Jeder dritte Problemfan kommt aus NRW
10.11.2011 | 19:29 Uhr 2011-11-10T19:29:00+0100
Düsseldorf. Mehr als jeder dritte gewaltbereite Fußballfan bei Spielen der ersten und zweiten Bundesliga kommt aus NRW. Die Polizei geht von über 3400 „Problemfans“ im Umfeld der zehn NRW-Klubs aus. Die Gewalt beim Bundesliga-Fußball bleibe „auf hohem Niveau“, so NRW-Innenminister Ralf Jäger.
Mehr als jeder dritte gewaltbereite Fußballfan bei Spielen der ersten und zweiten Bundesliga kommt aus NRW. Die Polizei geht von über 3400 „Problemfans“ im Umfeld der zehn NRW-Klubs aus. Bundesweit sind es fast 10.000. Doch während die Zahl der verletzten Zuschauer in der Saison 2010/11 mit 846 insgesamt einen Höchststand erreichte, ging sie in NRW zurück. Hier wurden bei Bundesliga- und Regionalliga-Spielen 305 Fans verletzt – ein Rückgang um 30 Prozent.
Mit 974 Straftaten (-20 Prozent) und 1400 Festnahmen (-40 Prozent) fällt die Bilanz in NRW besser aus als im Bund. Dennoch bleibe auch in den Stadien an Rhein und Ruhr die Gewalt beim Bundesliga-Fußball „auf hohem Niveau“, so NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). „Hunderttausende in den Stadien erleben aber auch eine steigende Gewaltbereitschaft Einzelner“, warnte der Minister im Gespräch mit der WAZ.
Wendt fordert Spiele-Verlegung
Der Aufwand der Polizei bei den Spielen ist enorm. Bundesweit 1,5 Millionen Personalstunden wurden vergangene Saison in den ersten beiden Ligen geleistet, davon 385.000 in NRW. Für die Polizeigewerkschaft forderte Vorsitzender Rainer Wendt gegenüber der WAZ erneut, die „Hochrisikospiele“ Köln-Mönchengladbach und Dortmund-Schalke am letzten November-Wochenende zu verlegen. Grund: Zum Schutz des Castortransports nach Gorleben seien gleichzeitig viele Polizisten aus NRW im Einsatz.
Jäger warnte davor, den positiven NRW-Trend überzubewerten. Nach dem Abstieg des VfL Bochum in die zweite Liga habe es etwa weniger Revier-Derbys gegeben. Vor allem sogenannte Ultra-Fangruppen sieht er „am Scheideweg“. Er forderte sie auf, sich „aktiv“ von Gewalttätern in ihren Reihen zu trennen. Nach Angaben der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der Polizei in Neuss gibt es keinen Beleg für die These, dass sich das Gewaltproblem beim Fußball in die unteren Spielklassen verlagert hat.

10:58
Mehr Polizei heißt mehr beobachtete Straftaten, heißt mehr Festnahmen, heißt mehr "Problemfans" und heißt mehr Verletzte durch Pfefferspray. Und dann zaubern sie mal so eben 10000 Problemfans aus dem Hut. Die Definition eines Problemfans dürfen sie ja selber vornehmen.
Und die Presseorgane sind viel zu eng verbandelt mit den als harte Burschen gerierenden "Sicherheitspolitikern" und einem in Fan-Belangen harthörigen DFB, als dass irgendeine Form von kritischer Berichterstattung bei dem Thema herauskommen könnte.
10:16
Mag es vielleicht nicht schlimmer geworden sein als vor zwanzig Jahren, so ist eine Verharmlosung dieser gewalttätigen Fans doch sicher nicht angebracht. Witzig auch, dass hier gar nicht thematisisert wird, dass es sich ja bei der Masse dieser gestörten um deutsche Fans handelt, wo doch auf den ausländischen Fussballfans immer so rumgehackt wird...
