Jede dritte US-Soldatin von Kollegen vergewaltigt?
19.01.2012 | 13:13 Uhr 2012-01-19T13:13:00+0100
Washington. Erschreckende Zahlen aus der US-Armee: Jede dritte Soldatin wird von Kollegen vergewaltigt. Verteidigungsminister Leon Panetta geht von 19.000 Fällen von sexuellen Übergriffen pro Jahr aus. Das sei „ein Schandfleck für die Ehre der großen Mehrheit der Truppe“.
Es geschieht nicht oft, dass der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten von Amerika einen Dokumentar-Film kommentiert, bevor er in die Kinos kommt. „Der unsichtbare Krieg“, der am Freitag auf dem berühmten Sundance-Festival in Utah Premiere feiert und seit Tagen für Schlagzeilen sorgt, hat Leon Panetta jetzt zu einer ungewöhnlichen Vorwärtsverteidigung genötigt.
In dem Werk von Regisseur Kirby Dick geben vor allem ehemalige Soldatinnen in bisher beispielloser Offenheit einem Übel Gesicht und Stimme, das nach Ansicht von Experten von der Führung der mit 1,5 Millionen Männern und Frauen größten Armee der Welt seit Jahrzehnten hartnäckig totgeschwiegen wurde: Sexueller Missbrauch, von verbaler Belästigung bis hin zu fortgesetzter Vergewaltigung.
Hunderttausende Fälle von Missbrauch
Laut Panetta wurden im vergangenen Jahr offiziell 3158 solcher Fälle gemeldet; eine Zahl, die sich auf dem Stand von 2010 bewegt. Panetta selbst hält das, wohl auch im Wissen um die schonungslose Aufbereitung des Themas in dem genannten Film, für weit untertrieben. Seiner Einschätzung nach, die er in dieser Woche bei einer Pressekonferenz im Pentagon abgab, liegt die tatsächliche Ziffer bei rund 19 000 Fällen pro Jahr. Legt man das zugrunde, kommen schnell Hunderttausende Missbrauchsfälle über die Jahre zusammen.
Die Annahme basiert auf verschiedenen Details: So wurde bei einer intensiven Befragung von 540 weiblichen Veteranen ermittelt, dass über 30 Prozent beweisbar angaben, sie seien von männlichenKollegen und/oder Vorgesetzten vergewaltigt worden; teilweise fortgesetzt. In nahezu allen Fällen seien die Opfer bedroht und eingeschüchtert worden, um eine Anzeige zu verhindern. Dazu passt, was kritisch Soldatenverbände festgestellt haben: dass nur acht Prozent der erwiesenen Fälle von Vergewaltigung am Ende zu einer Anklage vor der Militärgerichtsbarkeit führen – und nur zwei Prozent zu einer Verurteilung.
"Affront gegen die Grundwerte, die Amerika vertritt"
Panetta bezeichnete das von ihm persönlich unterstellte Ausmaß von sexuellem Missbrauch als „Affront gegen die Grundwerte, die Amerika vertritt“ und als „Schandfleck für die Ehre der großen Mehrheit der Truppe“. An die Adresse der Opfer richtete der Dienstherr eine Entschuldigung. „Ich bedauere zutiefst, dass solche Verbrechen in der US-Armee passieren. Jeder Fall ist einer zu viel. Ich werde alle Schritte unternehmen, dass das, was ihnen geschehen ist, nicht auch anderen passiert.“ Als Sofortprogramm soll die psychologische und finanzielle Hilfe für Betroffene ausgebaut werden und mehr Geld in die Schulung von Ermittlern und Anwälten gehen, um Vergewaltiger im Militär zielgerichteter aufzuspüren und zu verurteilen.
Außerdem sollen Opfer, die eine Vergewaltigung anzeigen, unmittelbar auf andere Stützpunkte versetzt werden können, um ihren Peinigern nicht mehr begegnen zu müssen. Ob das ausreicht, bezweifeln die Filme-Macher um den bereits vor Jahren mit einer Oscar-Nominierung ausgezeichnete Kirby Dick. Seine düstere Festellung: Für amerikanische Soldatinnen ist es heute wahrscheinlicher, von männlichen Kollegen vergewaltigt als in kriegerischen Auseinandersetzungen getötet zu werden.

