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IT-Gipfel

IT-Gipfel - Gefahr durch kriminelle Attacken im Netz wächst

13.11.2012 | 19:56 Uhr
Wirtschaftsminister Philipp Rösler setzt auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Firmen, Cyber-Attacken zu melden.Foto: Kai Kitschenberg

Essen.   Hunderttausende Bürger und Unternehmen sind innerhalb kurzer Zeit Opfer von Datendieben im Internet geworden. Auf dem IT-Gipfel in Essen zeigen sich die Politiker der Regierungskoalition uneinig über die Lösungen des Problems.

Bürger und Unternehmen in Deutschland werden immer öfter Ziel von kriminellen Attacken im Internet. Demnach ist jede 35. Internetseite mit Schadprogrammen verseucht , die für Besucher der Webseiten gefährlich sind. Auch nimmt die Zahl sogenannter Identitätsdiebstähle im Netz stark zu. Allein von Mai bis Juli 2012 waren über 370.000 Bundesbürger betroffen, über 100.000 Zugangsdaten fürs Online-Shopping wurden entwendet, fast 49.000 E-Mail-Konten geknackt und über 23.000 Daten für Online-Bankgeschäfte gestohlen.

Das belegen neueste Zahlen der Allianz für Cyber-Sicherheit , einer Initiative des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des IT-Branchenverbands Bitkom. Sie wurden im Rahmen des Nationalen IT-Gipfels, der am Dienstag in Essen stattfand, vorgestellt. Die Bundesregierung will nun gegensteuern. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CDU) plant eine Meldepflicht für Unternehmen, die Ziel einer Cyberattacke geworden sind. So soll bereits eine vierstellige Zahl von Firmen Opfer eines Netzangriffs geworden, ein Schaden von bis zu 14 Milliarden Euro entstanden sein.

Justizministerin will Thema Internet in einem Ministerium gebündelt sehen

Video
Essen, 13.11.12: Industrie und IT-Branche sollen ihre Zusammenarbeit ausbauen, um international aufzuholen – das war eines der Themen auf dem siebten IT-Gipfel am Dienstag, an dem auch Wirtschaftsminister Rösler und Kanzlerin Merkel teilnahmen.

Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hält dagegen wenig von Friedrichs Plänen: „Ich habe meine Zweifel, dass es der richtige Weg ist, eine Meldepflicht für Unternehmen einzuführen, die von Hacker-Angriffen betroffen sind“, sagte der Minister der WAZ Mediengruppe. Rösler setzt stattdessen auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Firmen.

Laut Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sollte das Thema Internet , das zurzeit noch auf die Bundesministerien Inneres, Justiz, Familie und Wirtschaft aufgeteilt ist, in einem Ressort gebündelt werden, um Reibungsverluste zu vermeiden. „Ich finde, in der nächsten Legislaturperiode sollte man darüber reden, die Kompetenzen in einem Haus zusammenzufassen“, sagte die Ministerin der WAZ Mediengruppe.

Datenschutz
Justizministerin klagt über Ausreden von Google und Co.

Auf dem IT-Gipfel in Essen wurde deutlich, dass Internet-Wirtschaft und Politik noch einen langen Weg vor sich haben, um eine für beide Seiten zufrieden stellende Rechtssicherheit für Unternehmen und Nutzer zu schaffen.

Unternehmen sind laut der Ministerin nicht nur für ihre eigene Sicherheit, sondern auch für den Schutz der Privatsphäre der Bürger verantwortlich. Leutheusser-Schnarrenberger fordert deshalb von IT-Unternehmen wie Google und Facebook mehr Transparenz in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, „damit die Bürger besser verstehen, wofür ihre Daten verwendet werden“.

Außerdem will die Politik die Situation für IT-Gründer deutlich verbessern.

Sven Frohwein und Gregor Boldt


Kommentare
14.11.2012
02:21
Datendiebe machen Jagd auf Internet-Nutzer
von vaikl2 | #2

Der Artikel liest sich so, als ob alte Menschen die Diskussion über die Fälschungssicherheit von Führerschein und Personalausweis nach 40 Jahren erneut führen müssen, nur weil ihnen zu den heutigen Begriffen der Datenvernetzung aus blankem Unwissen nichts anderes einfällt.

1 Antwort
Datendiebe machen Jagd auf Internet-Nutzer
von vaikl2 | #2-1

Oh, und als komplementäre Ergänzung meines Kommentars muss ich gerade in der LokalzeitRuhr-Wiederholung von heute sehen, wie sich ein Vorstandschef von RWE über seine Kinder wundert, die sich beim "gemeinsamen" Fernsehabend per Smartphone angeblich Mails(?) schicken, anstatt miteinander ins Programm zu quatschen, oder wie eine Hannelore Kraft sich wundert, was man heute alles geboten bekommt, wenn man Turnschuhe im Netz kaufen will....

Herr, schmeiß Hirn!!!!

14.11.2012
00:21
Datendiebe machen Jagd auf Internet-Nutzer
von J-23 | #1

Die wirklich üble Spionage und Datenklau Felle passieren nicht via Internet!

Die meiste Daten (z.B Kundenkarteien, Lieferanten, Prototyps Zeichnungen, Produkt- Fotos, ect ) verlasen die Firmen in der "Tasche" eines meisten schlecht bezahlte IT leih Mitarbeiter.

Grade vor kurzen habe ich gesehen, dass sich ein Papier bearbeitendes mittelständisches unternehmen bei einen IT Verleiher Mitarbeiter für SAP System suchte.

Toll ! Hose runter Lieber Firma B aus H

Für mich ist IT das Nervensystem meiner Fima und da lasse ich nur Loyale Mitarbeiter die nicht korrumpierbar sind.

Da kommt kein Leiherbeiter der 30 % verdient und mit dem unternehmen sich nicht Identifizieren kann

1 Antwort
Sie sind aber wirklich ein absoluter Experte!
von cui.bono | #1-1

Haben Sie denn wirklich schon mal eine IT-Abteilung gesehen?

Ihrer Rechtschreibung nach zu urteilen, definitiv nicht!

"Datenklau Felle" :-)

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