Es ist doch logisch, dass sich ausländische Fussballfans weniger mit deutschen Mannschaften identifizieren, zum Vergleich sollten die Zustände in dem jeweiligen Land dienen.
Sie wissen vermutlich nicht, wieviel Gewalt (mit Toten und Verletzten) in Brasilien, England, Italien, Türkei und sogar der Schweiz die Spiele begleitet?
09:43
Ich geh jetzt seit über 20 Jahren zum Fussball, so ruhig, wie in den letzten 10 Jahren war es früher nie. Ich weiss auch gar nicht, was da für ein Fass aufgemacht wird. Da toben 80000 Leute rum und manche benehmen sich daneben, ähnlich wie auf jedem Schützenfest oder auf jeder Kirmes. Das ist halt normal bei vielen Jungs auf einem Haufen.
Dass natürlich die Polizei auf Einhaltung der Gesetze pocht (Pyroverbot) ist einerseits verständlich, andererseits müssten vielleicht in einigen Fällen die Gesetze mal überdacht werden. Alles was verboten ist, reizt ja bekanntlich.
Ich denke, viele, die über die ach so bösen Fussballfans schimpfen, haben kaum ein Stadion von innen gesehen, sondern plappern brav nach, was ihnen der DFB-Polizist oder der Jugendpsychologe Pfeiffer so vorbabbeln. Da ist dann eben nichts mehr zu machen.
Für mich gilt: Fussball heisst Emotion, wenn es da ein bisschen wilder zugeht wie in einem Altenheim, dann ist das richtig. Wenn mal einige Feuer abbrennen (ohne natürlich andere zu verletzen), gehört das ebenfalls dazu. Das auch mal körperliche Gewalt ansteht, ist bei der Anzahl der Menschen nicht zu vermeiden, ist auf fast jedem Konzert ähnlich, habe ich schon bei Madonna, Fantastischen Vier, Wolle Petry und diversen anderen erlebt. Und wenn Hooligans meinen, die müssten sich untereinander auf die Mütze hauen: bitteschön. Ich hab schon früher nie verstanden, warum sich da die Polizei einmischen muss und ihre Polizisten dahin schicken. Da sind Leute, die wollen Rabatz machen, also lasst sie doch, Unschuldige haben da in der Regel nichts mit zu tun.
08:49
Warum kommen auf "derwesten" stets nur irgendwelche Polizeigewerkschafter, Fußballverbandsfunktionäre oder profilierungssüchtige Politiker zu Wort. Mindestens genauso häufig sollte man Fanvertreter oder Fanprojektler interviewen. Dann würde sich ein wesentlich differenzierteres Bild zeichnen. Die gegenwärtige Hysterie und Fanhetze ist unerträglich!
07:46
Wer sich die Zuschauerzahlen der 1. und 2. BL mal etwas näher ansieht, wird feststellen, dass etwa jeder 3. Zuschauer aus NRW kommt. Somit logischerweise auch jeder 3. Knallkopp.
Jeder ist einer zu viel, aber NRW jetzt als Krisenzentrum auszumachen ist Blödsinn.
War auch mein erster Gedanke.
06:57
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Wohin?
06:33
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06:16
nix hat sich geändert, ich errinnere nur an die 80er und 90er wo es ständig gerappelt hat in und um den stadien, die zeiten waren viel schlimmer als die von heute................
23:02
Die Logik sollte uns sagen, dass wir nicht nach Zahl der Vereine, sondern nach Zahl der Zuschauer rechnen sollten, denn bei überschaubaren Zuschauerzahlen wie z.B. in Wolfsburg sollten auch dementsprechend weniger Problemfans zu finden sein.
Nehmen wir mal die Heimspiele der Saison 2010/11, dann sind wir bei einem NRW-Anteil von deutlich über 40% (wobei man den Anteil der Gästefans sicherlich im gleichen Maßstab nehmen kann, man vergleiche nur mal Schalke, BVB mit WOB, Mainz).
22:47
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