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Jäger klagt über zu viele Nordafrikaner

27.01.2016 | 05:33 Uhr

Düsseldorf. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat eine gerechtere Verteilung von Flüchtlingen aus Nordafrika auf alle Bundesländer gefordert: „Es kann nicht sein, dass alleinreisende Männer aus Marokko und Algerien vorrangig nach NRW zugewiesen werden.“

Zurzeit würden rund 80 Prozent der Marokkaner und etwa 50 Prozent der Algerier, die in Deutschland Asyl beantragen, in Nordrhein-Westfalen untergebracht, so Jäger. Nur vier von 16 Bundesländern stemmten zurzeit die gesamte Versorgung von Nordafrikanern, deren Aussicht auf Anerkennung als Asylbewerber bei unter zwei Prozent liege. Die ungleiche Verteilung sei mit den regionalen Standorten von Spezialisten und Dolmetschern des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu erklären, berge aber jede Menge sozialen Sprengstoff.

Mit jungen Männern aus Nordafrika gebe es häufig Probleme, so Jäger. Schon länger würden ihnen Auseinandersetzungen in Flüchtlingsheimen, Ladendiebstähle oder Alkoholexzesse zugeschrieben. Bei den Kölner Silvesterexzessen sollen vorrangig Männer aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum für die massenhaften sexuellen Übergriffe auf Frauen beteiligt gewesen sein. Aufsehen erregte zuletzt auch das Analyseprojekt „Casablanca“ der Düsseldorfer Polizei, das innerhalb eines Jahres mehr als 2200 Tatverdächtige aus Maghreb-Staaten erfasste.

NRW will spätestens bei der nächsten Ministerpräsidenten-Konferenz Ende Februar eine Umverteilung der Nordafrikaner auf möglichst viele Bundesländer thematisieren. Zudem müsse der Bund die Bearbeitungsdauer der Asylanträge drastisch verringern. Wenn die Entscheidung über die Abschiebung ins Heimatland erst nach zweieinhalb Jahren getroffen werde, sei das ein fataler Anreiz: „Wer die Absicht hat, die Willkommenskultur zu missbrauchen und seinen Lebensunterhalt mit Kriminalität zu fristen, macht das, weil er so lange bleiben kann“, sagte Jäger. Notwendig seien schnelle Entscheidungen wie bei Asylbewerbern aus den Balkanstaaten.

Seit Jahresbeginn hat NRW 30 000 neue Flüchtlinge registriert. Zwei Drittel stammen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Der Anteil der Nordafrikaner ist jedoch stark steigend.

Tobias Blasius

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2016-01-27 05:33
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