01:01
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20:00
Da stimme ich #2 zu.
Guantanamo, Abu Ghraib, etc. pp.
Statt ihre eigene Bevölkerung vor Verarmung zu schützen - weswegen die ja als letzte Chance in die (Freiwilligen-)Armee eintreten - verplempern die Amis Billionen (in deutscher Schreibweise) in fingierte Kriege (z.B. Irak).
Hoffe nur, dass unsere "Freiwilligenarmee" nicht auch so abdriftet, bzw. sich am Besten selbst überflüssig macht oder gar auf den Boden des Grundgesetzes zurückkehrt (_Verteidigungs_armee).
Das spart Unmengen an unnötigen Kosten - was kann man da Löhnen erhöhen, Kredite (Subprimekrise in Amiland und den noch kommenden Immobilienblasenländern) zurückzahlen, Menschenwürde -einschließlich die Würde der Frauen- wiederherstellen, Bildung bezahlen. Puh, ein echtes Friedenswerk!
Mir geht es schon wie dem Protagonisten in Georg Orwells 1984, ich weiß gar nicht mehr, wer die "Verbündeten" und wer die "Feinde" sind.
Aber wir zahlen ja noch die Bürgschaft der pleiten Griechen für die bei uns bestellten U-Boote...
17:24
Das nenn ich mal eine Eyecatcher-Überschrift. Schauen wir mal was im Artikel steht.
Ich schlussfolgere: Frauen und Krieg passen nicht zusammen und Krieg und Menschlichkeit passen nicht zusammen.
14:47
hat aber auch einen passenden Namen zu Thema: Kirby DICK lol
14:00
Welche Werte vertritt Amerika denn? Ramboverhalten, Kapitalismus, religiöser Fanatismus, Erniedrigung von toten Feinden, Kreatonismus, Misshandlung und Folter von Verdächtigen? Auf dieses Amerika kann doch niemand mehr ernsthaft stolz sein. Es wird allerhöchste Zeit, dass die USA darüber nachdenken, wie man Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Anstand und Moral im eigenen Land verwirklichen kann, bevor man sich aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus woanders auf dieser Erde mit Waffengewalt einmischt. Gott hat die USA nicht auserwählt, um die Welt zu retten!
Terroristen geht, können die von mir aus auf 10 mal so viele Leichen pinkeln, außerdem merken die sowieos nichts mehr davon.
Schon vergessen: Es waren überwiegend Kriminelle und religiöse Spinner, die aus Europa nach Amerika abgehauen sind und dort die Einwohner massakriert haben, um sich deren Land anzueignen. Welche Werte kann man da erwarten?
13:26
So schlimm der Tatbestand und dessen Ausmaß ist, man muss als seriöse Zeitung nicht aus "sexueller Belästigung" in der Überschrift pauschal "Vergewaltigung" machen. Das ist so schlichtweg falsch.
Also ich sehe am Ende der Überschrift ein Fragezeichen. Die Bedeutung eines Fragezeichens am Ende eines Satzes sollte einem DrDr doch bekannt sein, oder?!
Weiter im Text lese ich noch folgende Aussage:
"Die Annahme basiert auf verschiedenen Details: So wurde bei einer intensiven Befragung von 540 weiblichen Veteranen ermittelt, dass über 30 Prozent beweisbar angaben, sie seien von männlichen Kollegen und/oder Vorgesetzten vergewaltigt worden; teilweise fortgesetzt."
Da wird eindeutig von Vergewaltigung geredet und nicht von "sexueller Belästigung". Die Überschrift wurde wohl auf diese Aussage hin gewählt. Was ist also schlichtweg falsch daran?
Ein kleiner Hinweis am Rande: wer lesen kann ist klar im Vorteil ;-)
Einfach nur widerlich