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Reaktorkatastrophe

Japan zwei Jahre nach Fukushima - Schein der Normalität

11.03.2013 | 07:09 Uhr
Japan zwei Jahre nach Fukushima - Schein der Normalität
Zum zweiten Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima gehen die Menschen in Tokio auf die Straße. Sonst ist in vielen Teilen Japans der Alltag wieder eingekehrt.Foto: dpa

Fukushima.  Das Reaktorunglück von Fukushima vor zwei Jahren war das schwerste seit Tschernobyl. Ein verheerendes Erdbeben und eine gewaltige Flutwelle führten am 11. März 2011 in Japan zu dem Atomunfall. Die Folgeschäden für die Betroffenen sind immens. Doch ist Japan ein anderes Land geworden? Der Schein spricht dagegen.

Vor dem Bahnhof Fukushima flanieren Passanten mit Einkaufstaschen an den Geschäften vorbei, Kinder in Schuluniform laufen kichernd durch den Schnee. Zwei Jahre nach dem Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi gehen die Menschen in der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz scheinbar unbeschwert wieder ihren Alltagsgeschäften nach. Doch der Schein der Normalität trügt.

Während der neue Ministerpräsident Shinzo Abe (58) die Rückkehr zur Atompolitik vorbereitet und sich - wie Kritiker meinen - im Zusammenspiel mit den Medien bemüht, die Menschen ihre Sorgen vor der Strahlung vergessen zu lassen, stehen Zehntausende Menschen in den betroffenen Regionen weiterhin vor einer ungewissen Zukunft.

Wiederaufbau kommt nur langsam voran

Das Erdbeben und der Tsunami zerstörten am 11. März 2011 nicht nur das Atomkraftwerk Fukushima, sondern walzten ganze Landstriche nieder - und damit auch die Arbeitsplätze und die Lebensgrundlage der Menschen in der von Überalterung und Abwanderung stark betroffenen Region. Mehr als 15 800 Menschen starben durch den Tsunami, viele werden weiter vermisst. Kritiker beklagen, der Wiederaufbau komme zu langsam voran.

Zehntausende Opfer leben noch heute in engen Behelfsunterkünften. Familien und ganze Dorfgemeinschaften sind auseinandergerissen. Viele waren früher Bauern und Fischer. Jetzt haben sie nichts mehr zu tun, werden immer öfter krank, vereinsamen, manche verfallen dem Alkohol.

Während die neue Regierung Abe stolz ist, den Wiederaufbauetat deutlich aufgestockt zu haben, fordern Katastrophenhelfer vor allem Unterstützung für die seelische Versorgung der Menschen. Viele können auch nach zwei Jahren noch nicht über das erlebte Grauen reden. Junge Menschen sind auf der Suche nach einem Arbeitsplatz weggezogen. Noch heute sind viele Geschäfte in vom Tsunami betroffenen Städten wie Ishinomaki geschlossen.

360 500 Kubikmeter verstrahltes Wasser

Auch wenn die Trümmer aufgeräumt sind, die Wunden sind noch vielerorts sichtbar. Nicht sichtbar ist dagegen die Strahlung in Fukushima in Folge des ebenfalls schwer zerstörten Atomkraftwerks, die noch immer Zehntausende an eine Rückkehr in ihre Häuser hindert.

Der GAU ist zum eigentlichen Inbegriff der Tragödie von "3/11" - dem 11. März - geworden, wenngleich die schlimmste Atomkatastrophe seit Tschernobyl selbst kein einziges direktes Todesopfer gefordert hat.

Zwar ist die Atomruine nach Darstellung der Regierung und des Betreibers Tepco unter Kontrolle. Ein großes Problem bereiten jedoch die Unmengen Wasser, die weiterhin zur Kühlung der beschädigten Reaktoren benötigt werden. 360 500 Kubikmeter verstrahlten Wassers habe sich angesammelt, die Auffangbehälter seien fast voll, warnt die Zeitung "Mainichi Shimbun". Gerüchten nach erwägt Tepco ein erneutes Ableiten ins Meer.

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Kommentare
11.03.2013
13:42
Japan zwei Jahre nach Fukushima - Schein der Normalität
von wohlzufrieden | #6

Wer mit einem Finger auf den Unsinn Atomkraft in Japan hinweist, zeigt mit drei Fingern auf das versuchte Fracking in Deutschland...Seit wachsam!

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Japan zwei Jahre nach Fukushima - Schein der Normalität
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2013-03-11 07:09
Reaktor, Atomkraft, Katastrophe in Japan 2011, Katastrophe, Atom, Nuklera, Japan, Fukushima
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