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Vorwurf von Jäger: Bund schickt Problem-Flüchtlinge vorrangig nach NRW

27.01.2016 | 06:35 Uhr
Vorwurf von Jäger: Bund schickt Problem-Flüchtlinge vorrangig nach NRW
NRW-Innenminister Ralf Jäger will eine gerechtere Verteilung nordafrikanischer Flüchtlinge in Deutschland.Foto: dpa

Düsseldorf.   NRW-Innenminister Ralf Jäger will Flüchtlinge aus Nordafrika gerechter verteilen. Er glaubt, dass Nordrhein-Westfalen bisher benachteiligt wird.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat eine gerechtere Verteilung von Flüchtlingen aus Nordafrika auf alle Bundesländer gefordert. „Es kann nicht sein, dass alleinreisende Männer aus Marokko und Algerien vorrangig nach NRW zugewiesen werden“, sagte Jäger.

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Zurzeit würden rund 80 Prozent der Marokkaner und etwa 50 Prozent der Algerier, die in Deutschland Asyl beantragen, in NRW untergebracht, so Jäger. Nur vier von 16 Bundesländern stemmten zurzeit die gesamte Versorgung von Nordafrikanern, deren Aussicht auf Anerkennung als Asylbewerber bei unter zwei Prozent liege. Die ungleiche Verteilung sei mit den regionalen Standorten von Spezialisten und Dolmetschern des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu erklären, berge aber jede Menge sozialen Sprengstoff.

NRW will schnellere Asylverfahren

Mit jungen Männern aus Nordafrika gebe es oft Probleme, so Jäger. Schon länger würden ihnen Auseinandersetzungen in Flüchtlingsheimen, Ladendiebstähle oder Alkoholexzesse zugeschrieben. Silvester sollen in Köln vorrangig Männer aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum an den Übergriffen auf Frauen beteiligt gewesen sein. Aufsehen erregte zuletzt das Analyseprojekt „Casablanca“ der Düsseldorfer Polizei, das innerhalb eines Jahres mehr als 2200 Tatverdächtige aus Maghreb-Staaten erfasste.

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NRW will spätestens bei der nächsten Ministerpräsidenten-Konferenz Ende Februar eine Umverteilung der Nordafrikaner auf möglichst viele Bundesländer thematisieren. Zudem müsse der Bund die Bearbeitungsdauer der Asylanträge drastisch verringern. „Die Akten müssen von unten nach oben“, forderte Jäger. Wenn die Entscheidung über die Abschiebung ins Heimatland erst nach zweieinhalb Jahren getroffen werde, sei das ein fataler Anreiz: „Wer die Absicht hat, die Willkommenskultur zu missbrauchen und seinen Lebensunterhalt mit Kriminalität zu fristen, macht das, weil er so lange bleiben kann“, so Jäger.

Anteil der Nordafrikaner steigt

Notwendig seien schnelle Entscheidungen wie bei Asylbewerbern aus den Balkanstaaten. Dann könnten Nordafrikaner bis zum Abschluss der Asylverfahren in Landeseinrichtungen untergebracht werden.

Seit Jahresbeginn hat NRW 30 000 Flüchtlinge registriert. 2012 waren es insgesamt 46 000. Zwei Drittel stammen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Der Anteil der Nordafrikaner ist allerdings stark steigend.

 

Tobias Blasius

Kommentare
29.01.2016
13:17
Vorwurf von Jäger: Bund schickt Problem-Flüchtlinge vorrangig nach NRW
von Zungenkuss | #94

Gebe hier Herrn Jäger absolut Recht !
Es sind aber nicht nur diese Pseudo Flüchtlinge welche keine sind sondern auch die vielen Zuwanderer aus Ost...
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http://www.derwesten.de/politik/jaeger-nordafrikaner-muessen-gerechter-verteilt-werden-id11499347.html
2016-01-27 06:35
nrw, flüchtlinge, ralf jäger, asylbewerber
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