Das aktuelle Wetter NRW 17°C
Umweltpolitik

Japanische Atomkraftgegner gründen Grüne Partei

29.07.2012 | 11:44 Uhr

Tokio.  Japan hat nun auch eine Grüne Partei. Umweltpolitiker gründeten sie am Wochenende in Tokio. Beflügelt wird das Engagement für Umweltthemen durch die Atomkatastrophe von Fukushima - und durch die Entscheidung der Regierung, abgeschaltete Reaktoren wieder in Betrieb zu nehmen.

In Japan haben Umweltaktivisten und Atomkraftgegner eine Grüne Partei gegründet. Japan brauche eine Partei, die entschieden für Umweltpolitik eintrete, wurde der stellvertretende Parteivorsitzende Akira Miyabe bei dem Gründungskongress am Samstag von der Nachrichtenagentur Kyodo zitiert.

Video
Tokio, 16.07.12: Am Sonntag haben in Japan Zehntausende Menschen gegen die Wiederaufnahme der Atomkraft protestiert. Erst vor Kurzem hatte Japans erstes Kernkraftwerk nach dem Reaktor-Unglück von Fukushima wieder den Betrieb aufgenommen.

Die Partei, deren Gründung die wachsende Ablehnung der Atomkraft in Japan nach der Katastrophe von Fukushima im März 2011 widerspiegelt, will zur nächsten Parlamentswahl eigene Kandidaten aufstellen.

Am Sonntag versammelten sich tausende Menschen in der Hauptstadt Tokio, um mit einer Menschenkette um das Parlament gegen die Atompolitik der Regierung zu protestieren. Die Anti-Atom-Bewegung hatte Mitte Juni weiteren Auftrieb mit der Entscheidung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda bekommen, erstmals seit dem Atomunglück von Fukushima wieder zwei abgeschaltete Reaktoren in Betrieb zu nehmen. Noda hatte die Entscheidung mit dem drohenden Energieengpass während der Sommermonate begründet.

170.000 Menschen protestieren

Seit mehreren Monaten versammeln sich jede Woche zehntausende Demonstranten vor dem Regierungssitz in Tokio. Vor zehn Tagen fanden sich zu einer Anti-Atom-Demonstration in einem Park der Hauptstadt bis zu 170.000 Menschen ein.

Es war damit die größte Protestkundgebung, seitdem es im Atomkraftwerk Fukushima infolge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 zu einer Kernschmelze und dem Austritt großer Mengen Radioaktivität gekommen war. Es war die folgenschwerste Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986. (afp)



Kommentare
30.07.2012
00:25
Japanische Atomkraftgegner gründen Grüne Partei
von ambros41 | #2

Internationale Solidarisierung mit den japanischen Menschen sollte setzt aufgerufen werden. Die Grünen machen den Anfang. Wer sonst? Wo ist die Atomenergie-Wendekanzlerin, die den Atomausstieg erfunden haben will?

29.07.2012
13:09
Japanische Atomkraftgegner gründen Grüne Partei
von wohlzufrieden | #1

Bravo! Weiter so.

Aus dem Ressort
SPD-Spitze unterstützt Waffenlieferung in den Irak
Waffenlieferung
Die SPD-Spitze und ihre Bundesminister beraten über den Kurs der nächsten Monate. Die Lage im Nordirak erzwingt eine unangenehme Entscheidung für die selbst erklärte Friedenspartei. Zugleich sorgt man sich ob der Umfragewerte: Hilft ein neuer Kurs der Mitte?
Der Kompromiss zur Beamtenbesoldung war hart erkämpft
Beamtenbesoldung
Die Beamten in NRW sollen nun doch alle mehr Geld bekommen - nicht nur die unteren Gruppen. Für die Landesregierung eine hohe Belastung. Nicht alle sind einverstanden mit dem Kompromiss, die Richter sprechen gar von Taschenspielertricks. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Pentagonchef sieht IS-Miliz als extreme Bedrohung für USA
IS-Miliz
Die USA nehmen die Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak immer ernster. Sei sei weit mehr als eine Terrorgruppe, sagte Verteidigungsminister Hagel. Keine Gruppe sei so hoch entwickelt, wie IS. Selbst Luftschläge gegen IS-Stellungen in Syrien seien möglich.
SPD kann über "schießendes Personal"-Witz nicht lachen
Von der Leyen
Ein Witz von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sorgt für Kopfschütteln bei SPD und Linkspartei. Die CDU-Politikern hatte in einem Interview scherzhaft behauptet, Deutschland werde zu den Fußball-Weltmeisterschaften in Katar und Russland auf jeden Fall "schießendes Personal" schicken.
Gabriel will Pflegekräfte-Mangel mit Einwanderern mindern
Pflege
Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ist der Meinung, dass der Mangel an Fachkräften in der Altenpflege nur mithilfe von Drittstaaten aufgefangen werden kann. Bis zum Jahr 2030 würde die Zahl der Pflegebedürftigen von 2,3 auf 3,4 Millionen steigen. Im Fokus stehen Staaten wie Vietnam.
Umfrage
Das Warten hat ein Ende: Die Bundesliga startet in die neue Saison. Besonders im Ruhrgebiet ist die Fan-Kultur sehr ausgeprägt. Was bedeutet Ihnen der Fußball?

Das Warten hat ein Ende: Die Bundesliga startet in die neue Saison. Besonders im Ruhrgebiet ist die Fan-Kultur sehr ausgeprägt. Was bedeutet Ihnen der Fußball?

 
Fotos und Videos