Jeb Bush irritiert mit Aussage zum Irakkrieg

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Was wir bereits wissen
Jeb Bush, Sohn des 41. Präsidenten, Bruder des 43. Präsidenten und bald offiziell Kandidat für das Amt des 45. Präsidenten der USA, erklärte in einem Interview, auch er wäre in den Irakkrieg gezogen. Später ruderte er zurück. Der Möchtegern-Präsident wird scharf kritisiert.

Washington..  Jeb Bush, Sohn des 41. Präsidenten, Bruder des 43. Präsidenten und bald offiziell Kandidat für das Amt des 45. Präsidenten der USA, hat Freund und Feind mit einem politischen Zickzack-Lauf überrascht, der selbst bei Sympathisanten des Republikaners Zweifel an dessen Befähigung für das höchste Staatsamt auslöst.

Dabei ging es um den Irakkrieg, den sein Bruder George W. mit der Begründung vom Zaun gebrochen hatte, Saddam Hussein sei im Besitz von Massenvernichtungswaffen. Wie man heute weiß, handelte es sich dabei um eine Lüge. Weil der Irakkrieg in der US-Bevölkerung bis heute höchst unbeliebt ist, werden Äußerungen künftiger Möchtegern-Präsidenten dazu genau beäugt.

Umso fassungsloser waren viele, als der Ex-Gouverneur von Florida beim konservativen TV-Sender „Fox News“ auf die Frage, ob er mit dem Wissen von heute ebenfalls die Invasion in den Irak angeordnete hätte, sagte: „Das hätte ich getan...und das hätte auch fast jeder andere getan, wenn er mit den Geheimdiensterkenntnissen konfrontiert worden wäre, die es damals gab.“

Binnen Minuten brach in den sozialen Medien ein Sturm der Entrüstung los. Kommentatoren großer Zeitungen stellten den Verstand Bushs in Zweifel. Der Kandidat in spe versuchte anderntags die Wogen zu glätten – was ziemlich misslang: „Ich weiß nicht, was ich entschieden hätte.“ Wieder erntete Bush Kopfschütteln, wieder justierten seine Berater nach. Wieder erfolglos. Also drehte Bush abermals bei. Bei einer Wahlveranstaltung kassierte er seinen ursprünglichen Wortbeitrag kleinlaut ein: „Ich wäre nicht in den Irak gegangen, ich hätte nicht angegriffen.“ In konservativen Kreisen ist die Bestürzung über den „Wendehals“ Bush seitdem groß.