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Journalistinnenbund hält "Stern"-Bericht über Brüderle für Wegmarke

25.01.2013 | 06:09 Uhr

Der Journalistinnenbund hält den "Stern"-Bericht einer Journalistin über angebliche Annäherungsversuche von FDP-Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle für einschneidend. "Der 'Stern'-Artikel trägt enorm dazu bei, dass das Verhältnis zwischen traditionsreichen Parteien und Presse verändert wird", sagte die Vorsitzende der Vereinigung, Andrea Ernst, der Nachrichtenagentur dapd.

Köln/Berlin (dapd). Der Journalistinnenbund hält den "Stern"-Bericht einer Journalistin über angebliche Annäherungsversuche von FDP-Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle für einschneidend. "Der 'Stern'-Artikel trägt enorm dazu bei, dass das Verhältnis zwischen traditionsreichen Parteien und Presse verändert wird", sagte die Vorsitzende der Vereinigung, Andrea Ernst, der Nachrichtenagentur dapd.

"Denn allzu große Nähe, Anzüglichkeiten und Übergriffe werden öffentlich. Für die Altherrenrunden der politischen Macht ist das besonders schmerzlich. Sie müssen ab nun professionelle Distanz lernen", betonte Ernst und ergänzte: "Der Qualität der politischen Berichterstattung wird das auf jeden Fall gut tun."

In dem mehrseitigen Porträt über Brüderle beschreibt die "Stern"-Journalistin Laura Himmelreich eine Situation vor gut einem Jahr, in der sich der Politiker ihr gegenüber anzüglich verhalten haben soll. Der 67-Jährige soll auf ihre Brüste geschaut und gesagt haben: "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen." Zudem soll er ihre Hand genommen, diese geküsst und im Verlauf des Gesprächs gesagt haben: "Politiker verfallen doch alle Journalistinnen." Der am Donnerstag erschienene Artikel hatte nicht nur Zuspruch erhalten. Vor allem in der FDP wurde der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts kritisiert. Brüderle hatte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Mitte des Monats hatte bereits eine Autorin von "Spiegel Online" über frauenfeindliche Szenen im politischen Alltag der Piratenpartei berichtet. Ernst sagte, dass der "Stern"-Artikel wahrscheinlich eine größere Tragweite habe, weil es jetzt um eine traditionsreiche Partei gehe. Sie präzisierte allerdings auch: "Peinliche Situationen und irritierende Anmache gegenüber Kolleginnen sind nicht der FDP vorbehalten. Sie passieren im gesamten politischen Raum." Der Journalistinnenbund ist ein Netzwerk von Frauen in den Medien.

dapd

dapd

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Kommentare
25.01.2013
08:29
KEINE ANDEREN SORGEN ?
von Paul-Hugo | #1

Vorweg: Der Schreiber ist kein FDP-Wähler und auch kein Freund von Rainer Brüderle. Aber wird seine angebliche bis wahrscheinliche Äußerung zum Dirndl-Kleid einer Journalistin ("Sie können ein Dirndl auch ausfüllen.") nicht über- oder gar falsch interpretiert? Kann die Äußerung nicht auch als Kompliment für die Frau verstanden werden? Nicht sonderlich originell ... aber sexistisch? - Mann, Mädels, habt Ihr keine anderen Sorgen? ... wundert sich
Paul-Hugo

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