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Israel rechnet mit 30-Tage-Krieg gegen den Iran

15.08.2012 | 22:55 Uhr
Israel rechnet mit 30-Tage-Krieg gegen den Iran
Schulkinder mit Gasmasken - solche Übungen gehören in Israel zum Alltag. Im Falle eines Angriffes auf die iranischen Atomanlagen rechnet die israelische Regierung mit einem 30-Tage-Krieg.Foto: dapd (Archiv)

Jerusalem.  Im Konflikt mit dem Iran verschärft die israelische Regierung den Ton: Israel sei besser als je zuvor für einen Krieg mit dem Iran gerüstet, sagte der scheidende Zivilschutzminister Matan Vilnai. Die Regierung rechne im Falle eines Angriffes auf die iranischen Atomanlagen mit einmonatigen Kämpfen.

Die israelischen Kriegspläne sind offenbar weiter gediehen, als bislang bekannt: Nach Einschätzung des scheidenden Zivilschutzministers Matan Vilnai ist das Land besser als jemals zuvor für einen bewaffneten Konflikt mit dem Iran gerüstet. Dennoch müsse sich das Land im Falle einer militärischen Auseinandersetzung auf zahlreiche Tote einstellen, sagte Vilnai in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Zeitung "Maariv". Die Streitkräfte seien darauf vorbereitet, an mehreren Fronten Krieg zu führen.

Die Regierung rechne damit, dass bei einem israelischen Angriff auf die iranischen Atomanlagen die Kämpfe rund einen Monat dauern dürften. Täglich würden Hunderte Raketen in Israel einschlagen und etwa 500 Menschen ums Leben kommen, sagte Vilnai. Die Äußerungen des Ministers waren die bislang explizitesten zu den Planungen der Regierung für den Konfliktfall.

"Wie die Bürger Japans sich damit abfinden müssen, dass es dort Erdbeben geben kann, so müssen die israelischen Bürger verstehen, dass sie mit Raketen an der Heimatfront rechnen müssen", sagte Vilnai in dem Interview. "Das ist nicht angenehm, aber es müssen Entscheidungen getroffen werden und wir müssen vorbereitet sein."

Heimatschutz während Vilnais Amtszeit modernisiert

Der ehemalige stellvertretende Generalstabschef Vilnai leitete fünf Jahre lang das israelische Zivilschutzministerium und trieb die Verbesserung des Heimatschutzes voran. So wurden die Sirenen zur Warnung von Luftangriffen, die Bunker und das öffentliche Alarmsystem modernisiert. Vilnai soll nun Botschafter in China werden. Zu seinem Nachfolger hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den ehemaligen Chef des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, Avi Dichter, berufen.

Israel wirf dem Iran vor, Atomwaffen zu entwickeln. Teheran hingegen hat bislang stets erklärt, sein Nuklearprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken. Die Regierung in Jerusalem legte in der Vergangenheit immer wieder nahe, die israelische Luftwaffe könnte die iranischen Atomanlagen angreifen, sollte es der internationalen Gemeinschaft nicht gelingen, den Teheran zum Einlenken zu bewegen. Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak sollen einen solchen Schritt befürworten, ranghohe frühere Militärvertreter sind jedoch dagegen. (dapd)

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Kommentare
16.08.2012
11:03
Man sollte nicht vergessen dass auch sehr viele Juden
von meigustu | #19

unter den wenigen jüdischen Profiteuren leiden die mit dem Status Quo beste Geschäfte machen. Ein Krieg könnte noch mehr Gewinne in ihre Kassen spülen. Opfer und Schäden muss wie im Iran und überall in der Welt das einfache Volk tragen.

