Job, Kinder, Pflege: Frauen überlastet

Berlin..  Frauen in der Mitte ihres Lebens sind zunehmend gefordert: Berufstätigkeit wird für die sogenannte „Sandwich-Generation“ (also die zwischen den Generationen) immer wichtiger – gleichzeitig schultern die 40- bis 60-Jährigen zu Hause nach wie vor die Kinderbetreuung, den Haushalt und die Unterstützung und Pflege der alten Eltern. Wie eine neue Studie über die Frauen in der Lebensmitte zeigt, kümmern sich die meisten gerne um ihre Familie – doch viele fühlen sich auch manches Mal überfordert.

Die Kinder sind noch nicht aus dem Haus – und die alten Eltern brauchen schon Hilfe: Im Auftrag der Zeitschrift „Bild der Frau“ hat das Allensbach-Institut beleuchtet, wie es den Frauen in der „Sandwich“-Lage geht. Ergebnis: Die Aufgabenliste wird immer länger, die Sorge vor Überforderung steigt, das schlechte Gewissen ist für viele ein ständiger Begleiter. Und dennoch überwiegt bei der überwältigenden Mehrheit die Zufriedenheit mit dem eigenen Lebensmodell: 83 Prozent der Befragten sagen, sie hätten Freude am Leben.

Dabei ist wenig Zeit zum Durchatmen: Acht von zehn Frauen in der „Sandwich-Generation“ sind inzwischen berufstätig, drei Viertel haben eigene Kinder, die oft auch noch zu Hause wohnen. Gleichzeitig kümmern sich nahezu alle Frauen auf die eine oder andere Weise um ihre Eltern oder Schwiegereltern. Die Hilfe reicht von Besuchen, Einkäufen und Fahrdiensten bis hin zu kurzzeitiger oder sogar langfristiger Pflege. 18 Prozent der Frauen haben bereits pflegebedürftige Angehörige, knapp 30 Prozent rechnen damit in den nächsten Jahren.

Wunsch vieler: Weniger Bürokratie im Pflegesystem

Von der Politik wünschen sich die Frauen, die bereits Angehörige pflegen, vor allem weniger Bürokratie im Pflegesystem, eine stärkere Anrechnung der Pflegezeiten bei der Rente, aber auch Erleichterungen bei der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.

„Wir müssen aufpassen, dass Mütter und Väter nicht in die Knie gehen“, mahnte Sigmar Gabriel bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Die Politik habe viel zu lange so getan, als hätten Erwerbsarbeit und Familie nichts miteinander zu tun. Ein guter Weg könnten neue Arbeitszeitmodelle und flexible Arbeitszeitkonten sein.