölf Menschen gestorben, hieß es. In Afghanistan wurden am Wochenende nach ISAF-Angaben fast 100 Taliban getötet.

Karsai rief die Nato-Kräfte auf, den Plan des Kabuler Verteidigungsministeriums über die Kooperation mit den afghanischen Streitkräften umzusetzen. Keine militärische Operation dürfe mehr ohne Absprache mit der afghanischen Regierung stattfinden, forderte der Präsident.

Karsai zeigte sich besonders empört über die jüngsten Berichte über 25 Tote bei dem Nato-Beschuss eines Dorfes im Bezirk Gereschk in der südlichen Provinz Helmand. "Man bekämpft keine Terroristen, indem man eine Kanone aus 37 Kilometer Entfernung auf ein Ziel abfeuert. Da muss es einfach zivile Opfer geben", sagte der Präsident. Und dann hätten die Nato-Soldaten das Dorf auch noch um 22 Uhr abends bombardiert. "Die Frage ist, warum?"

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