16.08.2012
10:37
Die Hoffnung wurde bestätigt...
von Ismet | #18

also ich muss den meisten hier meinen Respekt zollen.
Dass es mal zu solch einer Kritischen Reaktion bzgl. Israels kommen würde, hätte ich nicht mal in meinen kühnsten Träumen erwartet.
Ich möchte, als Migrant türkischer Herkunft, nicht den Eindruck erwecken als Judenhasser durchs Leben zu gehen. Ganz im Gegenteil, Kritik ist ja auch dazu da, sich dem anderen aufgeschlossen zu zeigen.
Was aber wirklich pervers ist, dass diese "Überlegungen" öffentlich gemacht wurden. Entweder wird es Krieg geben (was meiner Meinung nach sehr wahrscheinlich ist) oder andere militärische Aktionen die den Iran schwächen wird. Ich erinnere gern daran, dass im Irak keine einzige Massenvernichtungswaffe gefunden worden sind. Also liegt hier die Vermutung nahe, das es eigentlich um die Ressourcen Öl und Gas geht...
Blöd nur, das die "klammen" US Amerikaner ein Krieg dieser Dimension sich nicht mehr erlauben können (Finanziell, Logistisch und ideologisch).
Denn dann wäre die USA wirklich am Ende...

16.08.2012
10:37
#16 das Perfide an der Großmäuligkeit der wenigen Kriegsprofiteuere in Israel
von meigustu | #17

ist, dass Israel erwartet, dass die ganze Welt dem Land hilft.

Da helfen auch keine aalglatten PR-Proklamationen.

16.08.2012
10:23
Israel rechnet mit 30-Tage-Krieg gegen den Iran
von Gothaur | #16

Es wird ein schwerer Kampf, und der Iran dürfte, wie immer, Selbstmordkommandos delegieren, die ihre Art des Krieges nach Israel und in alle israelischen Einrichtungen weltweit tragen. Aber das kennt man ja schließlich.
Tatsache ist, daß bisher jegliche Versuche seitens des Westens, den Iran vom Bau der Bombe abzuhalten, gescheitert sind. Appeasement-Politik verliert immer, und die Geschichte hat dieses mehr als einmal bewiesen.
Wenn Israel behauptet, es könnte den Konflikt binnen 30 Tagen erfolgreich beenden, dann sollte dies der Iran verdammt ernst nehmem, und nicht wieder so großmäulig dagegenhalten. Es wäre jetzt eine Chance seitens des Iran, endlich von seinen Vernichtungsphantasien gegenüber Israel und den Juden abzukommen, und so den Konflikt, den er schon seit langer Zeit schürt zu beenden.
Aber persönlich glaube ich nicht daran, und kann nur so Israel wünschen durchzuhalten, entschlossen und energisch zu handeln. Es geht um die nackte Existenz der Juden und Israel selber.
Gruß

2 Antworten
Israel rechnet mit 30-Tage-Krieg gegen den Iran
von Ismet | #16-1

"Es geht um die nackte Existenz der Juden und Israel selber"
Damit mögen Sie teilweise Recht haben.
Aber eins ist doch gewiss, der Iran möchte die Atomwaffe (sofern Sie wirklich daran Arbeiten), zumindest als Abschreckung haben. Weiterhin kann es doch sein, das der Iran, die Atombombe deswegen haben will, um sich abzusichern? So blöd sind die Iraner (ich rede hier nur von der Regierung, nicht vom Volk Iran) das diese eine Atombombe in Israel zünden würden.
Als bestes Beispiel möchte ich Nord Korea anführen:
die triezen seit Jahrzehnten die US Amerikaner und was ist bisher geschehen? Nichts! Woran das wohl liegen mag? Ich tippe einfach mal auf die Atombombe und nichts anderes.
Noch hat weder der Iran oder Irak einen Krieg gegen andere Völker angezettelt, den Israelis mag es um deren Sicherheit in der Region gehen, dann sollen diese im Gegenzug auch ihren guten Willen bzgl. der Palästinenser zeigen und die Golan Höhlen zurück geben. Das wird aber nicht passieren.

