Julia Klöckner erntet mit Rechts-Links-Tweet zur AfD Spott

Julia Klöckner twitterte, wer Rechts wähle, stärke Links – und bekommt Orientierungslosigkeit vorgeworfen.
Julia Klöckner twitterte, wer Rechts wähle, stärke Links – und bekommt Orientierungslosigkeit vorgeworfen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Gleichzeitig Verwunderung bei AfD, Linken und Satirikern auslösen: Julia Klöckner hat’s mit einem Warn-Tweet an die Wähler geschafft.

Mainz.. Für Julia Klöckner ist es offenbar der Versuch, AfD-Sympathisanten zum Kreuzchen bei der CDU zu bewegen, für politische Gegner und Satiriker Ausdruck einer Rechts-Links-Schwäche. Das Netz überbietet sich mit Reaktionen auf einen Tweet der rheinland-pfälzischen CDU-Vorsitzenden und Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl am Sonntag. „Wer AfD aus Protest wählt, stärkt am Ende das linke Lager“, hatte sie geschrieben.

Ein CDU-Sprecher verteidigte die Aussage. Die Reaktionen im Netz widerlegten nicht den „ursprünglichen Gedanken“. Da die Stimmen für die AfD vermutlich aus dem bürgerlichen Lager kämen, erschwere ein hohes Wahlergebnis der AfD den von der CDU angestrebten Politikwechsel. Ähnlich hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Interview geäußert: „Wer die AfD wählt, muss wissen, dass er dann von linkeren Parteien regiert wird.“

Klöckner hatte nach dem strittigen Tweet eine weitere Kurznachricht zum Thema abgeschickt: „Wer AfD wählt, weil ihm angebliche CDU-Politik nicht mehr gefällt, hilft SPD in RLP an der Macht zu bleiben. Mit der AfD wird keiner koalieren.“ Dieser einordnende Tweet ging auch unter im Spott, der auf ihren Rechts-Links-Tweet folgte:

Dazu sammelte ein Tumblr-Blog Fotos von Klöckner mit ähnlich widersprüchlich anmutenden Sprechblasen. Unter „Die Methode Klöckner“ ist etwa zu lesen: „Wer Schweinefleisch isst, stärkt das vegane Lager.“ Auf Twitter fanden sich unter dem Hashtag #TwitternwieKlöckner Sinnlos-Tweets wie „Wer sich mit dem Hammer auf den rechten Fuß schlägt, verspürt den Schmerz im linken Auge“.

Klöckner ist eine der erfahrensten Twitternutzerinnen in der Politik. Erstmals Aufsehen hatte sie damit 2009 erregt, als sie und der SPD-Abgeordnete Ulrich Kelber das Ergebnis der Wahl von Horst Köhler zum Bundespräsidenten vorweg nahmen. „Leute, ihr könnt in Ruhe Fußball gucken. Wahlgang hat geklappt!“, schrieb sie, ehe das Ergebnis offiziell bekannt wurde.