Jesidische Familien ziehen ins Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet

Eine Hilfsaktion im Irak finanziert Wohncontainer für Flüchtlinge des syrischen Bürgerkriegs. Die ersten 40 Container stehen im Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet.
Eine Hilfsaktion im Irak finanziert Wohncontainer für Flüchtlinge des syrischen Bürgerkriegs. Die ersten 40 Container stehen im Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet.
Foto: Jan Jessen
Was wir bereits wissen
Einige jesidische Flüchtlingsfamilien werden bald im Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet leben. Menschen aus dem Revier haben viel dafür getan.

Essen.. Sie haben Glück gehabt, bis jetzt. Noch hat die IS-Terrormiliz nicht die große Offensive gegen die Kurdengebiete hier im Irak begonnen, die die Militärs im Fastenmonat Ramadan erwartet haben. Es ist ruhig an den Frontabschnitten in Gwer, Makhmour, Kirkuk, nur in Sindschar nordöstlich der Millionenstadt und IS-Hochburg Mossul wird sporadisch gekämpft.

Die militärisch stabile Lage ist das eine – das andere ist die Situation Hunderttausender Flüchtlinge, die sich vor der Gewalt nach Irakisch-Kurdistan gerettet haben, besonders die der Jesiden, deren Siedlungsgebiete vom IS überrannt wurden.

Lebensgefährliche Verhältnisse

„Vielen geht es immer noch dramatisch schlecht“, sagt Sheikh Shamo. Er ist jesidischer Abgeordneter im kurdischen Regionalparlament und erzählt, dass viele Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen leben. In Rohbauten, Zelten, einige sogar noch immer unter freiem Himmel im Sindschar-Gebiete. In einer Region, in der es im Sommer weit über 40 Grad und im Winter bitterkalt und regnerisch wird, ist das lebensgefährlich.

Flüchtlinge Einige jesidische Flüchtlingsfamilien werden bald unter besseren Umständen leben können. In einem Flüchtlingsdorf, das nahe der Stadt Sheikhan errichtet wird, dank Spenden aus NRW. Das „Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet“ initiiert hat der Bochumer Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel, realisiert wird es in einer Kooperation zwischen der kurdischen Provinzregierung von Dohuk und der „Caritas-Flüchtlingshilfe Essen“. Die Flüchtlingshilfe ist ein Verein, der aus der WAZ-Hilfsaktion für Kriegsflüchtlinge entstand, mit der Tausende Menschen mit Kleidung und Nahrung unterstützt wurden.

Bis jetzt konnten dank der Spenden von Lesern, Städten, Unternehmen, Kirchengemeinden und Politikern 40 Wohncontainer im Nordirak gebaut werden, die Platz für 80 Familien bieten. Jeder dieser Wohncontainer hat zwei Wohnräume, ein Bad und eine kleine Küche und kostet 5000 Dollar. „Das große Ziel ist es, 100 Wohncontainer bauen zu können“, sagt Yüksel.

Die Aktion läuft weiter. Spenden bitte an:

Caritas-Flüchtlingshilfe Essen e.V.
Stichwort: Flüchtlingsdorf
Konto: DE 45 3606 0295 0000 1026 28 (Bank im Bistum Essen)