Israel rechnet mit 30-Tage-Krieg gegen den Iran
von Gothaur | #16-2

Unabhängig von dem besonderen, ideologisch eingefärbten Konflikt mit Israel (auch mal bedenken, wie lange schon der Iran Hisbollah und auch Hamas finanziert, und im übrigen auch somit Syrien), strebt der Iran seit Jahrzehnten, nachdem er im 1. Golfkrieg, gegen den Irak, sich erfolgreich verteidigen konnte, im Mittleren, und auch im Nahen Osten die Vormachtsstellung an. Ein Atomar bewaffneter Iran wäre der Alptraum für sämtliche Anrainerstaaten, angefangen mit dem Irak.
Das Atomare Israel hat für eines gesorgt. Eben das der Jom Kippur Krieg der letzte Angriffskrieg gegen Israel war, es ist somit der Alptraum eines jeden Agressors, der Israel vernichten möchte. Und das sind nicht wenige. Insbesondere jetzt, nach dem sogenannten Arabischen Frühling, der immer autoritäre islamische Gottesstaaten produziert.
Gruß

16.08.2012
09:03
Israel rechnet mit 30-Tage-Krieg gegen den Iran .....
von casella | #15

..... und täte gut daran in ernstgemeinten Friedensverhandlungen endlich die zur Gründung des Staates Israel 1947 (!) gefassten UN-Beschlüsse umzusetzen - Jerusalem würde damit zu einer "internationalen Stadt" unter UN-Verwaltung für Juden, Christen und Muslime, ein Zentrum für Religion, Kultur, Wissenschaft und Begenung. Die jüdischen Siedlungsgebiete werden zu Israel und die arabischen Siedlungsgebiete werden zu einem souveränen Staat der Palästinenser. Beide Staaten kooperieren und bilden eine gemeinsame levantinische Handelszone. Frieden und Wohlstand für die Region und eine Annäherung der Religionen - was könnte man mehr erreichen?

Wer aber weiter auf Landraub, Unterdrückung und Ausbeutung setzt und die Kriegstrommel schlägt, der tut mit Sicherheit nicht ein Werk Gottes - ob er nun Jahwe, Jehova, Gott oder Allah genannt wird - sondern ist ein Diener Satans.

16.08.2012
09:01
#12 die schlimme Vergangenheit Israels ist seine eigene Geschichte
von meigustu | #14

Für die deutschen Juden, die von deutschen Christen massakriert wurden, war falls Flucht möglich war, Israel mehrheitlich die letzte Wahl - eben weil sie nicht von einem Terror in den nächsten kommen wollten. Selbst wenn sie in Nahost zu der anderen Seite gehören würden.

16.08.2012
08:52
Israel rechnet mit 30-Tage-Krieg gegen den Iran
von locklin | #13

Wie krank ist das denn, was Vilnai äußert, wenn er von etwa 500 Toten spricht? Kann er sie gar namentlich benennen?

16.08.2012
08:46
Israel rechnet mit 30-Tage-Krieg gegen den Iran
von drberger | #12

So, so, Israrel rechnet mit einem 30 Tage Krieg gegen den Iran - was Gott und Allah gemeinsam verhüten mögen.
Selbst Obama stehen die wenigen Haare hoch bei dem Gedanken. Israel droht die Welt in ein riesiges Chaos zu stürzen, die Zeiten haben sich geändert und man kann sich nicht mehr auf die ach so schlimme Vergangenheit berufen, das sind zwei paar Schuhe.
Israel verstößt selber gegen alle UN Beschlüsse, besitzt mit Sicherheit Atombomben deren Einsatz im vermeintlichen Notfall auch eingesetzt werden!

16.08.2012
08:42
Israel rechnet mit 30-Tage-Krieg gegen den Iran
von holmark | #11

Die ständigen Reden des Herrn Netanjahu erinnern mich an einen Kerl, der in Deutschland vor knapp 90 Jahren ebenfalls ständig öffentlich angekündigt hat, Krieg führen zu wollen...
Es täte der Region gut, wenn dieser Mann in Israel endlich abgewählt werden würde, da er keinen Frieden will.

16.08.2012
08:25
zur Bildunterschrift
von simonedubray | #10

Auf dem Bild sind Kinder mit Atemschutzmasken zu sehen.

Wenn sie Gasmasken trügen, wären wir in einem anderen Film.

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